Déjà-vu für Lancaster: Erneuter Sieg im Sprintrennen

, 07.07.2013

Hilmer-Pilot Jon Lancaster hält James Calado in Schach und gewinnt wie schon vor sieben Tagen in Silverstone das Sprintrennen - Fabio Leimer auf drei

Jon Lancaster (Hilmer) ist derzeit der Sprint-Spezialist der GP2. Nachdem er vor sieben Tagen in Silverstone seinen ersten GP2-Sieg gefeiert hatte, gelang ihm heute im Sprintrennen am Nürburgring gleich der zweite Erfolg. Den Grundstein dafür legte der Brite schon am Start. Von Position zwei aus schob er sich auf dem Weg zur ersten Kurve an Polesetter Tom Dillmann (Russian Time) vorbei und fuhr ab dann an der Spitze. Nur James Calado (ART) konnte das Tempo des Hilmer-Piloten mitgehen und wurde Zweiter, Fabio Leimer (Racing Engineering) durfte sich über einen dritten Platz freuen.

Lancaster und Calado fuhren im Sprintrennen in einer eigenen Liga, Leimer hatte im Ziel einen Rückstand von 25,7 Sekunden. Lancaster hatte sich in der Anfangsphase zunächst absetzen können, sein Vorsprung von drei Sekunden nach der dritten Runde wurde jedoch durch eine Safety-Car-Phase zunichte gemacht. Nach dem Neustart zog Lancaster das Tempo jedoch wieder an und fuhr dem Feld davon. Erst im letzten Renndrittel schloss Calado zum Lancaster auf, kam jedoch nicht in eine Position, die ihm einen Angriff ermöglicht hätte.

"Ich habe darauf gewartet, dass er einen Fehler macht, aber das war nicht der Fall. Jon ist stark gefahren", zollte Calado nach dem Rennen seinem Kollegen Lancaster Anerkennung. Der erklärte, dass das Rennen für ihn nicht so einfach war, wie es von außen den Anschein hatte: "Es war schwieriger als in Silverstone. James hat eine Menge Druck gemacht, es ging vor allem darum, konstant zu fahren und den Vorsprung zu verwalten", sagt Lancaster.

Kontrollierte Fahrt bringt Leimer aufs Podium

Leimer, der von Position sechs aus ins Rennen gestartet war, übernahm nach der Safety-Car-Phase die dritte Position und fuhr ab dann ein einsames Rennen. Das Tempo der Spitze konnte der Schweizer nicht mitgehen, nach hinten hatte er jedoch immer ein Polster und freute sich im Ziel über einen unerwarteten Podestplatz. "Ich musste auf den gebrauchten Reifen aus dem Hauptrennen starten und hatte daher nicht mit einem Podium gerechnet. Es gelang mir aber, die Reifen gut einzuteilen", erklärt Leimer.

Auf Platz vier fuhr der Tabellenzweite Felipe Nasr (Carlin), der sich im Gegensatz zum gestrigen Hauptrennen heute die Reifen besser einteilte. Der Brasilianer fuhr lange auf Position sechs, drehte dann aber in der Schlussphase auf. Fünf Runden vor Rennende fuhr Nasr an Sam Bird (Russian Time) vorbei auf Platz fünf. Anschließend überholte er auch den Viertplatzierten Marcus Ericsson (DAMS), der allerdings zu diesem Zeitpunkt mit stumpfen Waffen kämpfte. "Meine Reifen sind am Ende", beklagte sich der Schwede am Boxenfunk. In den letzten Runden wurde der Sieger des Hauptrennens noch bis auf Position 13 durchgereicht.

Starker Fünfter wurde Johnny Cecotto jun. (Arden), der auch zu den Piloten gehörte, die in der Schlussphase einige Positionen gutmachen konnten. Alexander Rossi (Caterham), Mitch Evans (Arden), Bird, Simon Trummer (Rapax) und Rene Binder (Lazarus) komplettierten die Top 10. Tabellenführer Stefano Coletti (Rapax) blieb als 20. heute ohne Punkte, nachdem er nach zwölf Runden zum Reifenwechsel die Box ansteuerte.

Tabellenführer Coletti bleibt ohne Punkte

In der zweiten Runde gerieten der Polesetter des Hauptrennens Stephane Richelmi (DAMS) und Daniel de Jong (MP) in Kurven zehn aneinander. Richelmi drehte sich, wobei der Motor seines Fahrzeugs ausging. Da Richelmis DAMS-Bolide mitten auf der Strecke stand, schickte die Rennleitung zur Absicherung der Bergungsarbeiten für zwei Runden das Safety-Car auf die Strecke. De Jong musste sein beschädigtes Auto an der Box abstellen.

Robin Frijns (Hilmer) erwischte von Startplatz drei aus einen schlechten Start und fiel einige Positionen zurück. In der neunten Runde wollte er verlorenen Boden wiedergutmachen, ging dabei aber übermotiviert zu Werke und fuhr in der Mercedes-Arena Sam Bird (Russian Time) ins Auto. Frijns drehte sich, fiel ans Ende des Feldes zurück und musste sein beschädigtes Auto kurz darauf an der Box abstellen.

Daniel Abt (ART) fiel nach schwachem Start von 21 aus auf die vorletzte Position zurück und konnte sich anschließend nicht in Szene setzen. Der Kemptener sah nach einem enttäuschenden Rennwochenende als 19. die Zielflagge. Kevin Ceccon (Trident) konnte nach seinem Startunfall im Hauptrennen, bei dem er sich überschlagen hatte, heute nicht zum Sprintrennen antreten.

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