Massig Platz selbst auf den Rücksitzen, ein Kofferraum größer als der eines Mercedes-Benz E-Klasse T-Modells (Kombi) und Premium-Features, die bis zur selbstreinigenden Heckkamera und zum „Around View Monitor“ für eine 360-Grad-Rundumsicht auf dem Display im Cockpit reichen - das klingt fast nach einem Auto der Luxus-Klasse. Doch Nissan schaffte es, diese Attribute in einem Minivan zum erschwinglichen Preis zu realisieren: dem Nissan Note der 2. Generation. Wir testeten den neuen Nissan Note 1.5 dCi, der einige Überraschungen bereit hielt, die insbesondere Familien glücklich machen dürften.
Nissan lässt clever Taten sprechen, um junge Familien vom neuen Note zu überzeugen. Dazu warfen die Designer den Nissan Note in ein dynamisches Gewand, um sich vom biederen Minivan-Image abzusetzen. Statt eines langweiligen Kastens, setzt Nissan auf fließende Linien. Für die Europa-Ausgabe entwarf Nissan sogar eine eigenständige Frontpartie, an der Scheinwerfer und Kühlergrill markant ineinandergreifen und für einen entschlossenen Auftritt sorgen.
Langeweile ade: Mit seiner nach hinten abfallenden Dachlinie, der schwungvollen, nach hinten spitz zulaufenden Fensterlinie und den ausgestellten Radhäusern unterstreicht der neue Note seinen Anspruch, für Frische im Segment zu sorgen. Für eine unverwechselbare Heckansicht sorgen die herumgezogenen Rückleuchten. Viel Charakter bei kompakten Maßen: Der Nissan Note ist nur 4,100 Meter lang, 1,695 Meter breit und 1,535 Meter hoch - da fährt die ganze Familie in die kleine Parklücke rein.
Raumwunder: Der Minivan übertrifft den großen Lademeister
So kompakt der Nissan Note von außen erscheint, besitzt der Minivan dank des langen Radstandes von 2,600 Metern ungeahnte Platzverhältnisse im Innenraum. Nach dem bequemen Einstieg eröffnen sich nicht nur auf den Vordersitzen großzügige Platzverhältnisse, sondern selbst für 1,90 Meter große Menschen im Fond - die große Beinfreiheit von 64 Zentimetern auf den Rücksitzen stellt sogar einige Fahrzeuge der oberen Mitteklasse in den Schatten. Weiterer Vorteil: Die fast im rechten Winkel sich öffnenden Hintertüren ermöglichen einen besonders bequemen Einstieg, aber auch das mühelosere Befestigen des Kindersitzes und ein deutlich einfacheres Anschnallen von Kindern.
Der Nissan Note legt sogar weiter nach: Wer Kinder hat, weiß, wie viel Gepäck anfallen kann, wenn beispielsweise die Reise in den Urlaub ansteht. Im normalen Fall bietet der Kofferraum ein Ladevolumen von 325 Litern. Mit dem in der Ausstattungsversion „Tekna“ serienmäßig enthaltenen „Family-Paket“ (in der Ausstattungslinie „Acenta“ 500 Euro Aufpreis) ist es möglich, die Rücksitzbank um 16 Zentimeter nach vorne zu verschieben. Für den Nachwuchs gibt es dann noch immer genug Platz hinten, doch das Ladevolumen steigt auf 411 Liter.
Wird die Rücksitzbank umgelegt, entstehen eine nahezu ebene Ladefläche und ein Ladevolumen von 2.012 Litern - und das in einem Minivan. Da kann selbst das als Lademeister bekannte Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell (Kombi) mit 1.950 Litern nicht mithalten. Wie groß das ist, sollen weitere Vergleiche zeigen: Der VW Golf Variant (Kombi) kommt auf 605 Liter und mit umgeklappten Rücksitzen auf 1.620 Liter. Ebenfalls eine verschiebbare Rücksitzbank bietet der in Kürze auf dem Markt kommende VW Golf Sportsvan der höheren Kompaktklasse mit 500 bzw. 590 Litern Gepäckraumvolumen und maximal lediglich 1.520 Liter.
Als praktisch erweisen sich beim Nissan Note ebenso die breite Kofferraumöffnung und die niedrige Ladekante, die ein komfortables Be- und Entladen ermöglichen. Aufgrund der nahezu senkrechten Heckpartie lässt sich das Fahrzeug gut bis zum Dach beladen. Als weiteres nützliches Detail des „Family-Paketes“ erweist sich das Trennboard, mit dem sich ein zweistöckiger Kofferraum oder eine vertikale Verstaumöglichkeit herstellen lässt. Letztere verhindert bei Bedarf ein Verrutschen des Ladegutes.
Unter dem Ladeboden befindet sich eine 30 Liter große Plastikwanne, die bei Bedarf verschmutzte Gegenstände aufnimmt, wie zum Beispiel nach der Wanderung im Wald die Schuhe oder die Gummistiefel der Kinder. Zahlreiche Ablagen und Fächer im Innenraum, darunter ein zweistöckiges Handschuhfach für größere Gegenstände samt USB- und AUX-in-Anschlüsse für Smartphone und mobile MP3-Player sowie Flaschenhalter in den Türen vorne wie auch hinten, bringen viele Kleinigkeiten unter.
