Heute vor zwei Jahren: Lopez düpiert die WTCC-Elite

, 04.08.2015

Am 4. August 2013 begann mit einem Sieg beim Gaststart in Argentinien der kometenhafte Aufstieg von Jose-Maria Lopez in der WTCC

Was ursprünglich nur als Bonbon für die einheimischen Fans gedacht war, wurde zu einer der größten Erfolgsgeschichten in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft. Heute vor zwei Jahren, am 4. August 2013, gewann der argentinischer Gaststarter Jose-Maria Lopez für das deutsche Wiechers-Team das zweite Rennen in Termas de Rio Hondo. Es war die Geburtsstunde eines neuen WTCC-Stars, die der damalige Wiechers-Teammanager Dominik Greiner hautnah miterleben durfte.

"Ich kannte seinen Werdegang und hatte daher erwartet, dass er gut ist - aber nicht so gut", erinnert sich Greiner. In Argentinien war Lopez zwar schon ein gefeierter Tourenwagen-Star, doch darüber hinaus war der ehemalige Renault-Formel-1-Testfahrer in den Jahren zuvor vom Radar verschwunden - von dem geplanten Engagement beim letztlich geplatzten USF1-Projekt einmal abgesehen.

Bei Wiechers wusste man seinerzeit zwar um Lopez' Qualitäten als Tourenwagen-Fahrer und seine Streckenkenntnis in Termas de Rio Hondo, viel ausgerechnet hatte sich das Team für den Ausflug nach Argentinien aber dennoch nicht. "Der BMW, den wir damals eingesetzt haben, war nicht sonderlich konkurrenzfähig, daher hatten wir lediglich auf ein gutes Abschneiden in der Privatfahrerwertung gehofft, mehr nicht", sagt Greiner.

Lopez' Einstellung beeindruckt das Team

Doch Lopez, der in seiner Heimat Stammfahrer Fredy Barth ersetzte, übertraf die Erwartungen seines Teams. Im ersten Freien Training überraschte er mit Rang vier, und im zweiten Abschnitt des Qualifyings gelang ihm dann der erster Coup. Lopez fuhr auf Rang zehn, was in der umgekehrten Startaufstellung des zweiten Rennens die Pole-Position bedeutete.

Diese setzte Lopez im zweiten Lauf perfekt um, ließ der Konkurrenz keine Chance und fuhr nach elf Runden als Sieger über die Ziellinie. "Über seinen Sieg waren wir sehr glücklich. Es war wie ein Traum", sagt Greiner. Für Wiechers war es der dritte Sieg in der WTCC, der im übrigen bei der Siegerehrung zu einem Eklat führte. Denn zu Ehren des siegereichen Team erklang zwar das Deutschlandlied, jedoch mit dem Text der ersten Strophe, der seit der NS-Zeit verpönt ist.

Unabhängig von diesem Triumph hatte Lopez bei seinem Team durch seinen Einsatz und seine professionelle Einstellung nachhaltigen Eindruck hinterlassen. "Er hat mir noch spät in der Nacht Nachrichten mit seinen Eindrücken über das Auto und die Abstimmung geschickt", erinnert sich Teammanager Greiner. "Er hat sehr hart gearbeitet und blieb immer lange an der Strecke. So ist er noch heute.»

Vom Gaststarter zum Weltmeister

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt. Lopez wurde nach seinem Erfolg von Citroen zu einem Test eingeladen, überzeugte auch dort und wurde nach Yvan Muller und Sebastien Loeb als dritter Fahrer für den WTCC-Einstieg der Franzosen im Jahr 2014 verpflichtet. Und da ging das Lopez-Märchen weiter, denn nicht WTCC-Rekordchampion Muller oder Rallye-Legende Loeb, sondern der argentinische Neuling gewann für Citroen die WM - und ist in dieser Saison auf dem besten Weg zur Titelverteidigung.

Über diesen kometenhaften Aufstieg seines ehemaligen Schützlings, zu dem er auch heute noch ein freundschaftliches Verhältnis hat, freut sich auch Dominik Greiner. "Als ich hörte, dass er von Citroën verpflichtet wurde, habe ich mich sehr für ihn gefreut - und war auch stolz auf unser Team, das einen Werksfahrer hervorgebracht hatte", sagt er.

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