Sicherheit im Motorsport: Connectivity soll helfen

, 08.02.2017

Die Technologien aus dem Bereich Connectivity als mögliche Lösung für die Zukunft: Eine Formel 1 ohne Kollisionen? Ein Warnsystem mit viel Weitsicht?

Der Automobil-Weltverband FIA hat sich zum Ziel gesetzt, die Sicherheit im Motorsport immer weiter zu verbessern. Die Crashtests bei Formel-1-Fahrzeugen wurden in den vergangenen Jahren immer strenger, die Räder sind mit Seilen befestigt, aktuell laufen Diskussionen über einen zusätzlichen Cockpitschutz. Doch mit dem System namens "Halo" können sich aus ästhetischen Gründen nur wenige Fahrer und Fans anfreunden. Die Einführung ist zunächst aufgeschoben.

Werden all diese Maßnahmen in nicht allzu ferner Zukunft hinfällig sein, weil es im Motorsport gar keine Unfälle mehr gibt? Natürlich lassen sich Zwischenfälle im intensiven Wettbewerb nie ganz ausschließen, aber bislang äußerst gefährliche Situationen könnten vermieden werden. Das meint Volkswagen-Motorsportchef Wolfgang Dürheimer, der den Einzug von Connectivity-Technologien im Rennsport erwartet.

"Wir wissen, dass in der Vergangenheit immer wieder schwere Unfälle geschehen sind, weil auf der Strecke unvorhersehbare Dinge passiert sind. Ein Beispiel war im vergangenen Jahr ein Formel-3-Rennen in Spielberg", so der Markenchef von Bentley und Bugatti in seinem Vortrag zur Zukunft des Motorsports auf dem von der _wige-Gruppe präsentierten Sportbusiness-Kongress SpoBiS. Im Mai 2016 war es im Formel-3-EM-Lauf in Österreich beinahe zur Katastrophe gekommen .

Formel 3 Spielberg 2016: Warnsysteme könnten helfen

Gegen Ende des ersten von drei Rennens war Carlin-Pilot Ryan Tveter nach einem Dreher in der Jochen-Rindt-Kurve in einer riesigen Staubwolke am Streckenrand zum Stehen gekommen. Sein nachfolgender Teamkollege Peter Li konnte aufgrund der schlechten Sicht eine Kollision nicht vermeiden. Der Youngster hob mit seinem Formel-3-Auto ab und schleuderte bis in fünf Metern Höhe. Bei der anschließenden unsanften Landung zog soch Peter Li zahlreiche Verletzungen zu.

"Ein ausgeklügeltes Informations- und Warnsystem an Bord unserer zukünftigen Rennwagen könnte verhindern, dass derartige Unfälle passieren", sagt Dürheimer. "Wir arbeiten derzeit an einer sogenannten Vehicle-to-X-Kommunikationsstelle, um die Wahrnehmung der Fahrer in solchen Situationen zu verbessern. Beispielsweise ein blinkendes Licht im Cockpit soll anzeigen, dass es sich lohnt, mal kurz zu lupfen, denn hinter hinter einer Kuppe, einer Kurve oder in der Gischt könnte ein Unfall passiert sein."

Entsprechende Entwicklungen werden in Testträgern ausprobiert. Die Fortschritte bei der Technologie sind rasant. "Wir werden es erleben, dass alle Fahrzeuge auf der Strecke mit einem solchen System ausgestattet sind. Außerdem werden die Rennleitung, das Safety-Car und alle Streckenposten damit verbunden sein. Die Sicherheit wird auf diesem Wege weiter optimiert", ist sich Dürheimer sicher. Aus seiner Sicht werden die Themen Connectivity, autonomes Fahren und virtuelles Racing ein ganz neues Zeitalter einläuten.

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