Audi A9 Prologue Piloted Driving: 687 PS und die Zukunft an Bord

, 07.01.2015


687 PS unter der Haube und 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beeindrucken. Dies aber weitaus mehr, wenn man weiß, was sich noch an Bord befindet. Der neue Audi A9 Prologue Piloted Driving Concept steckt voll progressiver Technik der Zukunft, die weit über die Lösungen pilotierten bzw. autonomen Fahrens hinausgehen. Im Innenraum ist zum Beispiel für ein radikal neues Bedienkonzept ohne Knöpfe die ganze Front der Instrumententafel als dreiteiliges Touch-Display mit zahlreichen innovativen Funktionen ausgeführt. Dazu demonstriert die Studie mit Laser-Matrix-Scheinwerfern und Umfeldsensorik, wie das Auto der Zukunft immer mehr zum Assistenten der Insassen wird.


Ausblick auf den künftigen Audi A9

Mit 5,10 Metern Länge, 1,95 Meter Breite, 1,39 Meter Höhe und einem Radstand von 2,94 Metern baut das große zweitürige Coupé der Luxus-Klasse etwas kürzer und flacher als ein Serien-A8 von heute. Ein in die Fahrzeugarchitektur integrierter Singleframe, der die vier Audi-Ringe trägt, dominiert die tiefe Frontpartie. Der Kühlergrill ist deutlich stärker in die Breite gezogen und tiefer platziert als bei den aktuellen Serienmodellen. Als breite, flache Keile geformt, enden die Scheinwerfer mit ihren Spitzen über dem Singleframe.

Mit den hochauflösenden Matrix-Laser-Scheinwerfern geht Audi in Design und Funktion einmal mehr neue Wege. Die Pupille des Scheinwerfers wird von einer Projektionslinse mit einem Laser als Lichtquelle gebildet. Sie erzeugt eine hochauflösende Matrix, welche die komplette Straße ausleuchtet. Unter diesem Element erweitern fünf Kunststofflinsen, die über ein Glasfaserbündel gespeist werden, das Fernlicht.

Die fließende Silhouette verdeutlicht in der Seitenansicht den vorwärts drängenden Charakter des Audi Prologue Piloted Driving Concept. Ausgewogene Proportionen betonen das vordere und das hintere Rad gleichermaßen. Die mächtigen 22-Zoll-Räder mit Reifen im Format 285/30 brachte Audi in weit herausgezogenen Radhäusern unter. Auch das Heck bricht mit den Konventionen und weckt Assoziationen mit der Seiten- und Heckansicht einer luxuriösen Yacht. Das Concept Car vereint dazu mit seiner separaten Heckklappe die praktischen Stärken einer Limousine mit den ästhetischen Vorzügen eines Coupés.


Die LED-Heckleuchten in 3D-Glas gestalteten die Macher ebenfalls neu. Das Schlusslicht läuft über die gesamte Breite des Autos und beleuchtet dabei den Rahmen der versenkt liegenden Glaskörper, während feine Linien inmitten der Leuchten zu schweben scheinen. Das Bremslicht liegt tief im Inneren der Leuchte - wenn es aktiv wird, kommt es optisch auf den Betrachter zu, um noch mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Starker Antrieb: 687 PS und dazu ein geringer Verbrauch

Das Hybrid-Antriebssystem des Audi Prologue Piloted Driving Concept sorgt mit einer Systemleistung von 505 kW/687 PS Leistung und 950 Nm Drehmoment für eine atemberaubende Dynamik. Der 4,0 Liter große V8-Biturbo-Benziner entwickelt 445 kW/605 PS und 700 Nm Drehmoment. Im Overboost-Betrieb, den der Fahrer für etwa 15 Sekunden abrufen kann, stehen zusätzliche 50 Nm bereit.

