Jahr eins nach "Pechito": Vorschau auf die WTCC-Saison 2017

, 06.04.2017

Am Wochenende startet die Tourenwagen-Weltmeisterschaft in Marrakesch in ihre neue Saison, und Titelkandidaten gibt es wie Sand am Meer

An diesem Wochenende fällt im marokkanischen Marrakesch der Startschuss zur Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) 2017. Bei 20 Rennen kämpfen bis Anfang Dezember die Piloten um WM-Punkte und den Weltmeistertitel für Fahrer und Hersteller, die in den vergangenen drei Jahren von Jose-Maria Lopez und Citroen abonniert zu sein schienen. Doch der argentinische Dominator und der französische Hersteller haben die WTCC verlassen, und nun gibt es reichlich Kandidaten, die Titelambitionen anmelden.

"Wir wollen den WTCC-Titel für Fahrer und Hersteller gewinnen", stellt Honda-Werksfahrer Tiago Monteiro unmissverständlich klar. Nachdem der japanische Hersteller gegen Citroen dreimal das Nachsehen hatte, will man nun den ersten Titel seit 2013 einfahren und hat den Civic während der Winterpause weiter verbessert. "Vor einem Jahr habe ich gesagt, dass wir über den Winter den bis dahin größten Sprung in Sachen Performance gemacht haben. Zwölf Monate später haben wir aber noch größere Fortschritte gemacht. Wir haben die Aerodynamik verbessert, zudem ist der Motor besser fahrbar. Das sollte uns auf allen Strecken helfen."

Allerdings musste Honda während der Winterpause den Abgang von Rob Huff verkraften. Für ihn rückt der Japaner Ryo Michigami ins Team, doch hinter der Leistung des 44-jährigen WTCC-Neulings steht ein großes Fragezeichen. So wird die Last im Titelkampf wohl hauptsächlich auf den Schultern von Monteiro und Norbert Michelisz liegen - was gerade mit Blick auf die Herstellerwertung ein Nachteil sein kann.

Volvo rüstet auf, Huff greift mit Münnich an

Dort kommt es in dieser Saison zum Zweikampf von Honda und Volvo. Die Schweden haben über den Winter deutlich aufgerüstet und setzen in diesem Jahr drei S60 Polestar ein. Neben Thed Björk wurden Nick Catsburg und Nestor Girolami ins Team geholt, dazu mit Yvan Muller der WTCC-Rekordchampion als Berater und Entwicklungsfahrer verpflichtet. Mit dieser Truppe will Volvo schon ein Jahr früher als ursprünglich geplant den WM-Titel gewinnen. "Die Voraussetzungen waren noch nie so gut wie vor dieser Saison, und es war schon immer mein Traum, um den WM-Titel zu kämpfen", sagt Björk.

Doch diesen Traum hat der Schwede nicht alleine. "Ich möchte das Ding gewinnen", lautet die Kampfansage von Rob Huff. Der Weltmeister des Jahres 2012 hatte im Winter überraschend seine Trennung vom Honda-Werksteam bekanntgegeben und sich der deutschen Mannschaft Münnich Motorsport angeschlossen, die in dieser Saison anstelle des Chevrolet Cruze einen Citroen C-Elysee einsetzt.

Mit dem Weltmeisterauto der vergangenen drei Jahre will Huff in dieser Saison seinen zweiten Titel in der WTCC einfahren. "Ich glaube wir haben eine realistische Chance. Und wir haben im Gegensatz zu den Werksteams nichts zu verlieren", sagt er. Mit Bestzeiten beim Test in Monza unterstricht Huff seine Titelambitionen. Neben dem Briten dürften diese auch seine Markenkollegen Mehdi Bennani und Tom Chilton aus dem Team von Sebastien Loeb haben.

Drei neue Rennstrecken im Kalender

Nicht um den Titel, sondern um gute Einzelresultate werden die weiteren Privatiers im WTCC-Feld des Jahres 2017 kämpfen. Tom Coronel geht bei ROAL erneut mit dem Chevrolet Cruze an den Start, mit dem er 2016 zwei Rennen gewinnen konnte. Bei Campos will der Argentinier Esteban Guerrieri seine starke Vorstellung vom Gaststart in Termas de Rio Hondo bestätigen. Durch das Team RC Motorsport bleiben die Lada Vestas der auch nach dem Rückzug des Werksteams erhalten, am Steuer sitzt unter anderem Yann Ehrlacher, der Neffe von Yvan Muller.

Der WTCC-Rennkalender ist in diesem Jahr auf zehn Stationen geschrumpft und enthält im Vergleich zum vergangenen Jahr drei neue Strecken. Nach dem Saisonauftakt in Marrakesch geht die WTCC Ende April zum ersten Mal seit 2013 wieder in Monza an den Start. Im Mai folgt mit den Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife einer der Höhepunkte der Saison, die mit der Rückkehr auf den Stadtkurs von Macao und den Nachtrennen in Katar Ende November ihren Abschluss findet. Das Rennen in China wechselt von Schanghai nach Ningbo.

Auch das sportliche Reglement wurde in einigen Punkten angepasst. So werden die Hauptrennen 2017 (mit Ausnahme der Nürburgring-Nordschleife) zwei Runden länger als die Eröffnungsrennen sein, außerdem gibt es dort mehr WM-Punkte (nach dem Schema 30-23-19-16-13-10-7-4-2-1) zu gewinnen. Auch für den Sieg in MAC3 gibt es nun zwölf Zähler und damit zwei mehr als bisher. Beim Stadtrennen in Vila Real könnte zum ersten Mal im Rundstreckensport eine sogenannte Joker-Runde zur Anwendung kommen.

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