Porsche Taycan Turbo S Test: Das ist die echte Reichweite

, 15.10.2019


761 PS und nur 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h: Diese Zahlen begeistern jeden Fan von schnellen Autos und stammen in diesem Fall vom neuen Porsche Taycan Turbo S, einem Elektroauto. Mehr noch: Die realistische Reichweite soll rund 400 Kilometer betragen und das Aufladen nur wenige Minuten dauern. Das alles klingt ziemlich vielversprechend. Doch wer sich einen Porsche kauft, erwartet auch im Falle eines Elektroautos kompromisslosen, schnellen Fahrspaß ohne Reichweiteneinbruch. Wie hoch die tatsächliche Reichweite ist, was der Taycan dem Tesla Model S voraus hat und ob dieses vollelektrische Auto für lange Strecken geeignet ist, zeigt der Porsche Taycan Test.

Es schaffen nicht viele Autos, den Passanten die Köpfe so zu verdrehen wie der Porsche Taycan. Auf den Straßen drehen sich die Menschen um, Kinder winken einem freudig zu und an Ampeln werden die Smartphones gezückt, um den Taycan zu fotografieren und zu filmen. Kein Wunder: Das Design des Porsche Taycan zieht einfach jeden in seinen Bann. Breit und flach liegt der Taycan auf der Straße. Die weit nach unten gezogene Front, stark gewölbte Kotflügel und markante LED-Matrix-Scheinwerfer setzen zusätzliche Akzente. Das markentypische Vierpunkt-Tagfahrlicht fällt dabei so flach und breit aus wie bei keinem anderen Porsche.

Die nach hinten stark abfallende Dachlinie und die ausgeprägten Schultern, die das breite, muskulöse Heck betonen, wissen ebenfalls die Blicke auf sich zu ziehen. Über die volle Breite des Hecks zieht sich zudem ein schmales, von innen beleuchtetes Band, in dem der Porsche-Schriftzug aus dreidimensional geformten Glasbuchstaben sitzt. Weit unten platzierten die Macher einen Heckdiffusor. Den satten Auftritt betonen dazu 21 Zoll große Schmiederäder in einer attraktiven Bicolor-Optik.

Auch die Abmessungen des Porsche Taycan Turbo S könnten ansprechender nicht sein: In der Höhe misst der Taycan nur 1,378 Meter. Und dann trifft die Länge von 4,963 Metern auf eine imposante Breite von 1,966 Metern (ohne Außenspiegel). Damit positionierten die Macher den Taycan zwischen dem Porsche 911 und dem Porsche Panamera. Speziell für dynamische Fahrten besitzt der Taycan außerdem eine aktive Aerodynamik, die aus einem adaptiven Heckspoiler und steuerbaren Kühllufteinlässen besteht. Der Heckspoiler fährt der Fahrsituation entsprechend in drei Stufen aus: bei 90 km/h, 160 km/h und 200 km/h.

Antrieb Porsche Taycan Turbo S: Diese Beschleunigungswerte sind atemberaubend

Den Startknopf gedrückt, ertönt ein leichtes Summen - und der Fahrer weiß, dass der Porsche Taycan Turbo S zum Leben erweckt wurde. Doch was dann folgt, ist brutal: Die Launch Control genutzt, spurtet dieses Elektroauto in nur 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Es lässt sich regelrecht spüren, wie die Eingeweide im eigenen Körper nach hinten gedrückt werden. Ein Vorbeugen des Kopfes nach vorne: zwecklos. Bei spontanen Zwischenspurts und Überholmanövern das gleiche. Es ist unglaublich, wie schnell der Taycan ist. Klar, der Taycan kann es beim Cruisen in der Stadt und über Landstraßen auch sanft und ruhig angehen. Aber die Speed reißt einfach mit!

Verantwortlich für die atemberaubende Geschwindigkeit des Porsche Taycan Turbo S sind zwei Synchronmaschinen - eine an jeder Achse und damit ein Allradantrieb. Die Systemleistung beträgt 460 kW/625 PS. Mit Overboost sind es bei aktivierter Launch Control sogar 560 kW/761 PS. Dazu kommt ein maximales Drehmoment von mächtigen 1050 Nm. Mehrere Beschleunigungsvorgänge hintereinander sind problemlos bis zur Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h möglich.

