Lotus Exige Cup 260: Im Modelljahr 2010 noch mehr Leistung

, 07.10.2009

Der Lotus Exige Cup entwickelte sich zu einem Kultobjekt mit einer leidenschaftlichen Fan-Gemeinde; denn er bringt die Technik von der Rennstrecke auf die Straße. Der neueste, mit 260 PS ausgestattete Lotus Exige Cup 260 des Modelljahres 2010 erbt die 38 Kilogramm Gewichtseinsparung des letztjährigen Modells, vereint diese jedoch mit den umfangreichen Karosserie- und Aerodynamik-Verbesserungen aus dem neuen Exige. Das Ergebnis ist der bislang kompromissloseste und puristischste Exige aller Zeiten, der in nur 4,1 Sekunden auf Tempo 100 sprintet.


Eigentlich ist der in Deutschland zum empfohlenen Verkaufspreis von 62.1950 Euro erhältliche Lotus Exige Cup 260 mehr eine Rennmaschine, besitzt aber dennoch eine volle Straßenzulassung für Europa als auch die Schlüsselmärkte in Asien und Nordamerika - ein absolutes Muss für zahlreiche Rennserien, an denen ausschließlich straßenzugelassene Fahrzeuge teilnehmen können. Darüber hinaus ist der Lotus Exige Cup 260 für die Lotus Cup Europe Rennserie teilnahmeberechtigt.

Design: Markant und aggressiv im Sinne der Aerodynamik

Aerodynamik-Modifikationen, denen der Exige S bereits in diesem Jahr unterzogen wurde, kommen sowohl der Optik als auch dem Fahrverhalten zugute. Zum Facelift an der Front zählt ein größerer, kantigerer Lufteinlass, der die Luftmenge durch den Kühler erhöht, um den Wirkungsgrad des Motors zu verbessern. Außerdem optimieren zwei größere Lufteinlässe an beiden Seiten der Frontschürze den Luftstrom zu den zwei Ölkühlern.


Unterteilt werden die Lufteinlässe durch horizontal eingesetzte Leitstreben, wiederum aus leichtgewichtiger Carbonfaser, die den Luftstrom zu den Ölkühlern stabilisieren und die Kühlwirkung auf diese Weise weiter verbessern. Unterhalb der drei Lufteinlässe sitzt ein neuer Aerodynamik-Splitter. Ebenfalls aus leichtem Carbon gefertigt, erstreckt sich der Spoiler über die gesamte Frontpartie. Mit seinen nach oben gezogenen Seitenlippen leitet der Spoiler die anströmende Luft um die Vorderräder, um den Luftwiderstand zu senken.

Der leichtgewichtige, unlackierte Heckflügel aus Carbon stammt von der Sportwagen-Konzeptstudie Exige GT3, mit der Lotus im Jahr 2007 auf dem Genfer Autosalon für Furore sorgte. Im Unterschied zum Vorjahresmodell des Exige Cup 260 mit einer auf der Heckklappe montierten Variante, ist der neue Heckflügel allerdings 18,1 Zentimeter breiter, 4,6 Millimeter höher und findet seinen Platz 6,1 Zentimeter weiter hinten.

 

Die Befestigung des Heckspoilers erfolgt am Heckaufbau mittels Endplatten, was zur Steifigkeit der Gesamtstruktur beiträgt und ferner sicherstellt, dass ein möglichst großer Teil des Luftstroms den Heckflügel passiert. Dieses sorgfältige Strömungs-Management erhöht spürbar die Fahrstabilität, minimiert den Luftwiderstand und realisiert den beeindruckenden Abtriebswert von 42 Kilogramm bei 160 km/h.


Verwindungssteifheit am Heckchassis um 30 % verbessert

Um das Handling weiter zu optimieren, erhielt der Lotus Exige Cup 260, basierend auf der für den Rennwagen Exige GT3 entwickelten Ausführung, eine Weiterentwicklung des Heckdiffusors und des sogenannten Shear Panels. Auf diese Weise konnten die Briten die Seitensteifheit des hinteren Hilfsrahmens um 30 Prozent erhöhen. Heckdiffusor und Shear Panel verbinden den Hilfsrahmen mit dem Hauptchassis.