Die scheibenförmige E-Maschine integrierte Audi in die Achtstufen-e-Tiptronic. Das Automatikgetriebe leitet die Kräfte des Motors auf den permanenten quattro-Allradantrieb. Die elektrische Energie des Hybrid-Antriebssystems kommt aus einer Lithium-Ionen-Batterie im Heck, die eine rein elektrische Reichweite von rund fünf Kilometern ermöglicht.


So ausgerüstet, spurtet der Audi Prologue Piloted Driving Concept in nur 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der durchschnittliche Verbrauch beschränkt sich auf 7,9 Liter Benzin pro 100 Kilometer. Das entspricht einer CO2-Emission von 185 g/km. Bei dieser Power ein beachtlicher Wert.

Das Auto fährt selbst: So weit ist die Technik bei Audi

Als nächsten großen Schritt wird Audi noch in diesem Jahrzehnt seine neuen Technologien zum pilotierten Fahren einführen, die das Fahren in bestimmten Situationen übernehmen, wenn der Fahrer dies wünscht. In der Praxis erprobte Audi die neue Technologie bereits im realen Verkehr: So fuhr erst im Januar 2015 ein mit zahlreichen Serien- und seriennahen Sensoren ausgerüsteter Audi A7 in den USA bei über den Highway von Silicon Valley bis nach Las Vegas. Die Strecke: rund 900 Kilometer.

Das System kann den Fahrer auf Autobahnen bis in höhere Geschwindigkeitsbereiche entlasten, Spurwechsel und Überholvorgänge selbstständig durchführen, und ebenso selbsttätig beschleunigen und bremsen. Vor dem Ausscheren nach links oder - wie in den USA erlaubt - nach rechts gleicht das Fahrzeug das eigene Tempo an die Geschwindigkeit der Fahrzeuge im Umfeld an. Wenn die Berechnung ergibt, dass Distanz und Zeit genügen, nimmt es den Spurwechsel zügig vor.

Bei der Datenerfassung spielen ein neuartiger Laserscanner, eine hochauflösende 3D-Kamera, mehrere Videokameras, „unsichtbar“ montierte Ultraschallsensoren und ebenfalls versteckte Radarsensoren an Front und Heck zusammen. Das zentrale Steuergerät (zFAS) ist das Herzstück für pilotiertes Fahren: Der kompakte Zentralrechner kalkuliert aus den Signalen des Scanners, der Kameras und der Sensoren ein vollständiges Bild von der Fahrzeugumgebung. Für die generelle Orientierung dienen Navigationsdaten.

 

Wenn das System an seine Grenzen stößt, zum Beispiel in Stadtgebieten, fordert es den Fahrer aus Sicherheitsgründen auf, zwei Tasten am Multifunktionslenkrad zu drücken. Damit übernimmt der Fahrer erneut aktiv die Längs- und Querführung des Autos. Der Hinweis erfolgt rechtzeitig, bevor das Auto die entsprechende Zone erreicht.


Innenraum: Das radikal neue Bedienkonzept und der elektronische Butler

Beim Einsteigen empfängt das große Coupé seine Passagiere mit einem „elektronischen Butler“. Eine intelligente Software identifiziert den Nutzer anhand seines Smartphones oder der Smartwatch und stellt Sitze und Klimaanlage nach seinen Vorlieben ein. Auch bei Musik und Routenplanung macht das System Vorschläge, die sich an den Präferenzen des Kunden orientieren. Das Easy-Slot-System, eine Weiterentwicklung der Audi-Phone-Box, befindet sich verdeckt in der Konsole des Mitteltunnels und kann Smartphones mechanisch einziehen, sie mit dem Bord-Infotainment vernetzen und zugleich laden.

Das Cockpit der Zukunft kommt ganz ohne Schalter aus. Die Front der Instrumententafel führte Audi in voller Breite als Anzeigefläche aus und integrierte drei Touch-Displays. Mit dem Display links vom Lenkrad lassen sich die Funktionen für Licht und Assistenzsysteme steuern. Die rechte Fahrer-Bedieneinheit beinhaltet die Mediensteuerung.