Für die Kraftübertragung sorgt eine 2-Gang-Automatik: Den ersten Gang übersetzte Porsche für die maximale Beschleunigung kurz, den zweiten Gang hingegen lang für eine hohe Effizienz. Hintergrund: die bei Elektroautos meist typischen 1-Gang-Getriebe bieten zu wenig Performance beim Anfahren. Wen beim Spurt in hohe Geschwindigkeitssphären der an ein Raumschiff bei Star Wars erinnernde Sound irritiert, deaktiviert einfach den Soundgenerator.

Handling Porsche Taycan: Komfortabel ist er, aber wie schlägt er sich in Kurven?

Nur wenige Zentimeter über dem Asphalt sitzt der Fahrer. Zweifellos, der Porsche Taycan Turbo S besitzt einen ziemlich tiefen Schwerpunkt, was sich positiv auf das Handling auswirkt. Wer jetzt an ein gnadenlos hartes Fahrwerk denkt: Keine Sorge, die Luftfederung des Taycan bügelt Straßen und deren Unebenheiten regelrecht glatt. Darüber hinaus befinden sich an Bord des Taycans eine sehr gut funktionierende Wankstabilisierung und eine Hinterachslenkung.

Bei niedrigen Geschwindigkeiten, zum Beispiel in engen Kurven oder beim Rangieren, schlagen die Vorder- und die Hinterräder gegenläufig ein, so dass sich der Radstand virtuell verkürzt. Die Folge: der Taycan wird noch agiler und wendiger. Bei höheren Geschwindigkeiten lenkt das System die Hinterräder in die gleiche Richtung wie die eingeschlagenen Vorderräder, um die Fahrstabilität zu erhöhen, zum Beispiel beim Überholen.

In Kurven zeigt der Taycan, dass er ein echter Porsche ist. Mit der präzisen und direkten Lenkung lässt sich der Taycan ideal vor Kurven positionieren. Was dann folgt, steigert den Adrenalinkick nochmals: Der Taycan krallt sich regelrecht in den Asphalt, baut beeindruckend viel Traktion auf und dann folgt am Kurvenausgang erneut diese atemberaubende Beschleunigung. Klar, das Gewicht des Taycan Turbo S lässt sich spüren. Aber das fühlt sich absolut nicht nach 2,3 Tonnen, sondern viel leichter an. Unglaublich schnell passt sich zudem die Traktionsregelung des Allradantriebs an und lässt keinen Schlupf zu - keine Frage, Elektromotoren reagieren derart fix, da können Verbrenner nicht mithalten.

Ich weiß nicht, wie es Porsche schaffte, aber die Bremsen des Taycan bieten - im Gegensatz zu anderen Elektroautos auf dem Markt - ein natürliches Bremsgefühl, so dass der Fahrer regelmäßig die Bremse drücken muss. Wer vorher einen Benziner oder Diesel fuhr, wird es lieben. Wer allerdings bereits zuvor viel mit einem Elektroauto unterwegs war, vermisst das One-Pedal-Feeling mit dem starken elektrischen Bremsen. Auch daran dachten die Macher: Das System auf „Auto Rekuperation“ gestellt, kommt auch der Taycan dem One-Pedal-Feeling nahe.

Wie jeder andere Porsche, bietet der Taycan ebenfalls die Fahrmodi „Normal“, „Sport“, „Sport Plus“ und „Individual“. In den zwei Sport-Modi ist das Auto spürbar schärfer und straffer, während der Allradantrieb hecklastiger ausgelegt ist. Für eine maximale Reichweite mit eingeschränkter Höchstgeschwindigkeit kommt beim Taycan der Modus „Range“ hinzu.

