Skoda Karoq Sportline 2019 Test: Stärker als alle anderen

, 03.04.2019


Der heiße Look ist vielversprechend: Mit dem Skoda Karoq Sportline kommt endlich eine Sportversion des beliebten Kompakt-SUV auf den Markt. Unter der Motorhaube sitzt dazu auf Wunsch der stärkste Turbo-Benziner der Baureihe, der nur für den Karoq Sportline erhältlich ist. Doch eine Frage stellt sich: Handelt es sich beim Karoq Sportline um einen sportlicher ausgestatteten SUV oder sogar um einen kleinen Karoq RS? Die Antwort liefert der Skoda Karoq Sportline Test.

Besser geht es nicht: Der Skoda Karoq Sportline besitzt den aggressiven Look eines RS-Modells. Die deutlich angriffslustiger gezeichnete Frontschürze unterstreicht die sportlichen Ambitionen auf den ersten Blick. Als echt cooler Hingucker erweisen sich darüber hinaus die schwarz lackierten 19-Zoll-Felgen im Design „Vega“ (Serie sind 18-Zöller), während die getönten Scheiben und eine schwarze Dachreling weitere Akzente setzen.

Antrieb: Der stärkste Motor exklusiv für den Skoda Karoq Sportline

Es ist der bislang kräftigste Benzinmotor für den Kompakt-SUV von Skoda - und den gibt es ausschließlich für den Skoda Karoq Sportline. Umso höher sind die Erwartungen: Erst einmal klingen 190 PS nicht spektakulär. Doch die Spitzenleistung des 2,0-Liter-Turbobenziners steht bereits bei 4.200 U/min zur Verfügung und bleibt bis 6.000 Touren konstant auf diesem hohen Niveau. Mehr noch: Das maximale Drehmoment von 320 Nm liegt früh und über ein breites Drehzahlband von 1.500 bis 4.100 Touren an. 

Mit 1.565 Kilogramm ist der allradangetriebene Skoda Karoq 2.0 TSI DSG 4x4 kein Leichtgewicht, geht aber dennoch gut voran. Der Motor reagiert mit einer nur sehr geringen Turboverzögerung auf das Gaspedal und zeigt sich im gesamten Drehzahlbereich schön elastisch. Sei es beim Beschleunigen aus niedrigen Drehzahlen heraus oder bei spontanen Zwischenspurts sowie Überholmanövern: der Skoda Karoq Sportline zieht mit dem Top-Benziner bei jeder Geschwindigkeit ordentlich durch. Wer den Motor anschließend hochdreht, stellt sofort positiv fest, dass das hohe Drehzahlniveau nicht abfällt. Dazu schaltet das 7-Gang-DSG (Doppelkupplungsgetriebe) weich und schnell.

In Zahlen ausgedrückt: Der Skoda Karoq beschleunigt mit dem 190 PS starken Turbo-Benziner in 7,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 211 km/h endet der Vortrieb. Dem gegenüber steht, wer sich zurückhalten kann, im Idealfall offiziell ein Durchschnittsverbrauch von 7,0 Litern Sprit auf 100 Kilometern, was einem CO2-Ausstoß von 158 g/km entspricht. Doch der Verbrauch hängt, wie so oft, stets vom individuellen Gasfuß ab.

Handling: Was der Skoda Karoq Sportline gut kann und was ihm fehlt

Keine Frage, der Allradantrieb des Skoda Karoq Sportline bringt die Power hervorragend auf die Straße. Die Lenkung spricht zudem gut an und bietet eine feine Rückmeldung über den Fahrzustand. Jeder sportliche Fahrer möchte jetzt am liebsten den vorhandenen Grip nutzen und Spaß haben. Leider machen der hohe SUV-Aufbau und das fehlende Sportfahrwerk einiges zunichte, was sich bei dynamischer Gangart in Seitenneigung und Aufbaubewegungen niederschlägt. Es ist noch alles im Rahmen und der stabil auf der Straße liegende Karoq lässt sich dazu leicht beherrschen. Aber in einen Sportler verwandelt die Sportline diesen SUV nicht. Mit der Fahrprofilauswahl kann der Fahrer darüber hinaus unter anderem die Kennlinien für die Lenkung und die Schalttätigkeit des DSG-Getriebes bestimmen.

