Robert Wickens: Im DTM-Titelkampf noch ganz entspannt

, 09.09.2016

Robert Wickens könnte in diesem Jahr den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere feiern - Vor den entscheidenden DTM-Rennen ist er aber trotzdem nicht nervös

Robert Wickens fährt 2016 wohl seine bisher beste Saison in der DTM. Der Kanadier konnte bereits zwei Rennsiege feiern, stand insgesamt fünfmal auf dem Podium und liegt sechs Rennen vor Saisonende auf Rang zwei in der Meisterschaft. Lediglich zwölf Zähler fehlen auf Spitzenreiter Marco Wittmann. Kann Wickens in diesem Jahr also nach dem Titel greifen? "Das wäre ohne Frage der größte Erfolg in meiner Karriere. So weit bin ich bisher noch nie gekommen", verrät er im Gespräch mit 'sportschau.de'.

"Es wäre meine erste professionelle Meisterschaft, und die auch noch für Mercedes zu gewinnen, das wäre natürlich ein großer Erfolg. Zwei Jahre in Folge die DTM-Meisterschaft einzufahren, wäre auch für meinen Arbeitgeber eine Bestätigung der hervorragenden Arbeit. Aber: Es gibt keinen Knopf für Erfolg, wir arbeiten hart weiter", so Wickens, dessen bisher beste Gesamtplatzierung in der DTM Platz fünf aus dem Jahr 2013 ist.

Druck spürt Wickens aber trotzdem nicht. "Ich bin noch sehr entspannt, weil ich sehr zufrieden bin mit dem Job, den mein Team und ich bisher gemacht haben und weil noch einiges passieren kann in den ausstehenden sechs Rennen. Ich habe eher das Gefühl, dass wir noch gar nicht das bekommen haben, was wir eigentlich verdient hätten, und wir noch nicht den Platz eingenommen haben, den wir hätten einnehmen können", so Wickens.

Der Kanadier erklärt: "Es gab einige Rennen in diesem Jahr, bei denen wir eigentlich auf dem Podium hätten stehen müssen, wir es am Ende aber nicht getan haben. Da gab es Probleme unter anderem bei meinem unverschuldeten Crash am Norisring oder den Ausfall der Servolenkung in Moskau. Wir hätten insgesamt drei Siege mehr einfahren können und haben viele Punkte verloren."

"Trotzdem habe ich bisher die meisten Podiumsplatzierungen aller Fahrer in dieser Saison eingefahren. Das lässt mich positiv an die letzten Rennen herangehen", so Wickens, der die freie Zeit nach den Rennen in Moskau nutzte, um in seine Heimat zu reisen, wo er unter anderem bei der Hochzeit eines Freundes eingeladen war. Nun steht das Wochenende auf dem Nürburgring an, auf das sich Wickens besonders freut.

"Ich mag den Nürburgring ganz besonders, weil ich dort einen meiner bisher größten Siege feiern konnte", verrät er. "In der Formel-Renault-3.5-Saison im Jahr 2011 habe ich mir dort ein besonders hartes Rennen mit Daniel Ricciardo geliefert. Es regnete und trocknete, wurde wieder nass und wieder trocken. Ich bin aber immer mit meinen Trockenreifen weitergefahren und war am Ende erfolgreich."

"Dieses verrückte Rennen werde ich nie vergessen. Ich liebe es, dort zu fahren und ich liebe sowieso Strecken, die viel Historie im Motorsport zu bieten haben. Deshalb freue ich mich sehr auf den Nürburgring", so Wickens, der im Hinblick auf seine Titelchancen erklärt: "Ich glaube, es sieht ganz gut aus, aber nur dann, wenn wir alle den gleichen guten Job machen wie bisher in dieser Saison. Ich bin da jedenfalls sehr zuversichtlich."

Am Nürburgring hat Wickens außerdem einen prominenten Unterstützer. "Ich persönlich drücke natürlich Mercedes die Daumen. Robert Wickens war in diesem Jahr sehr stark", verrät DTM-Legende Bernd Schneider gegenüber 'DTM.com'. "Ich bin davon überzeugt, dass die Rennen am Nürburgring so spannend werden, wie keine anderen Rennen in diesem Jahr", so der fünfmalige DTM-Champion.

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