So weit kommt er: Das ist die tatsächliche Reichweite des Porsche Taycan

Vielen brennt die Frage auf der Zunge, wo die tatsächliche Reichweite des Porsche Taycan Turbo S in der Praxis liegt. Schleichen gibt es bei uns nicht. Bei rund 10 Grad Celsius Außentemperatur fahren wir durch den Stadtverkehr und über Land mit einem ausgewogenen Verhältnis aus Landstraßen und Autobahnen. Auf der Autobahn schwimmen wir meist im Verkehr mit 130 bis 150 km/h mit, halten uns dabei allerdings nicht mit starken Zwischenspurts zurück und nutzen auf kurvigen Landstraßen ebenfalls das immense Beschleunigungsvermögen des Taycan.

Das Resultat: Porsche gibt die WLTP-Reichweite des Taycan Turbo S mit 388 bis 412 Kilometern an. Wir erzielen bei unserer Fahrweise eine Reichweite von rund 360 Kilometern. Wer entspannt fährt, kann durchaus die von Porsche genannte WLTP-Reichweite erreichen. Auf die Anzeige im Auto über die Restreichweite können wir uns zudem jederzeit verlassen - Reichweitenangst gibt es im Taycan nicht.  Ebenso wichtig: Dank des Akkus mit einer gewaltigen Bruttokapazität von 93,4 kWh (netto 83,7 kWh) erzielt der Taycan zudem bei Kälte hohe Reichweiten.

Porsche geht sogar noch einen Schritt weiter: Sobald die Routenführung des Fahrzeugs aktiv ist, hilft der „Porsche Charging Planner“ dabei, auf langen Strecken entspannt und ohne unnötigen Zeitverlust zu reisen. Zunächst berechnet die Navigation mit Echtzeit-Verkehrsinformationen die schnellste oder kürzeste Route. Liegt der berechnete Ladestatus am Ziel unter 13 Prozent, berücksichtigt der „Charging Planner“ Ladestopps, um auch am Zielort über eine Mindestreichweite zu verfügen - im Modus „Range“ liegt der Wert bei sechs Prozent.

Mehr noch: Der „Charging Planner“ zieht selbst die an den Ladestationen zur Verfügung stehende Leistung und die daraus kalkulierte Ladezeit für den optimalen Ladebereich bis 80 Prozent in die Kalkulation ein. Dabei werden auch Säulen, die nicht direkt auf der Route liegen, einbezogen. Auf diese Weise können Stationen mit höheren Leistungen bevorzugt werden, um die Gesamtfahrzeit weiter zu optimieren. Bei der Angabe der Ankunftszeit im Navigationssystem sind bereits die jeweiligen Ladezeiten berücksichtigt.

Laden: So schnell ist die Batterie des Porsche Taycan voll

Auch beim Laden setzt das Elektroauto von Porsche auf Leistung: Der Porsche Taycan ist das erste Serienfahrzeug, das mit einer Systemspannung von 800 Volt anstatt der bei Elektroautos heute üblichen 400 Volt antritt. Davon profitieren Taycan-Fahrer insbesondere unterwegs: Mit einer 800-Volt-Architektur ermöglicht der Taycan eine Ladeleistung von bis zu 270 kW. So beträgt die Ladezeit des Akkus von 5 bis 80 Prozent an einer Schnellladesäule mit 270 kW Gleichstrom (DC) nur 22,5 Minuten bei optimalen Bedingungen, das heißt die Batterietemperatur beträgt 30 bis 35 Grad Celsius. In gut 5 Minuten lässt sich an einer Schnellladesäule Energie für bis zu 100 Kilometer Reichweite nach.

Zuhause können Taycan-Fahrer ihr Auto komfortabel mit bis zu 11 kW mit Wechselstrom (AC) aufladen - von 0 auf 100 Prozent dauert es 9 Stunden. Über die Funktion „preisoptimiertes Laden“ lassen sich dabei zum Laden gezielt Tages- und Nachtzeiträume nutzen, in denen der Strom preiswerter ist. Mit der realistischen Reichweite von 400 Kilometern können dann viele ihren Taycan mehrere Tage ohne erneutes Aufladen fahren.

