Endlich zurück: Paul di Resta 2016 Titelkandidat in der DTM?

, 11.05.2016

Paul di Resta ist bereits seit Ende 2015 wieder in guter Form - Nach seinem Sieg in Hockenheim könnte er Mercedes' heißestes Eisen im Kampf um den DTM-Titel sein

Paul di Resta scheint mittlerweile wieder voll in der DTM angekommen zu sein: Der ehemalige Formel-1-Pilot sicherte sich in Hockenheim seinen ersten Sieg in der Tourenwagenserie seit 2010. Damals wechselte der Schotte als amtierender Champion in die Königsklasse, doch noch drei Jahren bei Force India kehrte er 2014 wieder in die DTM zurück. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten ist der Mercedes-Pilot nun wieder da - und möglicherweise sogar ein großer Favorit auf den Titel.

"Es ist lange her, seit ich das letzte Mal ein Rennen gewonnen habe", atmet di Resta, der letztmalig vor mehr als fünf Jahren an gleicher Stelle ein Rennen gewann, durch. "Die Frage war schon, ob ich es überhaupt noch einmal schaffen würde", lacht der Schotte. Als er 2014 in die DTM zurückkehrte, reichte es in der Endabrechnung nur zu einem durchwachsenen 15. Platz in der Meisterschaft.

Im vergangenen Jahr waren dann bereits Platz acht und drei Podestplätze drin. Schon Ende letzten Jahres präsentierte sich di Resta in guter Form. Einem zweiten Platz auf dem Nürburgring folgten zwei vierte Plätze beim Finale in Hockenheim. Die Saison 2016 begann erneut mit einem vierten Rang - und eben dem Sieg im zweiten Rennen. Unter dem Strich macht das für di Resta nach dem ersten Wochenende des Jahres die Meisterschaftsführung.

"Wenn man aus der Formel 1 in diese Serie kommt, dann braucht man einige Zeit, um sich anzupassen", erklärt di Resta, der nach seiner Rückkehr zunächst nicht an seine Leistungen vor seinem Formel-1-Wechsel anknüpfen konnte. "Du brauchst eine Gruppe von Leuten, mit denen du arbeiten kannst, und die dich verstehen", verrät der Schotte, der "langsamer aber sicher" das Gefühl hat, wieder ganz vorne mitkämpfen zu können.

"Ich freue mich, dass wir Formel-1-Jungs, die sich etwas schwer mit dem Wechsel in die DTM tun, auf den Plätzen eins und zwei stehen. Das ist nicht so schlecht für uns", lacht Timo Glock, der in Hockenheim am Sonntag Rang zwei hinter di Resta holte, anschließend aber disqualifiziert wurde. Di Resta warnt allerdings: "Wir wissen, dass es in dieser Meisterschaft um Konstanz geht."

Jamie Green gewann 2015 beispielsweise drei der ersten vier Rennen, verpasste den Titel am Ende des Jahres aber trotzdem. Allerdings dürfte der gute Auftakt immerhin Mut machen. Interessant dürfte die Frage werden, ob sich Mercedes nun bereits frühzeitig auf di Resta als Titelkandidaten festlegen wird. 2015 setzte man früh in der Saison alle Karten auf Pascal Wehrlein - und holte mit dieser Taktik schließlich den Titel.

Viele Zuschauer vermuteten sogar bereits im ersten Rennen am Samstag eine Stallregie, als di Resta Markenkollege Christian Vietoris kurz vor Rennende für Rang vier überholte. "Wenn man sich das genau anschaut, dann haben wir keinen Platzwechsel gemacht", beteuert Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz allerdings und verrät: "Es war so, dass Chris der Meinung war, dass er schneller ist und vielleicht attackieren kann."

Die beiden Mercedes-Kollegen lagen zu diesem Zeitpunkt nicht weit hinter dem drittplatzierten Audi-Piloten Nico Müller. "Da hat Paul ihn vorbeigelassen", erklärt Fritz. Vietoris konnte Müller anschließend aber auch nicht einholen. "Danach haben wir wieder zurückgetauscht", so Fritz. Letztendlich hatte also keiner der beiden einen Vorteil. Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass di Resta im Laufe der Saison noch Unterstützung seiner Kollegen bekommen wird, wenn er weiterhin so stark fährt wie in Hockenheim.

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