Überholen (fast) unmöglich: Siegt Rosberg schon am Start?

, 26.09.2015

Rosberg und Hamilton einig: In Suzuka führt auch strategisch kein Weg vorbei, sondern in einen Teufelskreis - Mercedes sorgt intern für gläserne Piloten

Wenn am Sonntag beim Japan-Grand-Prix in Suzuka die Ampeln zu früher Morgenstunde in Europa die Rennaction 2015 live im Ticker! auf Grün springen, sollten die Formel-1-Fans genügend Kaffee intus haben, um alles mitzubekommen: Schließlich glauben sowohl Nico Rosberg als auch Lewis Hamilton, dass sich ihr Mercedes-Teamduell und damit aller Voraussicht nach auch der Rennsieg schon vor der ersten Kurve entscheiden könnte. Denn Überholen ist auf dem anspruchsvollen Kurs fast unmöglich.

Der Brite erklärt, warum trotz des DRS kaum ein Weg vorbei an einem annähernd gleichwertigen Konkurrenten führt: "Hier kann man nicht wirklich überholen, egal wie gut man ist. Man kommt einfach nicht nahe genug ran. Die Autos erlauben es nicht", klagt Hamilton und spricht von einem Teufelskreis, der mit dem Versuch, sich im Windschatten anzusaugen, beginnt. "Derjenige, der vorne ist, hat keine Luftverwirbelungen. Umso näher man aber heranfährt, desto größer wird der Nachteil."

Ergo ist damit zu rechnen, dass sich viele Piloten die Bemühungen sparen werden und lieber die Reifen schonen. Denn die Pneus leiden deutlich stärker, wenn ein Auto in der so genannten "Dirty Air" rutscht. Trotzdem glaubt Hamilton nicht, dass das Vorbeikommen mit taktischen Mitteln viel einfacher wäre: "Auch über die Strategie lässt sich nicht viel machen. Dann bildet sich noch ein ganzer, dem man hinterherfahren muss", befürchtet er. Rosberg pflichtet bei: "Sicherlich ist es sehr schwierig."

Mercedes erstellt vergleichende Analysen

Allerdings wird das dem Deutschen sehr genehm sein, hat er mit der Pole-Position alle Trümpfe in der Hand. In den vergangenen Jahren zeigten diverse Piloten aber immer wieder, dass es in Suzuka doch ein Vorbeikommen gibt. Die alten Videos lässt Hamilton dennoch im Schrank: "Ich brauche keine Inspiration anderer Fahrer", wiegelt der zweifache Weltmeister ab und wähnt sich im Duell der Silberpfeile in einer besonderen Situation: "Wir kämpfen um den WM-Titel und könnten nicht so risikoreich fahren. Und im Motorsport ist immer etwas anders - da kann man nichts kopieren", so Hamilton.

Er gelangt zu dem Schluss: "Ich würde nicht sagen, es sei unmöglich - aber wahnsinnig schwierig." Hinzu kommt, dass Hamilton mit einem formverbesserten Rosberg rechnet und sich nicht vorstellen kann, dass den Deutschen ein ähnliches Problem wie 2014 ereilt, als er ihn im Regen mit heftigem Übersteuern passieren lassen musste: "Nico hat vom vergangenen profitiert. Er wird Fehler, wegen denen er verloren hat, ausgemerzt haben." Grund dafür sind interne Regeln zur Gleichbehandlung bei Mercedes.

Am Ende eines jeden Rennens untersuchen die Ingenieure die Gründe für Leistungsdifferenzen der Piloten. Anschließend wird ein Dossier erstellt, das sowohl Hamilton als auch Rosberg zugänglich ist. "Egal, wer von uns gewinnt", fügt Hamilton an und wittert doch eine kleine Chance auf ein Überholmanöver. "Das macht es mehr zur Lotterie, wenn man verschiedene Linien fährt und näher kommt."

Rosberg, dem in Suzuka erst die zweite Pole-Position der laufenden Saison gelang, glaubt, dass er die halbe Miete bereits eingefahren hätte: "Das Qualifying ist immer wichtiger für mich und ich konzentriere mich darauf. Dann ist die Chance, das Rennen zu gewinnen einfach größer." Um etwas von dem 41-Punkte-Vorsprung in der WM-Gesamtwertung, den Hamilton genießt, abzuknabbern, will er dem drohenden Druck des Ex-Kumpels standhalten: "Ich habe kein Riesenproblem, ich will einfach nur gewinnen - und Schluss!"

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