Zudem baut Ionity, ein Joint Venture von Porsche, Audi, BMW, Daimler und Ford, bis Ende 2020 europaweit an ca. 400 Standorten Schnellladeparks mit 350 kW pro Ladepunkt. Auch das Porsche-Händlernetz wird flächendeckend mit 800-Volt-Schnellladestationen ausgerüstet.

Innenraum Porsche Taycan: Eine komplett andere Umgebung

Im Innenraum des Porsche Taycan Turbo S herrscht eine Atmosphäre wie in einem Sportwagen, aber mit einer komplett anderen Umgebung, als wir diese bislang von Porsche kannten. Bis zu vier Bildschirme prägen das Interieur - einer davon optional für den Beifahrer. Im Vergleich zum gewaltigen Monster-Bildschirm des Tesla Model S wirkt die Kulisse bei Porsche zurückhaltend und elegant. Klassische Hardware-Bedienelemente wie Schalter oder Knöpfe gibt es im Taycan kaum noch.

Als hervorragend erweist sich die Material- und Verarbeitungsqualität: Leder und angenehm weiche Oberflächen dominieren das Interieur, harte Kunststoffflächen sind kaum vorhanden. In den Türen und der Mittelkonsole befinden sich Dekore aus hellem Holz, die alternativ aus Carbon, Aluminium oder Textil bestehen. Die Sportsitze vorne sind bequem, bestens konturiert und bieten locker zwei Meter großen Personen Platz. Auf den Rücksitzen können aufgrund der geringen Kopffreiheit maximal 1,80 Meter große Passagiere mitfahren. Fußgaragen, quasi Aussparungen in der Batterie im hinteren Fußraum, sorgen jedoch für ein Plus an Komfort im Fond.

Infotainment Porsche Taycan: Ein einzigartiges Bildschirm-Band

Aus Fahrersicht fällt der Blick im Porsche Taycan zuerst auf das gebogene, voll digitale Kombiinstrument. Das 16,8 Zoll beziehungsweise 42,7 Zentimeter große Display bietet mehrere Darstellungsformen: Im Modus „Powermeter“ werden die Porsche-typischen Rundinstrumente zitiert, wobei ein Powermeter den Drehzahlmesser in der Mitte ersetzt.

Der Modus „Karte“ ersetzt den zentralen Powermeter durch einen Kartenausschnitt der Navigation, während im Modus „Erweiterte Karte“ bewusst auf die Rundinstrumente verzichtet wird und eine vollflächige Navigationskarte erscheint. Die Ansicht „Reduziert“ beschränkt sich auf die wesentlichen, fahrrelevanten Informationen wie Geschwindigkeit, Verkehrszeichen und Navigationshinweise über einen reduzierten Pfeil. Befindet sich der optionale Nachtsichtassistent an Bord, erscheint die Anzeige ebenfalls in der Mitte des Kombiinstruments.

Ein zentrales 10,9 Zoll beziehungsweise 27,7 Zentimeter großes Infotainment-Display und ein weiteres optionales Display für den Beifahrer fassten die Macher zu einem Glasband in Black-Panel-Optik zusammen. Beide Touchscreens dienen als Steuereinheit für Audio, Navigation, Kommunikation, Online-Dienste und Komfort-Einstellungen. Es erweist sich als ziemlich praktisch, wenn der Beifahrer komfortabel Einstellungen vornehmen kann, ohne den Fahrer abzulenken. Wem es zu viele Bildschirme sind, schaltet das Display des Beifahrers einfach aus.

Ein weiterer Touchscreen mit einem Durchmesser von 8,4 Zoll beziehungsweise 21,3 Zentimetern befindet sich in der ansteigenden Mittelkonsole, der unter anderem den Zugriff auf Navigation, Media, Telefon und Klimaautomatik ermöglicht. Auch der Kofferraum und die Ladeklappen lassen sich hierüber öffnen und schließen sowie der Batterieladestatus anzeigen.