Die Seitensteifheit kommt zudem den Fahrern zugute, die an Rennveranstaltungen teilnehmen, wo sie profillose Slicks einsetzen, die ebenfalls am Lotus Exige Cup 260 aufgezogen werden können. Serienmäßig an Bord befinden sich nun die zweifach verstellbaren Öhlins-Stoßdämpfer, die eine noch stärkere Anpassung der Fahreigenschaften des Lotus Exige Cup 260 an die persönlichen Vorlieben des Fahrers oder die äußeren Bedingungen erlauben.


Antrieb: Durchzugsstarke Power mit geringem Gewicht

Der 1,8 Liter große Kompressor-Motor mit Ladeluftkühlung im Lotus Exige Cup 260 liefert eine maximale Leistung von 260 PS bei 8.000 U/min und ein Drehmoment von 236 Nm bei 6.000 U/min. Dieses beträchtliche Plus an Leistung und Drehmoment sorgt jetzt zusammen mit der variablen Nockenwellensteuerung VVTL-i dafür, dass die Leistung über den gesamten Drehzahlbereich bis zum Spitzenwert von 8.000 U/min - kurzzeitig sogar 2 Sekunden lang 8.500 U/min - sanft und gleichmäßig geliefert wird.

Die Ladeluft, also die vom Kompressor verdichtete Luft, wird durch einen Ladeluftkühler heruntergekühlt, bevor sie in den Motor geleitet wird. Für die Kühlung der Luft sorgt die vergrößerte Dachhutze aus leichtem Carbon, die nebenbei 4 Kilogramm Gewicht einspart.

Bei einem Gesamtgewicht von gerade einmal 890 Kilogramm, spurtet der Lotus Exige Cup 260 in nur 4,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und beendet seinen Vortrieb erst bei 245 km/h. Das Gesamtpaket lässt erahnen: Der Lotus Exige Cup 260 ist schnell auf den Geraden und attackiert jede Kurve mit rasiermesserscharfer Präzision.

 

Auch die Kraftstoffeffizienz lässt sich sehen: Im kombinierten Fahrzyklus nach EU-Norm begnügt sich der Lotus Exige Cup 260 mit 8,5 Litern auf 100 Kilometern, was einem CO2-Ausstoß von 199 g/km entspricht - eine Verbesserung zum Vorjahresmodell, das noch 9,1 l/100 km benötigte.


Für die Kraftübertragung an die Hinterräder sorgt ein knackiges, gewichtsoptimiertes 6-Gang-Getriebe. Ein Drehmoment-Sperrdifferenzial gehört zur Serienausstattung, lässt sich aber optional gegen eine Lamellenausführung tauschen. Ein Accusump (Motorölakkumulator) fungiert im Gesamtpaket als Reserve-Ölbehälter für extreme Rennsituationen, damit der Öldruck auch unter solchen Bedingungen konstant bleibt.

Die Stromversorgung übernimmt eine leichtgewichtige Motorsport-Batterie, die bemerkenswerte 5 Kilogramm Gewicht einspart und direkt hinter der Hinterachse sitzt. Auch hier zeigt sich, dass es bei der Gewichtsoptimierung nicht nur darauf ankommt, die Masse zu reduzieren, sondern die Masse dort zu minimieren, wo sie sich am stärksten auf Leistung und Handling auswirkt.


Für die Rennstrecke: Launch Control und Traction Control

Ursprünglich entwickelte Lotus den Launch Control und die Traction Control für das Rennprogramm des Exige GT3. Mit der Startautomatik kann der Fahrer festlegen, wie viele Umdrehungen bei einem normalen Start gewünscht sind. Ist die Grenze einprogrammiert, tritt der Fahrer das Gaspedal voll durch, lässt die Kupplung schlagartig kommen und wird von der Startlinie katapultiert. Derweil hält die Launch Control bis zur Geschwindigkeit von 10 km/h das Durchdrehen der Räder in Schach, bevor die Traktionskontrolle ihre Arbeit aufnimmt.

