Toto Wolff wundert sich: "Sehe den wahren Nico nicht oft"

, 23.10.2016

Der schillernde Superstar Lewis Hamilton und DIsziplinfanatiker Nico Rosberg stellen den Sportchef vor eine Herausforderung - Selbstkontrolle als Schutzschild

Mercedes-Sportchef Toto Wolff verfügt über die wohl ungleichste Fahrerpaarung in der aktuellen Formel 1: Während sein blitzlichtaffiner Weltmeister Lewis Hamilton mit seinen Äußerungen in sozialen Netzwerken und in der Presse teilweise über die Stränge schlägt, kommt sein Stallrivale scheinbar nicht aus seinem Schneckenhäuschen. "Ich sehe den echten Nico Rosberg nur selten. Und ich bezweifele, dass es da draußen irgendjemanden gibt, der das tut", sagt Wolff dem 'Telegraph'.

Für ihn gäbe es Momente, in denen er "hinter das Schutzschild" des Deutschen blicken könnte, so der Österreicher. Wann das passiert und was er zu sehen bekommt, lässt Wolff offen, erklärt aber, wohinter sich Rosberg versteckt. "Er trägt sein Herz nicht auf der Zunge, weil er so diszipliniert ist", meint er und staunt über so viel Kontrolle: "Nicos Selbstdisziplin ist in diesem Jahr auf neuem Niveau. Er würde nicht einmal einen negativen Zeitungsartikel lesen, weil es ihn ärgern könnte."

Rosberg versteckt alles, was Ablenkung sein könnte. Er will sich zu 100 Prozent auf seine Mission WM-Titel konzentrieren und den Erzrivalen im dritten Anlauf endlich bezwingen. Ganz anders Hamilton, der zwar zu neuer, innerer Ruhe gefunden hat, das Leben abseits der Formel 1 aber in vollen Zügen genießt. "Es ist eine interessante Erfahrung. Ich war nie in der Situation, einen weltweiten Superstar zu haben", staunt Toto Wolff. "Er ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich."

So außergewöhnlich, dass Hamilton jüngst in Suzuka bei der Pressekonferenz für Verärgerung bei Journalisten sorgte, die obligatorische Medienrunde boykottierte und mit einer Twitter-Nachricht bezüglich einer Teambeschwerde für Verwirrung sorgte. "Das gehört bei Lewis dazu", winkt Wolff ab und gibt sich nachsichtig: "Er hat die Situation falsch beurteilt, aber er wollte niemandem an den Karren fahren. Er hat das Herz am rechten Fleck." Hamilton sei ein Teamplayer durch und durch.

Nur in einer Situation nicht: Dass Hamilton Rosberg nach dem Qualifying zum Ungarn-Grand-Prix wegen Missachtens gelber Flaggen anschwärzte, ging Wolff gegen den Strich. Mercedes' Formel-1-Projekt sieht er wegen dieser Nebenkriegsschauplätze nicht gefährdet: "Es ist nur Schluckauf. In einigen Jahren werden wir zurückblicken und sagen: 'Weißt du noch, damals in Suzuka?' Wir unterschätzen den Druck, unter dem die Jungs stehen." Er erkenne kein schwerwiegendes Problem - solange Hamilton aus Fehlern lerne und sie nicht wiederhole.

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