DTM Spielberg 2017: Audi und Ekström haben beste Karten

, 20.09.2017

Audi ist der Favorit auf den Sieg in Spielberg, Mattias Ekström heißer Kandidat für den Titel - Alle 18 Autos gleich schwer, keine Performance-Gewichte mehr

Das Finale rückt näher: Am Wochenende (23./24. September) findet die vorletzte Veranstaltung der DTM 2017 statt. Beim vierten und letzten Auslandsauftritt der Saison treten die 18 DTM-Piloten am Red-Bull-Ring in Spielberg gegeneinander an. Das Rennen in der österreichischen Steiermark ist das Heimrennen von Titelaspirant Lucas Auer, der in der Fahrerwertung nur neun Punkte hinter dem Spitzenreiter Mattias Ekström (136) liegt.

Der Kampf um die Meisterschaft 2017 ist spannend und eng wie selten zuvor. Zehn Piloten haben realistische Chancen auf den Titel. Den Führenden Ekström und den zehntplatzierten di Resta trennen nur 39 Zähler. Insgesamt werden in den vier verbleibenden Rennen und Qualifyings noch 112 Punkte vergeben. Rein rechnerisch könnte sogar Augusto Farfus, der in der Tabelle nur auf dem 16. Rang liegt, noch ein Wörtchen im Titelrennen mitreden.

"Es ist eine außergewöhnliche Situation, dass zehn Fahrer noch Meister werden können. In den Jahren zuvor waren es zwei oder drei, maximal fünf. Derjenige, der am Samstag das Rennen gewinnt, wird einen großen Schritt machen, egal ob er in der Tabelle Zehnter oder Erster ist", sagt Ekström.

Ekström ist Titelfavorit

Bei den Herstellern hat Audi die Nase vorn: Mit 550 Punkten liegen die Ingolstädter vor der Konkurrenz aus dem Hause Mercedes (498) und BMW (450). In der Teamwertung liegt Rosberg (237) vor Abt (185) und RBM (176).

Die besten Karten im Kampf um den Fahrertitel hat Tabellenführer Ekström. Der Schwede konnte in dieser Saison zwar noch keinen Rennsieg einfahren, doch den könnte er in Spielberg holen. Der Grundstein dafür wurde in der vergangenen Woche durch die Einigung der drei Hersteller, die Performance-Gewichte mit sofortiger Wirkung abzuschaffen, gelegt. Die DTM-Kommission musste der endgültigen Abschaffung der umstrittenen Gewichtsregel der Form halber noch zustimmen.

Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' wurde den Teams am gestrigen Dienstag in einem Bulletin des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB) mitgeteilt, dass die Performance-Gewichte offiziell abgeschafft wurden und alle 18 Autos mit einem Gewichts-Gleichstand am Red-Bull-Ring und beim Saisonfinale in Hockenheim im Oktober fahren werden. Außerdem wurde das Gesamtmindestgewicht der Fahrzeuge inkl. Fahrer von 1.125 kg auf 1.115 kg reduziert. Damit gehen erstmals seit dem Saisonauftakt in Hockenheim alle Fahrzeuge mit dem gleichen Gewicht an den Start.

Machst du Witze?

Nach der alten Regelung hätten Audi und Mercedes 20 kg mehr Gewicht auf die Waage gebracht als BMW. Auf dem Red-Bull-Ring, der als gewichtsempfindlichste Strecke im Kalender gilt, hätte der Gewichtsnachteil rund vier Zehntelsekunden pro Runde gekostet. In einem engen Fahrerfeld wie in der DTM hätte dies den Verlust von sehr vielen Positionen bedeutet. Zum Vergleich: Im Qualifying 2016 trennten den Ersten Marco Wittmann und Timo Scheider auf Platz 19 nur 0,47 Sekunden.

Die DTM-Fahrer, die geschlossen die Abschaffung der Performance-Gewichte gefordert hatten, freuten sich darüber, den Ballast endlich los zu sein. "Als ich die Nachricht bekam, war ich mir nicht sicher, ob sich jemand einen Scherz erlaubt, denn ich habe nicht gedacht, dass man das noch lösen wird", sagt Audi-Pilot Ekström, der nicht mehr mit einer Regeländerung in der laufenden Saison gerechnet hat. "Ich kenne niemanden, den diese Nachricht nicht gefreut hat", schmunzelt "Ekis" Teamkollege Nico Müller auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'.

"Der Saisonstart in Hockenheim, als alle Autos mit gleichem Gewicht unterwegs waren, hat schon gezeigt, wie eng das Feld beieinanderliegt. Ich erwarte, dass es in Spielberg und beim Finale in Hockenheim ähnlich wird", erinnert Müller daran, dass beim Auftaktwochenende im badischen Motodrom alle drei Hersteller auf dem Siegerpodest vertreten waren.