Genau wie bei der Startautomatik, hat der Fahrer die Möglichkeit, die Wirkungsstärke der Traktionskontrolle von seinem Sitz aus einzustellen und während der Fahrt auf die Eigenschaften spezieller Kurven anzupassen. Die Justierung erfolgt in mehr als 30 Stufen von einem optimalen 7-prozentigen Reifenschlupf bis zur vollständigen Deaktivierung. Im Anzeigefeld des neuen Instrumentenbords kann man zur Kontrolle ablesen, welche Traktionsstufe gerade eingestellt ist.

 

Bodenkontakt mit Leichtgewicht und Grip

Die neuen geschmiedeten Leichtmetallfelgen „Lotus Sport“ gelten als die leichtesten Erstausrüsterfelgen der Welt und wiegen gerade einmal 5,65 Kilogramm vorne bzw. 7,75 Kilogramm hinten. Diese ultraleichten Bauteile reduzieren die ungefederte Masse, so dass sich das Handling weiter verbessert, und sorgen ferner für eine Gewichtseinsparung von rund 800 Gramm im Vergleich zu den ohnehin schon superleichten Schmiedefelgen des Exige Cup 260 aus dem Modelljahr 2009.


An der Vorderachse bestückt Lotus den Exige Cup 260 mit 6,5 x 16 Zoll großen Felgen und Gummis im Format 195/50, während hinten Pendants in 8,0 x 17 Zoll und 225/45er-Reifen zum Einsatz kommen. In den Rädern verbirgt sich eine Hochleistungsbremsanlage mit gelochten, innenbelüfteten Scheiben mit einem Durchmesser von 308 Millimetern vorne und 282 Millimeter messenden Scheiben hinten. Die Edelstahl-Bremsleitungen führen zum bewährten, auf Rennstrecken abgestimmten, servogestützten Vierkreis-ABS-System von Lotus.

Sicherheitsausrüstung wie in einem Rennwagen

Der Lotus Exige Cup 260 bietet die in einem Rennwagen zu erwartende Sicherheitsausrüstung. Hierzu zählen FIA- und HANS-konforme Sportsitze aus leichter Carbonfaser. Die Sitze erfüllen nur die FIA-Anforderungen, wenn starre Sitzschienen verwendet werden, die als werkstattseitig montierte Rennausstattung erhältlich sind. Darüber hinaus gibt es Dreipunkt-Hosenträgergurte, optional Vier- oder Sechspunktgurte für Fahrer und Beifahrer, die nur für die Rennstrecke bestimmt sind.


Der hochbelastbare Stahl-Überrollbügel ist jetzt serienmäßig mit einem Dreiecksrahmen in Fahrzeuglackierung ausgestattet, während am Chassis bereits alle notwendigen Bohrungen zur Montage eines vollständigen vorderen Überrollkäfigs vorbereitet sind. Komplettiert wird die Sicherheitszusatzausrüstung durch einen FIA-zertifizierten elektronischen Zündungs-Not-Aus-Schalter, vom Cockpit und von außen zu aktivieren, sowie ein ebenfalls von der FIA zugelassenes, fest installiertes und elektrisch betätigtes Feuerlöschsystem, das gleichfalls vom Fahrer und von außen betätigt werden kann.

Puristisch ist das Interieur. Auf Kundenwunsch sind allerdings Zusatzoptionen wie eine Klimaanlage und ein Cockpit-Schalldämmpaket erhältlich.

4 Kommentare > Kommentar schreiben

07.10.2009

Lotus hat sich mal wieder selbst übertroffen. Was für eine Maschine, Rennwagen pur! Sehr fein !:applaus:

07.10.2009

Dem kann ich nichts mehr hinzufügen. Wirklich sehr gute gewohnte und souveräne Leistung. :applaus:

08.10.2009

Heißes Teil. Rennsport pur

08.10.2009

That's Racing :applaus::applaus::applaus: Lotus


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