Wieder Bestzeit: Sebastian Vettel erlebt rotes Ferrari-Wunder

, 02.02.2015

Der Ferrari-Star warnt, die Wiederauferstehung zu feiern und spricht von einer anderen Herangehensweise: "Jeder ist froh, dass das Auto noch an einem Stück ist"

Mit so viel Sebastian-Vettel-Effekt hätten wohl selbst die treuesten Ferrari-Fans und die kühnsten Optimisten nicht gerechnet: Bei den Testfahrten in Jerez gelang dem Heppenheimer am Montag die zweite Bestzeit in Serie. Klar, dass sein Grinsen breit ausfiel: "Es könnte schlechter laufen", erklärt Vettel nach 88 Umläufen. "Wir haben viele Runden abgespult, besonders heute. Mit dem Gefühl, dass das Auto vermittelt, bin ich zufrieden. Darauf können wir aufbauen. Ich bin glücklich mit dem, wo wir stehen."

Es drängt sich der Eindruck auf, dass Ferrari Platzhirsch Mercedes Paroli bieten kann, schließlich steigerte Vettel seine Rundenzeit von 1:22.620 Minuten am Sonntag auf 1:20.984 Minuten. Zu viel Euphorie schmeckt ihm vor dem Hintergrund der technischen Probleme bei den Silberpfeilen nicht: "Mercedes ist nicht so viel gefahren wie gestern und sie bleiben die Favoriten", erklärt Vettel und spricht lediglich von einem "guten" Auftakt. "Man darf das nicht falsch interpretieren und muss mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben."

Oder war alles nur ein großer Bluff der Italiener? Der Deutsche deutet das nicht an, seine Worte lassen sich aber in zahlreiche Richtungen interpretieren: "Es war kein Traumwinter", räumt Vettel ein und will das Jerez-Abschneiden in Relation zu der Herangehensweise der Konkurrenz setzen. "Es kommt darauf an, was die anderen machen. Ich denke, wir waren in Sachen Zielsetzung anders unterwegs als der Großteil." Er betont die Rolle vieler Fahrtkilometern und des Kennenlernens des neuen Dienstwagens.

Ferrari gibt sich "viel Mühe" mit Vettel

Die Arbeit im Simulator soll an die Jerez-Leistungen anschließen. "Es gibt viele Hausaufgaben", weiß Vettel. "Meine Gurte sitzen zum Beispiel noch nicht ganz richtig, aber solche Dinge gehen schnell. Da gibt es größere Aufgaben." Immerhin hat sein SF15-T die Jungfernfahrt unbeschadet überstanden, was Vettel aufatmen lässt: "Jeder ist froh, dass das Auto noch an einem Stück ist. Man will keinen Totalschaden riskieren und nimmt sich die Zeit, mehr abzuschrauben als nötig oder als man es an einem Rennwochenende tun würde."

Wen die Temperaturfühler anschlagen und den roten Bereich signalisieren, haben die Mechaniker ganz schnell das Werkzeug zur Hand: "Bei den Wintertest ist es ganz normal, dass man sich die Zeit nimmt, kurz anzuhalten und nachzusehen, wenn etwas heiß wird. Das schluckt Zeit", erklärt Vettel, den bei Ferrari keine Eingewöhnungsprobleme plagen. Hilfreich: Renningenieur Ricardo Adami kennt er noch aus seinen Zeiten bei Toro Rosso: "Wir kommen gut miteinander zurecht. Für uns beide ist es ein neuer Schritt."

Vettel erkennt Unterschiede zur Arbeit bei Red Bull, ist aber froh, dass es bei den Roten Italienisch für Anfänger gibt: "Jedes Team hat seine eigene Philosophie und daran muss man sich gewöhnen. Man gibt sich viel Mühe, mir alles zu erklären, sodass ich nicht nochmal und nochmal nachfragen muss."

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