"Risiko" Wehrlein: Warum er frühestens 2018 eine Option ist

, 26.01.2017

Toto Wolff und Niki Lauda sprechen über das "Risiko", das eine Verpflichtung von Pascal Wehrlein mit sich gebracht hätte - Für die Zukunft hat er aber alle Chancen

Den Kampf um das Mercedes-Cockpit hat Pascal Wehrlein verloren - vorläufig. 2017 wird Valtteri Bottas bei den Silberpfeilen an der Seite von Ex-Champion Lewis Hamilton fahren. Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko unkte bereits, dass Mercedes seinem eigenen Nachwuchsprogramm nicht traue und deshalb einen externen Fahrer einkaufte. Toto Wolff und Niki Lauda sehen das logischerweise anders. Vor allem Wolff betont, dass Wehrleins Zeit durchaus noch kommen kann.

"Wir wollen Pascal nicht verbrennen", stellt er im Gespräch mit 'auto motor und sport' klar und erklärt: "Wir haben einen Entwicklungspfad, der dahin zielt, dass es zwei bis drei Jahre braucht, bis ein Fahrer fehlerfrei richtig abschätzbar wird." Da Wehrlein 2016 gerade einmal seine erste Formel-1-Saison absolvierte, wäre er für Wolff also frühestens 2018 eine Alternative - oder sogar erst 2019.

"Davon wollen wir nicht abweichen, nur weil jetzt diese Situation entstanden ist. Wir brauchen neben Lewis einen erfahrenen Piloten, der schnell ist, so wenig Fehler wie möglich macht und von der Dynamik her eine gute Kombination mit Lewis darstellt und somit den Nico-Faktor ausgleicht. Das ist mit Valtteri zum jetzigen Zeitpunkt sicher mehr gewährleistet als mit Pascal", hebt Wolff die Erfahrung des Finnen hervor.

Ähnlich sieht es Lauda, der im Hinblick auf Wehrlein gegenüber 'Sport Bild' zuletzt erklärte: "Er wäre wegen seiner geringeren Erfahrung theoretisch ein größeres Risiko gewesen." Daher soll der ehemalige DTM-Champion 2017 bei Sauber zunächst ein weiteres Jahr bekommen, in dem er sich in Ruhe entwickeln kann. Wolff kündigte bereits an, dass man den Deutschen dort "genau verfolgen" wird.

Bottas wird bei den Silberpfeilen hingegen eine Saison mit deutlich mehr Druck erleben. "Valtteri weiß, was auf ihn zukommt. Ich habe ihm die nackte Wahrheit präsentiert", verrät Wolff. "Es ist eine große Herausforderung für ihn, und ich wünsche mir nicht, in einem Jahr ein Gespräch zu führen, wie es mit Kwjat oder Kovalainen in der Vergangenheit passiert ist. Er hat eine Riesen-Chance, aber gleichzeitig auch eine sehr große Aufgabe vor sich."

Kwjat wurde Ende 2014 nach nur einer Saison bei Toro Rosso zu Red Bull "hochgezogen" - und nur rund eineinhalb Jahre später wieder degradiert. Ähnlich erging es Heikki Kovalainen, der Ende 2007 nach nur einer Renault-Saison von McLaren verpflichtet wurde. Dort fuhr er immerhin zwei Jahre an der Seite von Lewis Hamilton, bevor er in Woking durch Jenson Button ersetzt wurde. Seine Karriere erholte sich davon nie wieder.

Ein ähnliches Szenario möchte Wolff Wehrlein ersparen. Fraglich ist allerdings, ob im kommenden Jahr überhaupt ein Mercedes-Cockpit frei sein wird. Zwar soll Bottas zunächst nur einen Vertrag über ein Jahr unterschrieben haben, doch wenn der Finne seine Sache gut macht, dürfte dieser mit Sicherheit verlängert werden. Und weil Lewis Hamilton ohnehin gesetzt ist, könnte Wehrlein dann erneut in die Röhre gucken...

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