Innenraum Skoda Karoq Sportline: Feine Extras und richtig Platz

Im Innenraum des Skoda Karoq Sportline führen die Macher die sportliche Optik konsequent fort. Die beeindruckend komfortablen Sportsitze mit Kontrastnähten sind bestens konturiert und bieten viel Seitenhalt. Das Multifunktions-Sportlenkrad bezog Skoda mit perforiertem schwarzem Leder, während die Pedalerie mit Edelstahl-Applikationen, ein schwarzer Dachhimmel, schwarze Dachsäulen und ein LED-Paket mit Ambiente-Beleuchtung den Auftritt der Sportline im Interieur gelungen abrunden.

Das Cockpit des Skoda Karoq ist übersichtlich und klar gestaltet und an den Passungen im Interieur gibt es nichts zu kritisieren. Sogar die Materialien stehen einem Volkswagen in Nichts nach: Großflächige Softtouch-Oberflächen dominieren den Innenraum. Erst im unteren Bereich, wie zum Beispiel an der Mittelkonsole, gelangt Hartplastik zum Einsatz, das jedoch bestens verarbeitet ist. Weitere Akzente setzen schwarze Klavierlackoberflächen und Alu-Applikationen.

Massig Platz ist vorhanden: Auf den Vordersitzen können es sich im Skoda Karoq bis zu zwei Meter große Personen bequem machen und auch auf den Rücksitzen reicht die Beinfreiheit für 1,90 Meter große Mitreisende. Sogar die Rücksitze sind passend konturiert. Fahrbahnunebenheiten lassen sich im Innenraum zwar spüren, werden aber gut gedämpft.

Infotainment Skoda Karoq Sportline: Die perfekte Reisebegleitung

Auf Wunsch gibt es für den Skoda Karoq Sportline ein volldigitales Cockpit, das über ein fünftes Anzeigen-Layout verfügt und den Drehzahlmesser sowie die gefahrene Geschwindigkeit im zentralen Bereich darstellt. Die anderen vier Layouts, die der Fahrer individuell auswählen kann, reichen vom klassischen Aufbau mit Drehzahlmesser und Tacho jeweils als Rundinstrumente bis zu einer Ansicht, bei welcher der mittlere Bereich des Displays mit einer großen Anzeige belegt wird, zum Beispiel der Navigationskarte.

In Verbindung mit dem Top-Infotainmentsystem „Amundsen“ besitzt der Skoda Karoq einen 9,2 Zoll beziehungsweise 23,4 Zentimeter Touchscreen in edlem Glasdesign mit einer gestochen scharfen Grafik. Dank eines WLAN-Hotspots können Passagiere mit bis zu 8 mobilen Endgeräten frei surfen und streamen. Auf Wunsch sorgt ein LTE-Modul für Highspeed-Internet. Die Konnektivität von Smartphones erfolgt über Apple CarPlay, Android Auto, MirrorLink und SmartGate, um ausgewählte Smartphone-Apps über das Touch-Display des Fahrzeugs zu bedienen. Selbstredend, dass sich Smartphones induktiv beziehungsweise kabellos im Karoq aufladen lassen.

In vielen Situationen unterstützen die mobilen „Skoda Connect“-Dienste den Fahrer. Als wichtiger Bestandteil erweisen sich die Online-Verkehrsinformationen, die den realen Verkehrsfluss auf der gewählten Route anzeigen und bei einem Stau Ausweichrouten vorschlagen. Ergänzend werden die Tankstellen mit den aktuellen Kraftstoffpreisen entlang der Fahrtroute, Parkplätze, Nachrichten und Wetter maßgeschneidert dargestellt.