Gewichtsvorteil von BMW ist weg

Auch BMW-Fahrer Timo Glock freut sich über das Aus der Gewichte, auch, wenn er und seine BMW-Kollegen ab sofort keinen Gewichtsvorteil mehr haben. "Ich hätte mich natürlich gefreut, wenn ich in Spielberg mit 20 Kilo weniger als die Konkurrenz den Berg rauf und runter hätte fahren können", lacht er. Dennoch sei es die richtige Entscheidung im Sinne des Sports und der Fans, ergänzt er.

Durch die Abschaffung der Performance-Gewichte profitiert Spitzenreiter Audi am meisten. Die Experten sind sich einig, dass die Ingolstädter das beste Auto im Feld haben und zuletzt durch die Gewichtszuladung gebremst wurden. Durch den Wegfall des Erfolgsballasts kann die Marke mit den vier Ringen das Potenzial des RS5 DTM voll ausschöpfen und ist dem Traum vom Titelgewinn einen Schritt nähergekommen.

Ekström sieht seinen dritten DTM-Titel trotz des Vorsprungs in der Tabelle noch nicht in trockenen Tüchern. "Neun Punkte Vorsprung sind relativ wenig, wenn es noch mehr als 100 Punkte zu holen gibt. Ich werde versuchen, volle Attacke zu fahren und Vollgas zu geben. Und hoffentlich kann ich weiterhin vorne mitkämpfen. Im Endspurt in der Meisterschaft passieren oft entscheidende Fehler. Ich bin sicher, dass derjenige, der Meister wird, noch viermal fehlerfrei abliefern muss", ist der Schwede sicher, dass ihm noch ein heißer Kampf mit der Konkurrenz bevorsteht.

Idyllische Lage in der Steiermark

"Der Meisterschaftskampf ist noch weit offen und wir haben noch drei heiße Eisen im Feuer", bläst Mercedes-Pilot Maro Engel zum Angriff auf die Tabellenspitze. Konstanz und fehlerfrei fahren sind für BMW-Mann Glock die Schlüsselfaktoren, um im Meisterschaftskampf erfolgreich zu sein. In der Tabelle liegt der Ex-Formel-1-Fahrer auf Position sieben und hat selbst noch alle Chancen auf den Titelgewinn. Doch Glock hat einen anderen Favoriten. "Mattias hat momentan die besten Chancen", glaubt der 35-Jährige, dass der Schwede die besten Karten hat, um DTM-Champion 2017 zu werden.

Glock sieht sich eher in der Favoritenrolle für den Sieg in Spielberg. 2016 gewann der BMW-Fahrer das Rennen am Red-Bull-Ring, zweimal wurde er Dritter. Schon in der Formel BMW und Formel 3 war er auf dem Kurs in Österreich erfolgreich. Eine gute Ausgangslage für den Deutschen, der sich in der Steiermark wohlfühlt. "Die Umgebung ist total entspannt und schön. Ich freue mich jedes Jahr darauf und es macht viel Spaß. Ich hoffe, dass es auch dieses Jahr positiv laufen kann, wie in der Vergangenheit", hofft Glock, viele Punkte sammeln zu können.

"Es ist ein Saisonhighlight! Die Gegend um den Red-Bull-Ring gefällt mir sehr gut", stimmt Audi-Mann Müller im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' zu. "Es ist eine tolle Rennstrecke, die in eine hügelige Landschaft eingebettet ist, wie ich es von zuhause kenne." Der Schweizer, der im Berner Oberland aufgewachsen ist, fühlt sich in Spielberg heimisch.

Heimspiel für Auer

"Die Strecke ist sehr cool! Sehr flüssig und hat viele schnelle Kurven. Sie sollte unserem Auto sehr gut liegen", sagt der 25-Jährige. "Auf den langen Geraden kann man sich im Windschatten gut heransagen und das DRS gut nutzen. Die Fans können sich auf einige Überholmanöver freuen und ich hoffe, dass wir mitten im Geschehen am vorderen Ende des Feldes mit dabei sind und eine gute Show bieten können."

Für den Gesamtzweiten Lucas Auer ist das Rennwochenende ein waschechtes Heimspiel. "Ich freue mich sehr auf mein Heimrennen in Spielberg. Ich habe auf dieser Strecke schon irrsinnig viele Runden gedreht und der Kurs ist besonders zuschauerfreundlich. Ich glaube, die Strecke ist in Europa so ziemlich das beste Rennen, bei dem sich jeder wohl fühlen kann", schwärmt der junge Österreicher.

Vielleicht geben dem Tiroler die heimische Kulisse und die Unterstützung der vielen Fans an der Strecke den notwendigen Aufwind, um die Tabellenführung zurückzuerobern.

Die Rennen in Spielberg starten am Samstag um 14:45 Uhr und am Sonntag um 15:15 Uhr. Im Livestream von 'Motorsport-Total.com' werden alle Trainingseinheiten, Qualifyings und Rennen live und kostenlos übertragen.

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