Porsche Macan Turbo Performance Test: Der Gipfel des Wahnsinns

, 15.01.2017


Zu den wahnsinnigsten Kompakt-SUV gehört der Porsche Macan Turbo mit seinen 400 PS. Doch das reichte Porsche nicht und legt jetzt mit dem neuen Performance-Paket noch einmal kräftig nach. Deutlich mehr Power, noch schneller und noch mehr Gänsehaut. Dazu gibt es nur dem Performance-Paket vorenthaltene Features und eine umfangreiche Serienausstattung. Was er drauf hat und ob sich der Aufpreis gegenüber dem herkömmlichen Macan Turbo lohnt, soll dieser Porsche Macan Turbo Test zeigen.

Am Design des Porsche Macan Turbo mit Performance-Paket nahmen die Macher keine Änderungen vor - nicht einmal ein Badge weist auf die neue Top-Version hin. Aber das braucht er auch nicht: Die Front ist breit und kräftig gestaltet, während die großen Lufteinlässe der Frontschürze nur darauf warten, das Leben zu inhalieren. Jeder Muskel scheint wie bei einem angriffslustigen Raubtier unter Spannung zu stehen. Ein durchtrainierter Körper sollte auch in der Rückansicht überzeugen. Der Macan Turbo besticht durch breite Schultern über den Hinterrädern, einen stylischen Heckdiffusor und einen markanten Dachkantenspoiler. Weitere Akzente setzen die schmalen, dreidimensional ausgeformten LED-Rückleuchten.

Antrieb: Noch mehr Power und noch mehr Gänsehaut

Ein Druck auf das Gaspedal - und der Porsche Macan Turbo Performance ist auf Asphalt schnell, verdammt schnell. Kein Wunder: Mächtige 440 PS bei 6.000 U/min stellt der 3,6 Liter große V6-Biturbo-Motor des Porsche Macan Turbo Performance nach der Leistungskur bereit. Das sind 40 PS mehr als beim Porsche Macan Turbo.

Der Spurt von 0 auf 100 km/h gelingt mit dem schnell und sehr weich schaltenden 7-Gang-PDK (Doppelkupplungsgetriebe) in nur 4,4 Sekunden und damit 0,4 Sekunden schneller als beim herkömmlichen Macan Turbo. Besitzt der „normale“ Macan Turbo das „Sport Chrono Paket“, ist die Performance-Version noch immer 0,2 Sekunden schneller auf Tempo 100. Beim Durchzug von 80 auf 120 km/h benötigt der Porsche Macan Turbo Performance nur 2,9 Sekunden und der herkömmliche Turbo bereits 3,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit des Performance-Modells liegt bei 272 km/h (plus 6 km/h).

Das maximale Drehmoment erreicht 600 Nm (plus 50 Nm) und steht in einem weiten Band zwischen 1.500 und 4.500 U/min zur Verfügung. Daraus resultieren im Porsche Macan Turbo Performance Test ein unglaublich imposantes Ansprechverhalten und ein fetter Durchzug in jedem Geschwindigkeitsbereich. Dazu unterstreicht die serienmäßige Sportabgasanlage jeden Druck auf das Gaspedal mit einer Sinfonie, bei der Autoenthusiasten die Haare zu Berge stehen - insbesondere mit geöffneten Klappen.

Mit der Leistungssteigerung gab sich Porsche allerdings nicht zufrieden und verpasste dem Performance-Paket außerdem ein adaptives Sportfahrwerk mit einer Tieferlegung der Karosserie um 15 Millimeter und eine komplett neu entwickelte, größere Bremsanlage, die bei Bedarf richtig kräftig zupackt und sich bestens dosieren lässt. An der Vorderachse verzögern genutete Bremsscheiben mit 390 Millimetern Durchmesser - und damit 30 Millimeter mehr als beim Macan Turbo ohne Leistungssteigerung. Die Scheiben werden von rot lackierten 6-Kolben-Bremssätteln in die Zange genommen. Hinten sind es 356 Millimeter große Scheiben.

Das sind GTS-Gene: Der kann jetzt richtig Kurven

Kein anderer Macan macht dem „Turbo“ etwas bei der Längsbeschleunigung vor - und bislang stellte der Macan GTS bislang den agilsten Vertreter der SUV-Baureihe in Kurvenrevieren dar. Aber Porsche schaffte es, den Macan Turbo durch das Performance-Paket quasi in einen Macan Turbo GTS zu verwandeln.

Über den „Komfort“-Modus des adaptiven Dämpfersystems geht es der Porsche Macan Turbo Performance im Fahrbericht lässig an und bügelt Straßenunebenheiten glatt. Doch ein Druck auf die Taste für den „Sport“- oder den „Sport Plus“-Modus - und der SUV zeigt seine wilde Seite. Das Ansprechverhalten wird geschärft, die Lenkung erhält mehr Gewichtung und die Dämpfer werden deutlich straffer. Um die fahrdynamische Performance noch besser zu erfahren, gibt es einen höheren Schlupf an den Antriebsrädern. Dabei bietet der „Sport“-Modus nach wie vor einen angenehmen Restkomfort. Dazu schaltet das Doppelkupplungsgetriebe noch später hoch und früher runter und der Macan lenkt noch direkter ein. Wirklich hart und noch bissiger wird es mit dem „Sport Plus“-Modus.

Der Macan Turbo Performance lässt sich auf Asphalt deutlich besser in Kurven werfen. Die Lenkung erweist sich als sehr direkt, zielgenau und bietet ein tolles Feedback. Mehr noch: Die Pirelli-Reifen sorgen für einen Hammer-Grip. Dazu kommt der sportlich ausgelegte Allradantrieb, bei dem im Normalfall 100 Prozent der Antriebskräfte hinten anliegen. Drehen jedoch die Hinterräder durch, kann das System blitzschnell mehr Antriebskraft nach vorne leiten - und zwar so, dass eine optimale Seitenführung gegeben ist.

Eine elektronisch geregelte Hinterachs-Quersperre verteilt darüber hinaus vollvariabel die Antriebsmomente: Bei dynamischer Fahrweise wird mit dem Einschlagen der Lenkung das kurveninnere Hinterrad leicht abgebremst. Dadurch besitzt das kurvenäußere Hinterrad eine höhere Antriebskraft und ermöglicht einen zusätzlichen Drehimpuls in die eingeschlagene Richtung. Folge: Der SUV lenkt noch dynamischer in Kurven ein und beschleunigt noch besser aus Kurven heraus.

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