BMW 7er 2016 (G11): Hightech bezwingt die Mercedes S-Klasse

, 11.04.2015

Es ist unglaublich, aber wahr: Der neue BMW 7er (G11) stellt einen wahren Hightech-Luxusliner dar, der dazu noch in puncto Fahrdynamik deutlich zulegt. Die Mercedes-Benz S-Klasse scheint tatsächlich ihren Bezwinger gefunden zu haben. Sogar leichter als der BMW 5er und im Topmodell ein noch mächtigeres V12-Triebwerk, leitet die 7er-Reihe eine neue Ära bei BMW ein. Ihre Premiere feiert die neue BMW 7er Limousine auf der Frankfurter IAA im September 2015, um noch Ende 2015 auf der Straße durchzustarten.

Sportlich oder elegant - und was sich noch ändert

Zweifellos setzte die aktuelle Mercedes-Benz S-Klasse (W222) bei ihrem Start im Jahr 2013 neue Maßstäbe - und weit und breit befand sich kein Konkurrent, der das Hightech-Paket übertreffen konnte. Hinter den Kulissen arbeitete jedoch BMW bereits intensiv an der neuen 7er-Reihe mit dem großen Ziel, die S-Klasse zu übertreffen.

BMW-typische Proportionen, wie ein langer Radstand, ein kurzer Überhang vorne, eine langgestreckte Motorhaube und der zurückversetzte Fahrgastraum mit coupéhaftem Dachlinienverlauf, prägen die Silhouette. Dabei haben die Kunden beim Design die Wahl zwischen dem BMW 7er Design Pure Excellence und dem BMW 7er M-Sport - der eine optisch elegant, der andere sportlicher ausgerichtet.

Die Frontansicht modifizierte BMW nur behutsam. So reichen die scharf gezeichneten Scheinwerfer nun bis an den noch voluminöseren Chromrahmen der BMW-Niere heran. Optional gibt es Laser-Fernlicht. Den unteren Bereich der modifizierten Frontschürze zeichnete BMW weitaus dynamischer und integrierte das LED-Tagfahrlicht noch markanter.

Diese Hightech-Features bekommt der neue BMW 7er

Außen eher eine Designevolution, legt sich der neue BMW 7er allerdings bei den inneren Werten mächtig ins Zeug. Das deutlich hochwertigere Interieur soll echten Luxus ausstrahlen - schließlich gilt es, erfolgreich gegen die S-Klasse anzutreten. Damit nicht genug: Wie bei Smartphones und Tablets erfolgt die Bedienung des Infotainment-Systems primär über Touchscreens - der iDrive-Controller bleibt dennoch erst einmal erhalten. Sogar die Gestensteuerung ist möglich, so dass sich zum Beispiel die Navigation mit einem Fingerwisch in der Luft aufrufen lässt.

Nicht nur der Fahrer, sogar der Beifahrer besitzt einen eigenen Touchscreen. Stehen beim Fahrer die fahrrelevanten Informationen im Vordergrund, kann der Beifahrer darüber hinaus unter anderem Online-Entertainment wie internetbasiertes Video- und Musikstreaming nutzen. Der Beifahrer vermag sogar dem Fahrer per Wischbewegung Informationen zu übermitteln.

Im Stop-and-Go-Verkehr kann sich der Fahrer entspannen, da der neue BMW 7er bis 60 km/h automatisch bremst und Gas gibt. Zu Hause angekommen, steigen die Insassen aus und der BMW 7er parkt autonom in der Garage ein. Dazu kommt eine Armada an modernsten Assistenzsystemen.

Gewicht: Leichter als der aktuelle BMW 5er

Ein weiteres Ziel von BMW stellte die deutliche Gewichtsreduzierung dar. Der neue BMW 7er soll bis zu 170 Kilogramm leichter sein. Beispiel: Das EU-Leergewicht der aktuellen 730d Limousine (F01), ergo mit 90 Prozent Tankfüllung sowie 68 Kilogramm für den Fahrer und 7 Kilogramm für Gepäck, beträgt 1.915 Kilogramm. Abzüglich von 170 Kilogramm beträgt das Gewicht nur noch 1.745 Kilogramm. Zum Vergleich: Die gegenwärtige BMW 530d Limousine (F10) kommt auf 1.785 Kilogramm.

Die Gewichtsreduzierung erzielt BMW durch den umfangreichen Einsatz von Carbon, Magnesium und hochfeste Stähle. Folge: Der neue BMW 7er wird deutlich dynamischer und benötigt zudem auch durch diese Tatsache weniger Sprit. Dazu koppelt BMW die Streckendaten des Navigationssystems an das Automatikgetriebe, das die Schaltung unter anderem vorausschauend auf Kurven, Anstiege und Bergabfahrten einstellt.

BMW 760i mit mächtigem V12-Triebwerk von Rolls-Royce

Bislang besaß das V12-Triebwerk des BMW 760i weniger Leistung als die Modelle von Konzernschwester Rolls-Royce. Der aktuelle BMW 760i kommt „nur“ auf 544 PS. Damit ist jetzt Schluss: Der neue BMW 760i erhält den 6,6 Liter großen V12-Motor mit Biturbo-Aufladung, der im Rolls-Royce Wraith bereits 632 PS leistet. Für den Einsatz im neuen 7er nochmals modifiziert, wird das V12-Aggregat zudem sparsamer sein.

Das sehende BMW-Fahrwerk kann noch mehr als in der S-Klasse

Die Mercedes-Benz S-Klasse konnte als erstes Auto der Welt Bodenwellen im voraus erkennen. Dort stellt das System „Road Surface Scan“ derartige Unebenheiten mit Hilfe der Stereokamera fest und passt das Fahrwerk blitzschnell an, so dass die Insassen Unebenheiten kaum noch wahrnehmen.

Jetzt folgt der Angriff von BMW auf die Paradedisziplin von Mercedes-Benz: Das „sehende Fahrwerk“ kommt auch im neuen BMW 7er - und kann noch mehr. Mercedes-Benz setzt zum Scannen der Fahrbahn auf eine Stereokamera, so dass das System nur bei Tageslicht funktioniert. Der BMW 7er setzt auf diverse Sensoren und Radar, so dass das System im BMW ebenfalls bei Nacht arbeitet. (Christian Brinkmann)

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