Auer will hoch hinaus: 2017 ein Kandidat für die Meisterschaft?

, 15.09.2016

Mercedes-Pilot Lucas Auer bekommt nach seiner Vorstellung am Nürburgring viel Lob - Der Österreicher selbst will 2017 um den Titel in der DTM kämpfen

Lucas Auers DTM-Karriere kommt langsam richtig in Schwung. Am Lausitzring konnte der Österreicher in diesem Jahr seinen ersten Sieg einfahren, dazu fuhr er am vergangenen Wochenende auf dem Nürburgring am Samstag und Sonntag jeweils im schwersten Auto im Feld auf die Pole-Position. Tatsächlich ist Auer der erste Pilot, der das seit der Rückkehr zum DTM-Format mit zwei Rennen an einem Wochenende schaffte. Einen Sieg verpasste er zwar knapp, doch anschließend gab es trotzdem viel Lob.

TV-Experte Norbert Haug beschreibt die Leistung des Österreichers in seiner Kolumne auf 'DTM.com' beispielsweise als "besonders beachtlich" und erinnert: "Im Sonntags-Qualifying waren die Mercedes 15 Kilogramm schwerer als die Audi und Auer mit seiner Pole-Zeit trotzdem 0,190 Sekunden schneller als der bestplatzierte Audi von Mortara auf Rang sechs."

"Auers theoretische Bestzeit - also die Addition seiner besten Sektorzeiten - machten ihn gar 0,469 Sekunden schneller als Mortara. Die 15 Kilogramm Mehrgewicht bedeuten auf dem Papier über 0,25 Sekunden Zeithandicap pro Runde, was das Potenzial von Auer und Mercedes auf einer Runde am Nürburgring aufzeigt", zeigt sich der langjährige Mercedes-Motorsportchef beeindruckt.

"Nicht minder bemerkenswert ist auch Auers Leistung mit seinem Mehrgewicht gegenüber Audi von mittlerweile 25 Kilogramm im Rennen. Rechnerisch hatte er über die Renndistanz von 43 Runden ein Zeithandicap von über 16 Sekunden auf den 25 Kilogramm leichteren und weiter hinten gestarteten Mortara-Audi, im Ziel fehlten Auer auf Platz zwei 3,7 Sekunden auf den Sieger", rechnet Haug vor.

Auer selbst beschreibt seine bisherige Saison gegenüber der 'Tiroler Tageszeitung' als "grundsätzlich sehr positiv" und erklärt: "Erstens habe ich einen Sieg zu Buche stehen, zweitens hatte ich am Norisring wieder die Chance auf den Sieg. Da habe ich aber meinem Teamkollegen geholfen." Auer hat damals Paul di Resta, der zu diesem Zeitpunkt noch voll im Titelrennen war, nicht überholt und nach hinten abgeschirmt.

Am Nürburgring folgte nun mit den zwei Pole-Positions und dem zweiten Platz am Sonntag ein weiteres Erfolgserlebnis. "Die weiteren Rennen waren schwieriger, zumindest konnte ich da in den Punkten landen. Die Tendenz stimmt also", freut sich Auer und erklärt: "So muss man fahren, damit die Meisterschaft zum Thema wird. Es wird immer bessere und schlechtere Rennen geben - auf die Punkte kommt es an."

Sein Standing innerhalb des Mercedes-Teams habe sich durch die guten Ergebnisse bereits verbessert. Doch Auer weiß: "Unser Job ist derartig schnelllebig, dass der Sieg schon wieder zu lange her ist. Jetzt gilt es, dranzubleiben und nachzulegen." Wenn Auer 2017 ein Titelkandidat sein möchte, muss er von Anfang an Gas geben. In diesem Jahr holte er in den ersten vier Saisonrennen keinen einzigen Punkt und war damit bereits raus aus dem Titelrennen.

Den DTM-Titel wird er in diesem Jahr also nicht mehr holen, doch immerhin ist Auer aktuell die österreichische Nummer eins im Motorsport. Der 22-Jährige selbst erklärt allerdings: "Ganz ehrlich, an das denke ich nicht. Das bringt mir einfach nichts. Ich will die Nummer eins in der DTM sein. Und das ist das Einzige, was ich im Kopf habe und das für mich unterm Strich wirklich zählt."

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