Noch weniger Durst: Der Diesel ist richtig sparsam
Auf dem Fahrersitz Platz genommen, soll sich der Nissan Note 1.5 dCi auf der Straße beweisen. Der überarbeitete 1,5 Liter große Turbo-Diesel unseres Testwagens leistet 90 PS bei 4.000 U/min und ein maximales Drehmoment von 200 Nm, das bereits ab 2.000 Touren anliegt. Nissan senkte den Durst des 1,5 Liter großen Vierzylinder-Turbodiesels nach eigenen Angaben um 12 Prozent auf durchschnittlich nur noch 3,6 Liter pro 100 Kilometer. Für den Spurt von 0 auf Tempo 100 vergehen 11,9 Sekunden, während die Höchstgeschwindigkeit erst bei 179 km/h endet.
In der Tat lässt sich der mit einem Start-Stopp-System ausgerüstete Nissan Note sparsam fahren. Wir erreichen locker einen Durchschnittsverbrauch von nur 4,5 Litern Diesel auf 100 Kilometern. Dabei unterstützt den Fahrer im „Eco“-Modus serienmäßig im zentralen Display des Tachometers ein sogenanntes „Eco-Pedal“, das in Form einer halbkreisförmigen Balkengraphik in Echtzeit anzeigt, wie kraftstoffsparend (oder nicht) der Gasfuß gerade am Werke ist.
Oberhalb der Tachometer-Skala ordnete Nissan ferner eine Reihe von fünf grünen LEDs an: Leuchten alle Dioden des sogenannten „Eco Drive Indicators“ auf, ist der Note-Lenker als Sparweltmeister unterwegs, drei aktive LEDs weisen ihn als durchschnittlichen, ein einsam glühendes Lämpchen dagegen als mangelhaften Ökonomen aus.
Dank des früh anliegenden maximalen Drehmomentes bietet der Diesel bereits von unten heraus einen guten Durchzug, der bis in höhere Drehzahlbereiche hält. Dabei zeigt sich der Turbodiesel angenehm geräuscharm. Die Kraftübertragung an die Hinterräder erfolgt über ein leichtgängiges, präzises 5-Gang-Schaltgetriebe. Extra für Europa stimmte Nissan darüber hinaus das Fahrwerk neu ab. Typische Bodenunebenheiten schluckt der Note souverän und unterstreicht damit seinen Langstreckenkomfort.
Die meisten Familien werden wahrscheinlich das sparsame Gleiten mit dem Note bevorzugen. Sollte es einen Familienvater bei einer Solo-Fahrt plötzlich überkommen: Bauartbedingt ist der Nissan Note sicherlich kein Kurvenräuber. Der Grenzbereich in Kurven kündigt sich mit einem Untersteuern früh und beherrschbar an. Die Elektronik greift darüber hinaus mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP schnell ein, so dass sich der Nissan Note sicher und stabil fahren lässt. Die Lenkung könnte allerdings etwas mehr Rückmeldung bieten. Neben ESP bietet der Note bereits ab der Basis-Variante serienmäßig außerdem das Antiblockiersystem (ABS) mit einer elektronischen Bremskraftverteilung und einen Bremsassistenten.
Ebenfalls fahren konnten wir bereits den 1.2 DIG-S-Benziner mit 98 PS. Der mit einem Kompressor kombinierte Dreizylinder lässt sich ebenfalls sparsam bewegen (Nissan gibt einen Durchschnittsverbrauch von 3,7 l/100 km an), jedoch fühlt sich der Benziner deutlich schlapper an. Späte Kraftentfaltung: das maximale Drehmoment von 147 Nm liegt erst bei 4.400 U/min an und die 98 PS erst bei 5.600 Touren.
Jetzt werden die alltäglichen Wege noch angenehmer
Beim Fahren lassen sich die neu und formschön gestalteten Instrumente klar ablesen, während das Multifunktions-Lederlenkrad gut in der Hand liegt. Letzteres lässt sich leider nur in der Höhe und nicht in der Länge verstellen. Die Eingewöhnungszeit zum Bedienen der Instrumente fällt erfreulich gering aus. Die Sitze sind bequem und tragen ebenso zum Komfort bei wie die Klimaautomatik. Akzente setzen die in glänzendem Schwarz gehaltene Mittelkonsole und die runde Bedienung der Klimaanlage und Lüftung.
Bei den Technologien rüstete Nissan den neuen Note mit „Nissan Connect“ auf (Serie in der hohen Ausstattungsstufe „Tekna“, bei „Acenta“ 550 Euro Aufpreis), einem vollständig integrierten Navigations-, Kommunikations- und Audio-Entertainment-System mit einem gut sichtbar positionierten, farbigen 5,8 Zoll großen Touchscreen-Display. So lassen sich beispielsweise Smartphones und USB-Sticks zum Abspielen gespeicherter Songs auf dem Audiosystem des Autos verbinden. Telefonate erfolgen bei „Nissan Connect“ wiederum über die integrierte Freisprecheinrichtung.