Wer das sogenannte „Audi Virtual Cockpit Future“ betrachtet, blickt in die Zukunft des virtuellen Cockpits: Hochauflösende Displays und drei Spiegel erzeugen eine virtuelle Bühne mit drei Ebenen - ein faszinierender Anblick mit Tiefenwirkung. Durch diese Staffelung sind die Informationen für den Fahrer besser strukturiert und leichter zu erfassen. Je nach Fahrweise ändern sich im „Audi Virtual Cockpit Future“ die Inhalte und die Farben - bei sportlicher Gangart beispielsweise wechselt das Interface in den Sport-Modus, der Informationen wie Drehzahl, Temperaturen und Ladedruck prägnant hervorhebt.


Der Beifahrer hat ein vollflächig integriertes Widescreen-Display vor sich, mit dem er das Entertainment komfortabel zu bedienen vermag. Das System ermöglicht erstmals eine digitale Interaktion mit dem Fahrer, wobei die Bedienung mittels Gestensteuerung erfolgt. Eine kurze Wischbewegung vom Copiloten genügt - schon kann der Fahrer eine vorkonfigurierte Route ins „Audi Virtual Cockpit Future“ übernehmen.

Auf der Konsole des Mitteltunnels liegt ein viertes, flexibles Touch-Display für Klimatisierung, Schrifteingabe und weitere Fahrzeugeinstellungen, das im Wesentlichen aus einer hauchdünnen, biegsamen OLED-Folie besteht, also organischen Leuchtdioden (OLED = Organic Light Emitting Diodes) und damit extrem scharfe, kontrastreiche Bilder zeigt. Im Ruhezustand ist das Touch-Display flach und nahezu unsichtbar in die Konsole des Mitteltunnels integriert. Beim Start des Autos richtet sich das flexible Display auf. Seine Wölbung sorgt für einen konstanten Abstand zur Hand und dadurch für hervorragende Ergonomie. Das Handgelenk ruht bei der Bedienung auf dem niedrigen Wählhebel der Achtstufen-e-Tiptronic.

Audi Connect: Schnelles Internet und die Kommunikation mit der Uhr

Die Studie „Audi Prologue Piloted Driving“ verfügt ferner über das Connect-Portfolio. Dazu integrierten die Macher ein LTE-Modul, das Datenraten von bis zu 100 MBit/s im Downstream und 50 MBit/s im Upstream unterstützt und damit den Austausch großer Datenmengen ermöglicht. Die Nutzer können über ihre mobilen Endgeräte verschiedene Anwendungen gleichzeitig ausführen.


Das „Smartphone Interface“ holt „Apple Car Play“ und „Google Android Auto“ an Bord. Wird ein iOS- oder Android-Smartphone am USB-Port des Fahrzeugs angekoppelt, öffnet sich im „Audi Smartphone Interface“ die entsprechende Bedienoberfläche. Beide Anwendungen sind für die Nutzung im Auto maßgeschneidert.

Auch mit einer Smartwatch-App interagiert der Nutzer mit dem Audi Prologue Piloted Driving Concept, um beispielsweise das Auto zu öffnen, zu verriegeln und zu starten oder sogar auszuparken. Darüber hinaus kann der Fahrer jederzeit aktuelle Fahrzeuginformationen auf seiner Smartwatch ablesen und Einstellungen vornehmen. Zum Beispiel ist es möglich, dass sich der Fahrer den Weg zurück zu seinem Auto anzeigen lässt.

Für den Fahrer bringt „Audi Connect“ bereits heute maßgeschneiderte Internet-Dienste von Audi ins Auto, die von der Navigation mit Bildern von Google Earth und Google Street View über Online-Verkehrsinformationen bis zur Smartphone-App „Audi Music Stream“ für den Zugriff auf Internet-Radio und die große Titel-Auswahl von Napster. Nachrichten- und Info-Services runden das Angebot ab. Die Online-Dienste Facebook und Twitter integrierten die Macher fahrzeuggerecht ins Infotainment. Pandora, Spotify und WhatsApp sollen in Kürze folgen.

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