Toro-Rosso-Teamchef: Formel-1-Fahrerfeld ist "fantastisch"

, 16.08.2016

Für Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost geht die Heroisierung ehemaliger Formel-1-Piloten zu weit: Der Österreicher bricht eine Lanze für die aktuelle Generation

Die Formel 1 ist in den zurückliegenden Jahren immer mehr von der Jugend erobert worden. Zunächst setzte Sebastian Vettel als Shootingstar aus dem Red-Bull-Umfeld neue Maßstäbe, nun ist es beispielsweise Max Verstappen, der als erst 18-Jähriger die Szene aufmischt und die etablierten Piloten unter Druck setzt. Dieser Trend gefällt nicht allen. Bei vielen Fans haben die Erinnerungen an die legendären Duelle der Vergangenheit mehr Wert als das aktuelle Geschehen.

"Es wird immer gesagt, dass es früher so große Persönlichkeiten gegeben hat - Piquet, Senna, Mansell, Prost. Ich frage mich immer, was da geredet wird", reagiert Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost auf das andauernde Schwelgen in Formel-1-Erinnerungen. "Damals wurde auch schon gesagt: Das waren noch Zeiten, als Rindt, Jackie Stewart und Jacky Ickx gefahren sind. Das waren noch echte Fahrer, jedes Jahr starben ein oder zwei von ihnen, die Formel 1 war viel gefährlicher."

"Heute haben wir Vettel, Hamilton, Räikkönen, Alonso und Button. Wir haben fünf Weltmeister, einige von ihnen holten sogar mehrere Titel. In fünf Jahren werden wir Verstappen, Sainz, Wehrlein, Vandoorne und Kwjat haben. Dann werden wir sagen: Das waren noch Zeiten mit Hamilton... Es ist immer die gleiche Geschichte", meint der erfahrene Österreicher, durch dessen Toro-Rosso-Schule schon viele Talente gegangen sind.

"Wir haben derzeit fantastische Fahrer in der Formel 1 - von der Klasse, von den Persönlichkeiten, vom Fahrstil", bricht Tost eine Lanze für die aktuelle Generation von Grand-Prix-Piloten. "Das einzige Problem ist, dass ein Motorenhersteller derzeit so weit vor den anderen ist, dass es keinen wirklichen Kampf gibt. Die Zutaten wären aber beisammen, weil wir fantastische Fahrer bei Mercedes und bei Red Bull haben. Wir haben zwei sehr gute Fahrer bei Ferrari. Und wir haben auch zwei fantastische Fahrer bei McLaren."

"Wenn die Antriebseinheiten auf einem ähnlichen Niveau wären, dann würden sie alle um die WM kämpfen. Und dann würden alle zuschauen. So aber ist das Rennen gelaufen, wenn die Mercedes-Fahrer die erste Runde ohne Unfall überstehen. Es ist langweilig", erklärt Tost. "Ich muss aber wirklich sagen, dass das Niveau der Fahrer derzeit außergewöhnlich hoch ist. Die Rennen sind schwierig, und es gibt kaum Unfälle. Das zeigt die Qualität."

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