"Sinnlos": Kimi Räikkönen tobt über willkürliche "Witzregeln"

, 24.07.2016

Nach dem Rennen in Budapest hat sich Kimi Räikkönen heftig über die willkürliche Regelauslegung beschwert: Er fordert gleiche Bedingungen für alle

Kimi Räikkönen hat mit Unverständnis auf einige Regelauslegungen der Formel 1 an diesem Wochenende in Budapest reagiert und Änderungen gefordert. Dabei meint der Finne nicht einmal unbedingt seinen Zweikampf mit Max Verstappen (Red Bull), für den der Niederländer laut dem "Iceman" durchaus eine Strafe verdient hätte. Vor allem bei den Vorfällen am gestrigen Samstag greift sich der Ferrari-Pilot an den Kopf.

Erst fast fünf Stunden nach dem Ende des Qualifyings stand die Startaufstellung fest. Zuvor musste sich Nico Rosberg wegen einer Bestzeit unter gelben Flaggen beantworten, die Diskussionen um die Sicherheit aufkochen ließen, weil der Deutsche freigesprochen wurde, obwohl er bei doppelt geschwenkter gelber Flagge nur eine Zehntelsekunde verlor. Fast noch kurioser war der Fall um die 107-Prozent-Regel.

Neben den in Q1 ausgeschiedenen Piloten verpassten auch fünf weitere Piloten im ersten Qualiabschnitt diese Marke - unter anderem die beiden Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen. Laut Reglement hätten alle Betroffenen nach dem Ergebnis des dritten Trainings am Ende der Startaufstellung eingereiht werden müssen, doch die FIA entschied, die Regel nur für die in Q1 ausgeschiedenen Fahrer geltend zu machen - für Räikkönen ein Unding.

"Wie kann man denn bitte plötzlich dieselbe Regel im selben Qualifying auf zwei Arten anwenden?", schüttelt der Weltmeister den Kopf ob der Entscheidung. "Das muss mir mal jemand erklären." Auch kann er nicht verstehen, wieso Regeln teilweise willkürlich angewendet werden: "Wozu haben wir denn Regeln, wenn die Stewards entscheiden können: "Hier ist es okay, hier ist es nicht okay'? Es ist sinnlos, Regeln zu haben, wenn sie nicht immer für alle gelten."

Auch für den Zweikampf mit Max Verstappen lässt sich das Beispiel anwenden. Der Red-Bull-Pilot sei bei der Szene mit der Kollision erst nach rechts gezogen, weswegen Räikkönen die Innenbahn wählte, die Verstappen dann aber ebenfalls zugemacht haben soll. "Wenn ich mich einmal entschieden habe, kann er nicht mehr rüberkommen", raunzt der Finne. "Zum Glück habe ich es geschafft, ihn zumindest halb zu verfehlen."

Eine Strafe bekam der Niederländer für seine Fahrweise nicht, was Räikkönen geärgert hat. Es sei zwar nicht in seiner Hand zu entscheiden, doch bei den Rennkommissaren sei die Entscheidung auch tagesabhängig. "Es ist ein Witz mit den Regeln", winkt er ab und ist dabei nicht der einzige, der so denkt. Auch das Funkverbot stand an diesem Wochenende hart in der Kritik, was vor allem Jenson Button deutlich machte (Dumme Regel").

"Wir müssen die Regeln klarstellen", stimmt Ferraris Teamchef Maurizio Arrivabene seinem Piloten zu. Eine Chance gibt es am kommenden Donnerstag vor Hockenheim, wenn sich die Teams mit Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Jean Todt zu einem Strategiemeeting treffen. Dann soll auch das Thema "überregulierte Formel 1" auf dem Programm stehen. "Irgendetwas muss sich ändern", legt Räikkönen nach. "Für die Leute draußen sieht das einfach schlecht aus."

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