Teamchef: Sabine Kehm überzeugte Vettel von Ferrari

, 20.02.2015

Laut Maurizio Arrivabene überzeugte Michael Schumachers Managerin Sabine Kehm Sebastian Vettel vom Wechsel zu Ferrari

Ferrari nahm bei der Verpflichtung von Sebastian Vettel die Hilfe einer Vermittlerin in Anspruch. Wie Teamchef Maurizio Arrivabene am Freitag bei einer Pressekonferenz in Barcelona erklärte, überzeugte niemand geringeres als Sabine Kehm, die Managerin von Michael Schumacher, Vettel von einem Wechsel zu den Italienern.

"Als wir wussten, dass Fernando das Team auf jeden Fall verlassen wird, das war so um Sotschi herum, kam der Name Vettel ins Gespräch", so Arrivabene. Das Rennen in Russland fand allerdings eine Woche nach dem Grand Prix von Japan statt, wo Vettel bei Red Bull die Kündigung eingereicht hatte. Arrivabene war zu diesem Zeitpunkt noch nicht Teamchef von Ferrari, fädelte den Deal aber hinter den Kulissen ein.

"Die Situation war unklar, und daher habe ich ein Person angerufen, die ich gut kenne und von der ich wusste, dass sie Sebastian gut kennt. Es war Sabine Kehm. Sie hat dann Sebastian angerufen", so Arrivabene, der Kehm aus der Zeit Schumachers bei Ferrari kannte. Vettel seinerseits ist mit Schumacher befreundet.

Telefonat mit Kehm war entscheidend

"Sebastian hatte seine Zweifel. Er fragte sie: 'Wie ist Ferrari? Ich kenne das Team und ihre Arbeitsweise nicht.'", so Arrivabene weiter. Doch Kehm habe gute Überzeugungsarbeit geleistet. "Sabine hat dann die Atmosphäre beschrieben, die sie zu Michaels Zeit hier vorgefunden hat und gesagt, das es ein großartiges Team ist und wie eine Familie. Seb hat zugehört und sagte dann 'Okay.'"

Der Ferrari-Teamchef ist der Überzeugung, das dieses Gespräch zwischen Kehm und Vettel den Ausschlag für die Entscheidung des Deutschen für Ferrari gab. "Dieser Telefonanruf hat den Unterschied gemacht. Ohne ihn wäre Seb vielleicht nicht zu uns gekommen", sagt Arrivabene.

Durch diese Episode drängt sich der ohnehin schon allgegenwärtige Vergleich zwischen Vettel und Schumacher noch mehr auf. Selbst Vettel muss daher mittlerweile zugeben: "Der Vergleich liegt natürlich nahe, es gibt viele Gemeinsamkeiten", sagt er im Interview mit dem italienischen Fernsehsender 'RAI.'" Ich bin aber nicht hier, um in seine Fußstapfen zu treten. Idealerweise werde ich meine eigenen Fußstapfen hinterlassen. Es ist eine schwere Aufgabe, aber ich fühle mich sehr wohl und habe Hoffnung und Glaube daran, dass das gut funktionieren wird."

Schumacher-Epoche bei Ferrari war einmalig

Allerdings sei das, was Schumacher in seiner Zeit bei Ferrari geleistet habe, in der Geschichte der Formel 1 herausragend. Das werde einem erst jetzt so richtig bewusst, meint Vettel. "Was Michael zu seiner Zeit hier geschaffen hat, merkt man vielleicht jetzt erst mit vielen Jahren Verspätung. Das war etwas ganz Besonderes."

"Wenn man eine sehr erfolgreiche Epoche hat, ist man in dem Moment damit beschäftigt, erfolgreich zu sein. Denn Erfolg kommt ja nicht von Nichts, da steckt viel Arbeit dahinter. Jetzt mit Abstand merkt man, dass es eine einmalige Epoche war", sagt er. "Natürlich wer es schon, in Zukunft etwas ähnliches auf die Beine zu stellen."

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