Strategiegruppe: Das haben die Chefs mit der Formel 1 vor

, 03.07.2015

Sprintrennen oder Nachwuchsrennen am Samstag? Ein PS-Limit bei den Motoren? Die aktuellsten Ideen, mit denen die Strategiegruppe die Formel 1 aufwerten will

Der Formel 1 stehen umfangreiche Änderungen bevor. Diesbezüglich waren sich die Vertreter der Strategiegruppe beim Treffen in Biggin Hill in dieser Woche einig. Und diese Änderungen sollen sich nicht nur auf das Design der Boliden, die ab 2017 aggressiver aussehen sollen, beschränken - auch das Wochenendformat steht derzeit auf dem Prüfstand. "Zahlreiche spannende und innovative Änderungen des Qualifying- und Rennformats wurden besprochen und werden von FIA und FOM bewertet, um 2016 eingeführt zu werden", hieß es in der Pressemitteilung.

Doch was steckt hinter der kryptischen Ankündigung? Laut 'Motorsport.com' wurde unter anderem vorgeschlagen, am Samstag ein Qualifying und ein Sprintrennen durchzuführen, während am Sonntag ein weiteres Qualifying und der Grand Prix stattfinden könnte. Diese Idee fand bei einigen Teamchefs Anklang, Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und die FIA sollen aber wenig begeistert sein.

Sprint- oder Nachwuchsrennen am Samstag?

Ein Gegenvorschlag sieht vor, dass am Samstag ein Sprintrennen für Nachwuchsfahrer in Formel-1-Boliden stattfindet. Die Gewinner dürften dann am Sonntag als Belohnung auch beim Grand Prix teilnehmen. Noch befindet sich die Diskussion aber "in den Kinderschuhen", wie Red-Bull-Teamchef Christian Horner gegenüber 'Motorsport.com' klarstellt. "Es ist gut, dass wir darüber sprechen, aber bislang werden nur Ideen in den Raum gestellt." Der Vorschlag, dass die Formel-1-Piloten im Rahmenprogramm an einem Tourenwagenrennen mit Einheitsautos antreten sollten, setzte sich nicht durch.

Wie die Formel-1-Boliden in Zukunft wirklich aussehen werden, ist nach wie vor unklar. Zumindest hat man den Teams aber nun gewährt, bis 20. Juli dieses Jahres zusätzliche CFD-Kapazität zu nutzen, um Konzepte für die Saison 2017 zu entwickeln, die dann der FIA vorgelegt werden. Hauptaugenmerk soll darauf liegen, überholfreundliche Konzepte zu entwickeln, über die dann bei der kommenden Sitzung der Strategiegruppe im September diskutiert werden soll.

Ecclestone schlägt PS-Limit vor

Das Thema Kundenautos ist währenddessen vorerst vom Tisch und soll nur noch reaktiviert werden, sollte die Anzahl der Teams drastisch sinken. Dafür waren die Formel-1-Motoren ein heißes Thema: Während man Maßnahmen entwickelt hat, um den Sound über den Auspuff zu verbessern, wurde heftig darüber diskutiert, wie man das Leistungsspektrum angleichen kann.

Formel-1-Boss Ecclestone machte den radikalen Vorschlag, dass die Weiterentwicklung der Antriebseinheiten über die Leistung beschränkt werden könnte. Demnach wäre die Entwicklung eines Triebwerks eingefroren, wenn eine gewisse PS-Zahl erreicht wird, wodurch Mercedes und Ferrari von Renault und Honda früher oder später eingeholt werden würden.

Kein Wunder, dass sich Vertreter der Silberpfeile und aus Maranello "not amused" zeigten. Erfolgsversprechender ist währenddessen der Kompromissvorschlag, dass die Antriebseinheiten 2016 nicht wie derzeit vorgesehen am 28. Februar homologiert werden, sondern das Entwicklungsfenster wie dieses Jahr während der Saison über die Token-Regelung geöffnet wird.

Gridstrafen sollen schon 2015 vereinfacht werden

Einig ist man sich in Hinblick auf Gridstrafen, wenn Teams das erlaubte Motorenkontingent überschreiten. Bislang wurden die Piloten auch mit Zeitstrafen im Rennen belangt, wenn eine Rückversetzung um zehn Plätze in der Startaufstellung nicht ausreichte, was vor allem für die Zuschauer an der Rennstrecke teilweise schwer nachvollziehbar war. In Zukunft soll es allerdings keine weiteren Konsequenzen geben, wenn ein Pilot zum Beispiel wegen eines schwachen Qualifyings nicht die volle Gridstrafe wahrnehmen kann.

Eine Einführung soll rasch erfolgen. "Ich wüsste nicht, warum das nicht schon an diesem Wochenende eingeführt werden könnte", meint Horner. "Wir könnten ein Fax-Votum durchführen, und wenn nicht, dann im schlimmsten Fall vor Ungarn."

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