DTM der Zukunft: GTE-Autos als Alternative zu Class-One?

, 30.04.2017

Die DTM bleibt bisher beim technischen Grundkonzept der Autos mit 4,0-Liter-V8-Motor: Muss es anschließend das Class-One-Reglement sein?

Mit mehr Leistung, etwas weniger Abtrieb und komplett neuen Reifen werden die DTM-Autos in der Saison 2017 auf die Strecken geschickt. Die veränderten Fahrzeuge sollen mehr Spektakel bringen, ähneln aber immer noch sehr den Vorgängermodellen. Ursprünglich sollten viel mehr aerodynamische Kleinteile verboten werden, doch die neue Generation trägt erneut zahlreiche Flaps, die bei leichten Berührungen abfliegen und die Balance der Autos nachhaltig beeinflussen.

"Ich glaube nicht, dass wir etwas ändern sollen, nur um was zu ändern. Die Basis des Autos ist extrem gut", schildert BMW-Pilot Augusto Farfus seine Ansicht. "Wir können dieses Auto vielleicht umwandeln, in eine einfachere Plattform, um weitere Hersteller anzulocken. Dieses Auto ist nicht einfach, es ist extrem komplex. Aber es wäre großartig, andere internationale Marken dabei zu haben. Das sollte unser Ziel sein", meint der Brasilianer. Der Haken: Nur eine grundlegende Neuerung der technischen Basis könnte Hersteller anlocken. Die Hürden sind ansonsten vor dem Hintergrund der Erfahrung von Audi, BMW und Mercedes viel zu hoch.

"Die DTM-Autos sind gute Autos", stellt BMW-Motorsportchef Jens Marquardt dar. "Klar ist es eine Sache für die längerfristige Zukunft, zu sagen, je mehr Hersteller man mit im Boot hat, desto besser. Wie sich das Reglement in der Richtung weiterentwickelt, ob es auf Basis der DTM-Autos bleibt, oder in eine andere Richtung geht, muss man mit der ITR weiterentwickeln." Das Class-One-Reglement, das in Japan bereits umgesetzt wird, liegt in der Schublade. Aus Kostengründen hat man die Einführung verschoben.

Während die Umsetzung des neuen Reglements inklusive neuer Turbomotoren für die Saison 2019 angestrebt wird, laufen im Hintergrund zahlreiche Diskussionen über mögliche Alternativen. Über den Einsatz von GT3-Autos wurde ebenso debattiert wie über die GTE-Fahrzeuge, die in Nordamerika und in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) zahlreich vorhanden sind. "GT3-Autos sind Kundenautos", winkt Marquardt bei der "kleineren" Variante ab. Aber über GTE dürfe man gern sprechen.

"Ich könnte mir beide Wege vorstellen. Aber ich glaube, da muss man sagen, die GT-Autos sind eher für die Langstrecke entwickelt. Deswegen ist in einer GTE-Serie wie in den USA die kürzeste Distanz über zweidreiviertel Stunden. Die WEC fährt 6-Stunden-Rennen als kürzeste Rennen, das ist ein anderes Format", sagt der BMW-Rennleiter. "Wir machen hier Sprint und da muss man sich einfach anschauen, was für Sprintrennen das beste Auto ist. Ich glaube, das DTM-Paket ist ein sehr gutes. Sehr gut für dieses Sprintformat geeignet."

Dennoch kann Marquardt der GTE gewissen Charme abgewinnen, zumal BMW selbst ein solches Auto für 2ß18 in der Entwicklung hat. Die Idee: Das Siegerteam der DTM bekäme zwei Startplätze für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans zugesichert. "Aber dann sind wir wieder bei dem Thema: Le Mans ist Langstrecke, DTM Sprint", schmunzelt Marquardt. "Unsere Autos sind nicht auf Langstrecke ausgelegt, sondern es sind Sprintautos. Mit einem DTM-Auto nach Le Mans gehen, ist nicht möglich - zumindest mit den jetzigen Autos nicht.

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