Romain Grosjean: Emotionaler Abschied aus Enstone

, 03.10.2015

In seiner gesamten Formel-1-Karriere fuhr Romain Grosjean für das Team aus Enstone - Der Abschied von den Mitarbeitern wird nicht einfach

Romain Grosjean hat seine Zukunft entschieden und wird im nächsten Jahr für das neue US-Team HaasF1 an den Start gehen. Wie sich der neue Rennstall in der Formel 1 präsentieren wird, ist noch offen. Die letzten Neueinsteiger Caterham, Hispania und Marussia taten sich schwer. Grosjean wagt trotzdem den Neuanfang und muss sich gleichzeitig mit Saisonende von Lotus verabschieden. In seiner gesamten Formel-1-Karriere war der 29-Jährige für dieses Team am Start.

Als großes Talent gefeiert gab er im Herbst 2009 sein Debüt für das damalige Renault-Werksteam. Großjean wurde ins kalte Wasser geworfen und musste ohne Testfahrten einen mäßig konkurrenzfähigen Boliden an der Seite von Fernando Alonso fahren. Grosjean schaffte es in sieben Rennen nicht in die Punkteränge und seine Zeit in der Formel 1 war so schnell vorbei wie sie angefangen hatte.

Über die AutoGP, die GT1-WM und schließlich über die GP2 erhielt Grosjean seine zweite Chance. Nach dem Besitzerwechsel war er ab 2012 wieder Stammfahrer für das Team aus Enstone, das seither den Namen Lotus trägt. Schon in seinem vierten Rennen fuhr Grosjean auf das Podest und bewies sein Talent. In den folgenden Jahren sollten noch weitere neun Podiumsplatzierungen folgen. Er hielt dem Team die Treue, als es im Vorjahr mit dem Renault-Antrieb viele Schwierigkeiten gab.

Den wahrscheinlichen Neuanfang mit dem Renault-Werksteam im nächsten Jahr macht er nicht mehr mit. Für den Familienvater wird es im Winter ein emotionaler Abschied aus Enstone. "Ein Teil meines Herzens wird immer in Enstone bleiben, denn dort bin ich aufgewachsen und habe in den Jahren viel erlebt", sagt Grosjean vor dem Grand Prix von Russland. "Ich kann mich erinnern, wie ich 2005 vor den Toren der Fabrik gestanden bin. Ich habe damals kein Englisch gesprochen und war sehr schüchtern."

"Einige Leute, die ich damals getroffen habe, sind immer noch im Team. Ich schlage jetzt ein neues Kapitel in meinem Leben auf, aber das heißt nicht, dass ich eines Tages zurückkehre, um mit dem Team Weltmeister zu werden. Es wird nicht einfach, wenn ich am Saisonende Enstone verlasse. Ich verspreche allen einige Bier, wenn ich mich im Dezember von der Fabrik verabschiede. Bis dahin haben wir noch fünf Rennen gemeinsam. Ich bin entschlossen, dass ich diese Zeit so gut wie möglich beende."

Sein Teamkollege Pastor Maldonado wird dem Team die Treue halten. Seit 2014 fährt der Venezolaner für Lotus. "Man arbeitet in seiner Karriere mit unterschiedlichen Teamkollegen und verschiedenen Leuten zusammen. Jeder versucht das Auto schneller zu machen, also arbeiten alle am gleichen Ziel", sieht er die Situation philosophisch. Im Gegensatz zu Grosjean schaffte es Maldonado mit Lotus noch nie auf das Podest. Sein einziger Pokal daheim ist die Siegertrophäe von Barcelona 2012, als Maldonado sensationell für Williams gewann.

Der Teamkollege von Maldonado steht für das kommende Jahr noch nicht fest. Federico Gastaldi, der stellvertretende Teamchef, kann noch nichts verraten: "Wir wissen, dass einige interessante Fahrer verfügbar sind. Es wird jetzt viele Gespräche geben und zu einem gewissen Zeitpunkt wird es eine Verlautbarung geben", denkt Gastaldi an die Übernahme von Renault. "Zu diesem Zeitpunkt kann ich offiziell nur verkünden, dass ich nicht fahren werde", fügt Gastaldi lachend hinzu.

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