Kofferraum Skoda Karoq Sportline: Der Raum für große Pläne

Für Reisen ist der Skoda Karoq Sportline mit seinem großen Kofferraum bestens gerüstet. Das Gepäckraumvolumen beträgt 521 Liter. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen entsteht in Verbindung mit dem doppelten Ladeboden eine ebene Ladefläche und das Volumen steigt auf beachtliche 1.630 Liter. Die Ladekante ist, typisch für einen SUV, eher hoch positioniert. Dennoch braucht beim Karoq niemand schwere Gepäckstücke oder Getränkekisten umständlich über eine Stufe nach innen zu hieven. Verzurrösen und stabile Taschenhaken bereichern den gut zugeschnittenen Kofferraum ebenso wie zusätzliche Fächer an den Seiten. Für kleine Mitbringsel befinden sich zahlreiche Fächer im Innenraum. Hervorzuheben sind die Türfächer, die vorne 1,5 Liter große Flaschen unterbringen können und hinten 1-Liter-Flaschen. 

Fahrerassistenzsysteme: Moderne Technik für eine sichere Fahrt

Im Skoda Karoq steht ein umfangreiches Angebot an Fahrerassistenzsystemen wie zum Beispiel ein Parkassistent, ein aktiver Spurhalteassistent oder ein Stauassistent zur Verfügung, der dem Fahrer bei Fahrzeugen mit DSG das Gasgeben, Bremsen und Lenken abnimmt. Für mehr Sicherheit sorgen unter anderem „Blind Spot Detect“ und „Rear Traffic Alert“ zur Überwachung des toten Winkels beim Überholen und des Querverkehrs beim Rückwärtsausparken. Die Verkehrszeichenerkennung ist kamerabasiert und der „Front Assist“ besitzt einen vorausschauenden Fußgängerschutz samt automatischer Notbremsfunktion.

Fazit und Preis - Skoda Karoq Sportline Test:

Wer auf den coolen Look des Skoda Karoq Sportline steht, ist mit diesem SUV bestens bedient. Es ist ein guter Antrieb, aber ein Sportler wird der 190 PS starke Karoq 2.0 TSI dadurch nicht. Akzente setzt darüber hinaus der geräumige, gut verarbeitete Innenraum, den die Sportline ebenfalls aufwertet.

In der Preisliste steht der Skoda Karoq Sportline 2.0 TSI DSG 4x4 ab 36.420 Euro. Das bessere Preis/Leistungs-Verhältnis bietet allerdings der größere Skoda Kodiaq, der mit dem gleichen  Antrieb in der „Ambition“-Ausstattung ab 36.600 Euro erhältlich ist und damit nur 180 Euro mehr kostet als der Skoda Karoq Sportline. Beim kleineren 1,5-Liter-Benziner mit 150 PS beträgt der Unterschied nur 380 Euro. Ähnlich gering fallen die preislichen Abstände bei den Diesel-Modellen aus.

Technische Daten Skoda Karoq  Sportline 2.0 TSI DSG 4x4:

Länge x Breite x Höhe: 4,382 x 1,841 x 1,607 Meter (Breite mit Außenspiegel: 2,025 Meter)
Radstand: 2,630 Meter
Antriebsart: Allradantrieb
Hubraum Vierzylinder-Turbobenziner: 1.984 cm³
Leistung: 140 kW/190 PS bei 4.200 - 6.000 U/min
Drehmoment: 320 Nm bei 1.500 - 4.100 U/min
Getriebeart: 7-Gang-DSG (Doppelkupplungsgetriebe)
Vmax: 211 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 7,0 Sekunden
Leergewicht (nach EG): 1.565 Kilogramm
Durchschnittsverbrauch: 7,0 l/100 km
CO2-Emission: 158 g/km
Emissionsklasse (Abgasnorm): Euro-6d-TEMP
Kofferraumvolumen: 521 - 1.630 Liter
Preis: ab 36.420 Euro

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