„Porsche Connect“ ermöglicht den Zugriff auf zahlreiche Online-Dienste und das Internet. Nicht nur das Auto selbst ist stets online. Es lassen sich selbstverständlich auch WLAN-fähige Endgeräte, wie zum Beispiel Laptops, Tablets oder Smartphones mit dem Internet verbinden. Unter der Mittelarmlehne befindet sich eine induktive Ladeschale zum kabellosen Aufladen von Smartphones. Alternativ stehen jeweils zwei USB-C-Anschlüsse vorne und im Fond zur Verfügung. Die Konnektivität zur Anzeige und Bedienung von Smartphone-Apps auf dem Touchscreen des Fahrzeugs ist leider nur per „Apple CarPlay“ möglich, nicht mit „Android Auto“.

Fahrerassistenzsysteme: So wird der Taycan noch komfortabler und sparsamer

Für Sicherheit und zusätzlichen Komfort unterstützen zahlreiche Assistenzsysteme den Fahrer des Porsche Taycan. Ein Highlight stellt der digitale Co-Pilot „Porsche InnoDrive“ dar, der für ein Plus an Effizienz sorgt und dazu die Geschwindigkeit vorausschauend optimiert. Mittels Navigationsdaten sowie Informationen der Radar- und Video-Sensorik kennt das System zum Beispiel Geschwindigkeitsbegrenzungen und Straßenverläufe wie Steigungen oder Kurvenradien auf einer Strecke von bis zu drei Kilometern und passt die Schaltstrategie und Geschwindigkeit entsprechend an.

Ein weiterer Bestandteil von „Porsche InnoDrive“ ist der Abstandsregeltempostat mit Stauassistent und aktiver Spurführung. Das System hält den Taycan bei Stausituationen mittig im Fahrstreifen, regelt den Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen und folgt der vorausfahrenden Kolonne innerhalb der Systemgrenzen.

Kofferraum Porsche Taycan: Doppelter Gepäckraum - und das passt rein

Das Gepäck für Reisen und große Einkäufe vom Supermarkt verstaut der Porsche Taycan Turbo S locker. Zwei Kofferräume stehen zur Verfügung: Vorne befindet sich ein gut zugängliches Fach mit einem Ladevolumen von 81 Litern, in das locker ein Trolley passt. Der hintere Kofferraum des Taycan bietet mit 366 Litern ein ähnliches Volumen wie der noch aktuelle VW Golf 7 mit 380 Litern. Um noch mehr unterzubringen, lassen sich bei Bedarf die Rücksitzlehnen umklappen, wobei eine ebene Ladefläche entsteht und sich dadurch der Gepäckraum ungefähr verdoppelt; das genaue Volumen gab Porsche noch nicht bekannt. Einziges Manko: Schwere Gegenstände und Gepäck müssen über eine hohe Ladestufe nach innen gehievt werden. Für kleine Mitbringsel stehen ferner im Innenraum zahlreiche Fächer zur Verfügung. Insbesondere die großen Seitenfächer in den Türen fallen sehr positiv auf.

Taycan: Die Bedeutung des Namens und warum ein Turbo ohne Turbo?

Der Name „Taycan“ setzt sich aus zwei Wörtern zusammen, die aus dem orientalischen Sprachraum stammen. Sinngemäß bedeutet „Taycan“ die „Seele eines lebhaften, jungen Pferds“. Und der erste vollelektrische Porsche ist wahrlich lebendig, vital und mit Leichtigkeit auf langen Strecken, ohne müde zu werden. Im Namen spiegeln sich zugleich die Herkunft und die Zukunft der Marke wider: Das Pferd als Wappentier von Porsche auf dem Weg in eine neue Ära.

Porsche Taycan Turbo S, der Name zergeht klangvoll auf der Zunge und wirkt zugleich irritierend: Ein Turbo? Bei einem Elektroauto? Gibt es nicht! Doch die Bezeichnung „Turbo“ hat bei Porsche Tradition und kennzeichnet seit 1974 beim ersten Porsche 911 Turbo die schnellste Variante einer Modellreihe wie zum Beispiel auch beim Porsche Cayenne Turbo und Porsche Panamera Turbo. So entschlossen sich die Macher, die typische Nomenklatur beim vollelektrischen Taycan beizubehalten.

