Renault-Rauswurf: Bruchpilot Maldonado verlässt Formel 1

, 01.02.2016

Pastor Maldonado wird 2016 trotz Vertrages nicht für Renault fahren und steht vor dem Ende seiner Formel-1-Karriere - Ölpreiskrise schuld? - Magnussen steht bereit

Der Crashpilot muss gehen: Pastor Maldonado wird in der kommenden Saison definitiv nicht in der Formel 1 starten. Der Venezolaner gab am Montagnachmittag - zunächst nur in spanischer Sprache - über den Kurznachrichtendienst 'Twitter' bekannt, dass er 2016 nicht für das Renault-Werksteam ins Volant greifen wird. "Heute teile ich demütig mit, dass ich in der Formel-1-Saison nicht am Start stehen werde", verkündet der 30-Jährige und bedankt sich bei seinen Fans für die Unterstützung.

Offenbar will der Lotus-Nachfolger mit der Personalrochade Platz schaffen für Kevin Magnussen, der dänischen Medien zufolge bereits einen Vertrag mit Renault in der Tasche hat und am Mittwoch in Paris als Teamkollege Jolyon Palmers vorgestellt werden könnte. Maldonado waren im Zuge der Ölkpreisrise Probleme nachgesagt worden, die versprochene Mitgift für sein Engagement aufzutreiben, die seit Jahren von Venezuelas Staatskonzern PDVSA kommt. Ohne Geld war er für Renault wohlmöglich keine Option, zumal Maldonado für seine Leistung zuletzt kritisiert wurde.

Der ehemalige GP2-Gesamtsieger spricht von über zwei Jahrzehnten im "aufregendsten Sport" der Welt und einem "Schritt ins Ungewisse bei der Umsetzung meiner Träume", als er seine Heimat gen Europa verließ, um die Königsklasse anzudocken. "Ich habe mich an das Gewinnen gewöhnt und über 200 Trophäen unterschiedlicher Größe, Form und Farbe gesammelt. Mein wundervolles Lebenswerk macht mich unglaublich stolz", erklärt Maldonado. "Ich fühle mich sehr geehrt."

Einen anderen Drive für die Saison 2016 hat Maldonado offenbar nicht in der Tasche, was ohne die PDVSA-Millionen ein schwieriges Unterfangen werden könnte. Er selbst verabschiedet sich von der Formel 1 mit den Worten "Bis bald!", ohne eine konkrete Zukunftsperspektive zu äußern.

Der größte Erfolg des Südamerikaners war der Sieg beim Spanien-Grand-Prix 2012 - damals in Diensten Williams', wo er 2011 in die Königsklasse einstieg und drei Jahre lang als Einsatzpilot unter Vertrag stand, ehe er nach offener Kritik an der Mannschaft zu Lotus wechselte. Insgesamt bestritt Maldonado 95 Rennen, holte neben dem Barcelona-Erfolg ein weiteres Podium sowie eine Pole-Position. Auf seinem Konto verbuchte der Mann aus Maracay 96 WM-Punkte.

Neben seiner zahlreichen Unfällen und seiner harten Gangart ist der Rennfahrer mit Spitzname "Crashdonado" auch für seinen Patriotismus und Sympathiebekundungen für den mittlerweile verstorbenen Staatschef Hugo Chavez bekannt. Auch in seinem Abschiedsschreiben lässt er wissen: "Ich danke meiner Familie, meiner internationalen Fangemeinschaft und besonders meinem großartigen Land, das ich mit der glorreichen Nationalhymne auf der ganzen Welt erklingen ließ."

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