Silverstone-Test: Fernando Alonso endlich mal wieder vorn!

, 12.07.2016

Fernando Alonso nutzt am ersten Tag der Silverstone-Tests die Gunst der Stunde: Bestzeit am Dienstag - Holz auf der Bahn, neue Gummis am W05, Halo am Red Bull

Nur zwei Tage nach dem Formel-1-Heimsieg von Lewis Hamilton in Silverstone röhrten bereits am Dienstag erneut die Motoren auf der Strecke in Northamptonshire. Am ersten von zwei Testtagen auf der britischen Bahn war McLaren-Star Fernando Alonso in 1:31.290 Minuten der schnellste Mann des Tages. Der Spanier, der wegen des immer noch lahmenden Honda-Antriebs im normalen Grand-Prix-Wettbewerb seit Langem nicht mehr in solche Regionen vorstoßen kann, spulte satte 105 Runden ab .

Alonso war auf seinem besten Umlauf am Vormittag rund eine halbe Sekunde schneller als seine beste Rundenzeit am vergangenen Grand-Prix-Wochenende. Im zweiten Abschnitt des Qualifyings hatte der Asturier am vergangenen Samstag eine Zeit von 1:31.740 Minuten realisieren können. McLaren-Honda erprobte keine äußerlich erkennbaren Neuteile, womöglich steckten aber neueste Honda-Entwicklungen unter der Haube. Die schnelle Zeit darf generell nicht überbewertet werden: Alonso erzielte sie auf Supersoft-Reifen, die am Rennwochenende überhaupt nicht verfügbar waren.

Hinter dem Spanier reihte sich der beste Verfolger mit gehörigem Abstand ein: 1,543 Sekunden. Esteban Ocon (Mercedes) war auf Platz zwei der Dauerbrenner des Tages. Der Franzose absolvierte insgesamt 123 problemfreie Umläufe und legte vor allem am Morgen zahlreiche konstante Longruns zurück. Ein Angriff auf die Bestzeit fiel im wahrsten Sinne der Worte ins Wasser. Bei am Nachmittag nassen Bedingungen war an Zeitenverbesserungen nicht mehr zu denken.

Wehrlein fährt nur am Morgen: Keine Regenreifen vorhanden

Mercedes war am Dienstag das einzige Team mit zwei Autos auf der Strecke. Neben Ocon, der den aktuellen W07 chauffierte, war Pascal Wehrlein (8.) im Silberpfeil von 2014 aktiv. Der Deutsche war im Auftrag von Pirelli unterwegs. Am zwei Jahre alten W05 wurden Mischungen für die Formel-1-Saison 2017 getestet. Weil die Italiener noch keine Regen- oder Intermediate-Varianten zur Verfügung stellen konnten, war der Arbeitstag von Wehrlein, der in der Zeitnahme als "Pirelli/Previous Car" geführt wurde, vorzeitig nach 48 Runden beendet.

Hinter Alonso und Ocon reihten sich mit großem Abstand die Youngster in den anderen Autos ein. Alex Lynn (1:34.433 Minuten/54 Runden) testete am Morgen mit großen Sensoreinheiten auf beiden Seiten hinter den Vorderrädern. Williams wollte Erkenntnisse im Trockenen gewinnen, im Regen stellte man das Auto lieber in die Garage. Lynn absolvierte am Nachmittag daher nur noch zwei kurze Installationsrunden. Charles Leclerc (1:34.446/19) kam im Ferrari kaum in Fahrt, weil der alte Antrieb im Heck des SF16-H streikte.

Im Lager von Force India gab Nikita Masepin ein solides Debüt ab. Er habe "viel Arbeit am Vormittag" verrichten können, berichtet der Russe, der allerdings am gesamten Tag nur auf 35 Runden kam. In 1:34.521 Minuten war Masepin allerdings nicht allzu langsam. "Er hat sich von Versuch zu Versuch gesteigert", so Chefingenieur Tom McCullough. "Wir haben sechs Monate intensiv mit ihm gearbeitet. Da war dieser Test nun der nächste logische Schritt." Masepin wird auch am Mittwoch im Auto sitzen.

Kurzer "Halo"-Test von Red Bull: Wer will das überhaupt?

Carlos Sainz (1:34.643/91) spulte ein intensives Programm im Toro Rosso ab. Die Italiener probierten einige neue Lösungen in aerodynamischen Details. "Wir haben neue Teile probiert und die Setuprichtung vom vergangenen Wochenende weiter verfolgt - mit guten Ergebnissen", berichtet Chefingenieur Phil Charles. "Wir müssen es natürlich in der Fabrik noch genauer analysieren. Aber es sieht so aus, als könnten uns die in Ungarn und Deutschland wirklich weiterhelfen."

Ebenso ein wenig ernsthafte Arbeit wurde bei Haas betrieben. Die Amerikaner brachten ihren Landsmann Santino Ferrucci (1:34.866/55), einen Ferrari-Zögling, auf die Silverstone-Strecke. Der US-Boy absolvierte konstante Versuche, wobei das Team vor allem die Temperaturen an den Hinterrädern und die Anströmung der Bremskühlung am Heck mit Sensoren aufzeichnete. Rio Haryanto (1:35.631/64) arbeitete im Manor, Sergei Sirotkin (1:36.575/48) probierte eine neue Hinterachse am Renault.

Die meisten Blicke des Tages zog zweifellos Pierre Gasly auf sich. Der Youngster durfte erneut einige Runden im Red Bull drehen und hatte dabei am Morgen die neue "Halo"-Version, die Ferrari am Wochenende getestet hatte, am Fahrzeug installiert. "Ich bin überrascht, denn es macht kaum einen Unterschied", so der Nachwuchsmann. Warum diese Erprobung stattfand, ist unklar, denn Teamchef Christian Horner hatte schon vor dem Test klar gegen "Halo" Position bezogen - wie unter anderem auch der stellvertretende Force-India-Teamchef Robert Fernley.

Nach dem kurzen Test mit dem möglichen Cockpitschutz für die Formel-1-Saison 2017 stand der Red Bull lange Zeit an der Box: Elektronikdefekt. Erst als der Regen die Bahn bereits nass gemacht hatte, konnte der Franzose noch weitere Umläufe drehen. Sein schnellster von insgesamt 52 Umläufen war deshalb in 1:43.891 Minuten meilenweit von der Konkurrenz entfernt. Die einzige Unterbrechung des Tages gab es, als von der Ampelbrücke bei Start und Ziel ein Holzstück auf die Strecke gefallen war.

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