Ganz neu: Mit der Google-App „Send-to-Car", die sich mit Hilfe eines über Bluetooth verbundenen Smartphones nutzen lässt, ist es möglich, bereits vor Antritt der Fahrt und von außerhalb die Reiseroute zu bestimmen und sich via Google Maps und Internet ins Auto zu überspielen. Über einen Link zur Google Datenbank POI (Points of Interest) kann man sich ferner Informationen zu Wetter, Flugzeiten oder Benzinpreisen einholen.
Konkurrenzlos: Der besitzt sogar einen 360-Grad-Sicherheitsschild
Echte Luxus-Einparkhilfe: Erstmals im B-Segment überhaupt erhältlich ist im neuen Nissan Note ein „Around View Monitor“, der ohne Aufpreis in der hohen „Tekna“-Ausstattung enthalten ist. Das System stützt sich auf vier rund um das Auto verteilte Mikrokameras, die eine 360-Grad-Rundumsicht auf das Display des Navigationsgerätes projizieren. Die Helikopterperspektive hilft dem Fahrer bei der exakten Bestimmung der Fahrzeugposition im unmittelbaren Umfeld, wodurch das Einparken selbst in kleine Lücken für ungeübte Fahrer zum Kinderspiel wird.
Ebenfalls serienmäßig beim Nissan Note Tekna: der „Nissan Safety Shield“. Dabei handelt es sich um ein Sicherheitsnetz aus „Blind Spot Warning“ (Tote-Winkel-Assistent ab 30 km/h aktiv), „Lane Departure Warning“ (Spurhalte-Assistent ab 70 km/h aktiv) und einem System zur Erkennung beweglicher Objekte (Moving Object Detection), wie zum Beispiel spielende Kinder im Bereich hinter dem Fahrzeug.
Anders als die bekannten Einparksensoren erkennt das System „Moving Object Detection“ nicht nur Objekte im direkten Pfad des Fahrzeuges: Die auf der Heckklappe angebrachte Weitwinkel-Kamera scannt mit ihrer konvexen Linse einen Bereich von 180 Grad. Beim Nissan Note Acenta kostet das „Technology-Paket“ aus dem Infotainment-System „Nissan Connect“, „Around View Monitor“ und „Nissan Saftey Shield“ nur 1.200 Euro Aufpreis.
Waschen und blasen für die Sicherheit
Die Kamera ist nur klein, aber von zentraler Bedeutung für den reibungslosen Betrieb der neuen Sicherheitssysteme. Die Besonderheit: Die Kamera verfügt über eine automatische Selbstreinigung, um bei allen Witterungsbedingungen eine zuverlässige Funktion sicherzustellen. Dank einer integrierten Wasch- und Trockenblas-Funktion liefert die Kamera bei jedem Wetter scharfe Bilder. Das Kamerabild wird vor jedem Einsatz analysiert und auf mögliche Verschmutzung hin gescannt. Ist die Sicht getrübt, reinigt ein Wasserstrahl das Objektiv und trocknet es anschließend mit komprimierter Luft.
Fazit:
Es ist fast unglaublich, dass ein Minivan durch solch ein riesiges Raumangebot besticht. Nicht nur vorne, selbst auf den Rücksitzen finden großgewachsene Personen bequeme Platzverhältnisse vor. Ebenso erfreulich sind der sparsame Verbrauch des Turbo-Diesels 1.5 dCi, die umfangreiche Serienausstattung und die neuen Assistenzsysteme zum erschwinglichen Preis. Wer für die Familie einen Kleinwagen oder einen City-SUV in Betracht zieht, sollte den neuen Nissan Note als Alternative nicht außer Acht lassen.
Bereits ab 13.990 Euro bekommen Familien mit dem neuen Nissan Note einen frisch gestylten Minivan. Die Basisvariante „Visia“ lässt sich jedoch nicht mit den optionalen Assistenzsystemen ausstatten; das ist erst in der mittleren „Acenta“-Linie möglich, die ab 15.990 Euro in der Preisliste steht. Nissan geht davon aus, dass sich ca. 75 Prozent der Käufer für die „Acenta“-Ausstattung entscheiden. Das geballte Hightech-Paket und nahezu alle Ausstattungsmöglichkeiten sind bei der Top-Linie „Tekna“ inklusive, die es bei diesem Umfang ab attraktiven 19.590 Euro gibt.
Technische Daten Nissan Note 1.5 dCi Tekna:
Antriebsart: Frontantrieb | Hubraum: 1.461 cm³ | Leistung: 66 kW/90 PS | Drehmoment: 200 Nm bei 2.000 U/min | Vmax: 179 km/h | Beschleunigung 0-100 km/h: 11,9 Sekunden | Durchschnittsverbrauch: 3,6 l/100 km | CO2-Emission: 92 g/km | Preis: 20.590 EUR

