Porsche Taycan Turbo S Test - Fazit:

Der Taycan ist ein richtiger Porsche, wenn nicht sogar das aktuell beste Elektroauto auf dem Markt. Für jeden, der schnell Autos mag, sind das grandiose Nachrichten: Elektroautos kommen, ob wir wollen oder nicht. Und der Taycan bietet Leistung, Performance und Reichweite. Keine Frage, der Porsche Taycan Turbo S fährt sich großartig - sei es agil auf kurvigen Straßen oder entspannt wie in einem Gran Turismo auf langen Strecken. Vor allen Dingen ist der Taycan praktisch: Dieses Elektroauto bietet in der Praxis eine hohe Reichweite, lässt sich schnell aufladen und bringt mit seinen vier Sitzen wichtige Eigenschaften für den Alltag mit.

Tesla-Fans werden jetzt sagen, dass das Tesla Model S Performance mit 449 kW/611 PS in nur 2,6 Sekunden und damit 0,2 Sekunden flotter von 0 auf 100 km/h beschleunigt als der Porsche Taycan Turbo S, mit 261 km/h eine um 1 km/h höhere Top-Speed und mit 590 Kilometern eine höhere WLTP-Reichweite erzielt und dazu günstiger ist. Doch Zahlen sind nicht alles: Der Taycan bietet eine höhere Qualität, zeigt die stärkere Performance in Kurven und bei Porsche gibt es - was ebenfalls hoch bewertet werden sollte - einen sehr guten, zuverlässigen Service.

Der Porsche Taycan Turbo S (Dauerleistung 460 kW/625 PS) stellt mit Preisen ab 185.456 Euro kein Schnäppchen dar. Auch der Porsche Taycan Turbo, der die identische Dauerleistung wie der Turbo S besitzt, allerdings mit weniger Overboost-Leistung, kostet 152.136 Euro.

Im Vergleich wirkt das Tesla Model S Performance geradezu günstig. Was Tesla allerdings Anfang 2019 machte, verärgerte viele Kunden: Man nehme das Tesla Model S P100D, benennt es kurzerhand in Model S Performance um und bietet es plötzlich für knapp 50.000 Euro weniger ab 94.880 Euro an, um dann im Juli 2019 die Preise wieder auf 102.700 Euro anzuziehen. Wer sich 2018 ein Model S P100D bestellte, wird über den immensen Wertverlust seines Teslas nicht erfreut sein.

Auch der Elektro-Porsche wird ab Januar 2020 günstiger erhältlich sein - jedoch mit einer kleineren Motorisierung: Der Porsche Taycan 4S mit 320 kW/435 PS und einer WLTP-Reichweite von 333 bis 407 Kilometern steht mit 105.607 Euro in der Preisliste. Die Batteriekapazität des Taycan 4S beträgt brutto 79,2 kWh und netto 71,0 kWh.

Technische Daten Porsche Taycan Turbo S:

Länge x Breite x Höhe: 4,963 x 1,966 x 1,378 Meter (Breite mit Außenspiegeln 2,144 Meter)
Radstand: 2,900 Meter
Antriebsart: elektrischer Allradantrieb
Leistung: 460 kW/625 PS
Overboost-Leistung bei Launch Control: 560 kW/761 PS
Maximales Drehmoment bei Launch Control: 1.050 Nm
Getriebeart: 2-Gang-Getriebe
Höchstgeschwindigkeit: 260 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 2,8 Sekunden
Brutto-Batteriekapazität: 93,4 kWh
Netto-Batteriekapazität: 83,7 kWh
Durchschnittlicher Energieverbrauch (NEFZ): 26,9 kWh/100 km
Durchschnittlicher Energieverbrauch (WLTP): 24,5-25,7 kWh/100 km
Reichweite (WLTP): 388-412 Kilometer
CO2-Emissionen: 0 g/km
Effizienzklasse Deutschland: A+
Leergewicht (nach EG): 2.370 Kilogramm
Gepäckraumvolumen vorne: 81 Liter
Gepäckraumvolumen hinten: 366 Liter
Preis: ab 185.456 EUR
 

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