DTM 2017: Turbomotoren endgültig vom Tisch!

, 20.11.2015

Wegen Entwicklungskosten von über 25 Millionen Euro: DTM will die Einführung der Zweiliter-Turbomotoren verschieben - Vertrauensverlust der Super-GT als Folge?

Die DTM verschiebt die Einführung der Zweiliter-Turbomotoren, die die Tourenwagen ab der Saison 2017 hätten antreiben sollen. Wie 'Motorsport-Total.com' jetzt erfuhr, scheiterte das lange geplante, aber immer wieder in Zweifel gezogene Vorhaben bei einem Meeting zu Beginn der Woche an den Kosten von mindestens 25 Millionen Euro, die die Entwicklung verschlingen würde. Vorerst soll es bei den aktuellen Vierliter-V8-Saugern bleiben. Was danach passiert, scheint völlig offen.

Möglich erscheint es weiterhin, dass der Schritt zur neuen Formel 2019 nachgeholt wird, was die schon jetzt hohen Kosten des Projekts auf mehrere Jahre strecken und damit der DTM-Maxime von kosteneffizientem Motorsport eher gerecht werden würde. Schließlich befinden sich die neuen Triebwerke seit 2014 in der Entwicklung und haben bereits für einen entsprechenden Posten in den Budgets gesorgt.

In DTM-Kreisen ist auch davon die Rede, dass ein bestimmter Hersteller auf die Bremse treten will, weil er bei der Entwicklung das Problem festgestellt haben soll, nicht auf die geforderte PS-Zahl zu kommen. Eine entsprechende Novelle des Motorenregelments hätte aber nicht nur das Ziel, die Boliden spektakulärer zu machen und den Piloten mit 650 Pferdestärken eine neue Herausforderung sowie den Zuschauern mehr Spektakel zu präsentieren. Es ging auch um das Dauerthema Super-GT-Kooperation.

In Japan sind die Autos zwar auch noch mit einem 3,4-Liter-V8-Antrieb ausgerüstet, jedoch planen die Verantwortlichen eine Umstellung auf ähnliche Turboaggregate. Honda, Nissan und Lexus sowie Serienboss Masaaki Bandoh präsentierten bereits entsprechende Pläne und skizzierten ein gemeinsames Rennen 2017 in Fuji, was jedoch nur bei identischer technischer Grundlage sinnvoll erscheinen würde. Sollte die DTM-Umstellung verschoben werden, könnte das den Bruch mit der Super-GT bedeuten.

Denn die Hersteller in Fernost haben durch die Übernahme des deutschen Reglements bereits viel Geld in eine gemeinsame Zukunft investiert. Es droht ein massiver Vertrauensverlust. Die Super-GT-Kooperation könnte auch die IMSA-Verantwortlichen in den USA skeptisch stimmen, wenn es um die Internationalisierung der DTM geht. In Nordamerika wird das Turbo-Vorhaben zögerlich beobachtet.

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