Prost lehnte aktive Rolle bei Renault ab

, 07.02.2016

Alain Prost hätte beim Renault-Werksteam in der Formel 1 noch einmal durchstarten können, wollte aber nicht - Der viermalige Weltmeister hat handfeste Gründe

Als Renault in dieser Woche sein Werksteam vorstellte, fehlte ein großer Name auf der Liste bei der Besetzung der vielen Positionen, die im Team zu vergeben waren: Alain Prost, der viel Überzeugungsarbeit im Hintergrund zum Renault-Verbleib in der Formel 1 geleistet hat. Der 60-jährige Franzose wird zwar weiter Markenbotschafter bleiben, aber keine operative Rolle im neuen Werksteam einnehmen. Auf eigenen Wunsch, wie er jetzt durchblicken lässt. Prost hat selbst abgelehnt.

"Ich habe momentan andere Dinge zu erledigen", begründet die Formel-1-Legende bei 'NBC'. Prost ist bereits in der Formel E beim Renault-Ableger e.dams aktiv und konnte dort mit Sebastien Buemi als Fahrer den Titel in der ersten Saison der Elektroserie holen. "Es wäre einfach zu kompliziert mit der Formel E, der Botschafter-Rolle und meinen Moderationsverpflichtungen", fügt er hinzu. Prost arbeitet als Experte für den französischen 'Canal+' und ist außerdem beim britischen 'Channel 4' im Gespräch.

"Ich kann halt nicht auf jeder Hochzeit tanzen und es würde auch nicht funktionieren", so der 51-malige Grand-Prix-Sieger weiter. "Es hätte wahrscheinlich mehr Nachteile als Vorteile, speziell für das Management. Sie haben eine feste Struktur." Dem Werksteam, das erst kürzlich das Lotus-Team übernahm und dabei vor der Insolvenz bewahrte, prophezeit er einen schwierigen Start. "Ich lasse sie arbeiten und bleibe meiner Rolle als Botschafter treu", schließt er ab.

Alain Prost fuhr von 1981 bis 1983 für das Renault-Werksteam in der Formel 1. In jedem Jahr war er in den WM-Kampf verwickelt, ein Titel blieb ihm jedoch verwehrt. Das holte er 1993 nach, als er mit Williams-Renault seine vierte Weltmeisterschaft einfuhr. Von 1997 bis zur Pleite nach der Formel-1-Saison 2001 leitete er den Rennstall Prost Grand Prix.

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