Seit 2015 in Arbeit: Der neue DTM-Mercedes

, 05.04.2017

Mit dem C 63 DTM beginnt bei Mercedes in der Saison 2017 ein ganz neues Kapitel Motorsportgeschichte - Mehr als 70 Prozent der Teile sind neu

Seit Ende 2015 arbeitete das Team am neuen Auto für die Saison 2017. Bei den Testfahrten in Hockenheim absolviert der neue DTM-Mercedes in dieser Woche seine letzten Runden vor dem Saisonauftakt. Dabei durchlief der C 63 DTM viele einzelne Phasen der Entwicklung.

Neues Auto, neue Regeln, neue Herausforderung: In dieser Woche ist es in Hockenheim endlich soweit. Das Mercedes-DTM-Team absolviert den letzten Test mit dem neuen für die Saison 2017 homologierten DTM-Mercedes vor dem Saisonstart an gleicher Stelle. Auf diesen Moment hat das Team seit vielen Monaten hingearbeitet.

Der 1. März 2017 war der Stichtag: Bis kurz vor diesem Homologationstermin lief die Entwicklung im Windkanal auf Hochtouren. Dann musste es schnell gehen: Ein riesiges Formular samt allen CAD-Daten musste auf CD gebrannt und zur Homologation eingereicht werden. Parallel liefen bereits die Vorbereitungen auf die Testwoche in Vallelunga. Zwischen diesem ersten Test nach der Homologations-Deadline und dem finalen Test in Hockenheim wurden nur noch Details geändert.

Beim Saisonauftakt stehen sechs Autos am Start

Unterdessen arbeitete das Team bereits mit Hochdruck an der Planung für die Rennautos. Denn während beim ersten Test des Jahres in Portimao Ende Februar nur ein Auto zum Einsatz kam, müssen bis zum Saisonstart in Hockenheim sechs Autos plus Ersatzteile fertiggestellt sein. "Bei zwei Rennen pro Wochenende ist es sehr wichtig, dass man genügend Ersatzteile hat", betont Hubert Hügle, Head of Development Racecar. "Bis Hockenheim benötigen wir zum Beispiel zwölf Motorhauben."

Das heißt: Komponenten mit langen Liefer- und Herstellungszeiten mussten rechtzeitig in die Produktion gegeben werden, damit sie zum Saisonstart in ausreichender Anzahl vorhanden sind. "Da liegt der Entwicklungs-Fokus schon früh auf dem Rennen in Hockenheim", bestätigt Renningenieur Dennis Nägele. "Man muss die Entwicklung in die Richtung splitten, dass man Langläufer und Kurzläufer voneinander trennt und die Langläufer zuerst angeht."

Hier macht sich die enge Verbindung der Designabteilung mit Race Operations bemerkbar. "Unsere Aufgabe ist, das Auto mitweiterzuentwickeln und besser in die Richtung zu bringen, in der wir es an der Strecke brauchen", verrät Nägele. "Um die Entscheidungen im Design fällen zu können, brauchen sie wiederum von Race-Operations-Seite die Information, was wir haben wollen. Wir sind in allen Bereichen mittlerweile sehr stark verbunden und auch sehr stark involviert."

Schon im Jahr 2015 begann die Entwicklung

Der Startschuss für die Entwicklung des neuen Autos fiel bereits Ende 2015. Anders als in den vergangenen Jahren galt es dabei eine Vielzahl an Änderungen am technischen Regelwerk zu beachten. Dazu zählt allen voran eine größere Anzahl an Einheitsbauteilen. "Das heißt, 2017 ist das ganze Fahrwerk einheitlich", erklärt Hügle. "Bei der Aerodynamik sind Hauptteile wie der Flügel, der Front-Diffusor oder der Unterboden ebenfalls identisch."

Diese Einheitsbauteile wurden von den drei in der DTM engagierten Herstellern gemeinsam entwickelt. Hierzu teilten sie sich die Entwicklung untereinander auf. So kümmerte sich zum Beispiel ein Hersteller um das Fahrwerk, einer um den Unterboden und einer um den Heck-Diffusor. "Die konstruktive Arbeit wird zum Teil von den Herstellern direkt geleistet", sagt Hügle. "Wir haben zum Beispiel den Radträger konstruiert." Die Entwicklung aller Einheitsbauteile dauerte ungefähr bis August 2016 an.

Während der Hauptfokus auf den Einheitsteilen lag, arbeitete das Team ab Frühjahr 2016 parallel schon daran, das Windkanalmodell zu aktualisieren. "Dabei mussten die gegebenen Einheitsbauteile der Aerodynamik an das Windkanalmodell gebracht werden", führt Hügle aus. In dieser Phase begann das rund 25-köpfige Team, das an der Entwicklung des Autos beteiligt war, damit, in monatlichen 5-Tages-Windkanal-Sessions Ideen zu generieren und auszutesten.

Nur 50 Tage im Windkanal

Die Arbeiten im Windkanal werden dabei ebenso vom Reglement eingeschränkt wie die Testarbeit auf der Rennstrecke. So müssen alle Windkanal-Tage beim DMSB angemeldet werden. Innerhalb eines Kalenderjahres sind demnach ab dem 1. März 50 Tage im Windkanal erlaubt. Genauso werden Straight-Line-Aerodynamik-Tests und Arbeiten mit 1:1-Windkanalmodellen vom DMSB protokolliert und überwacht.

"Wenn es dann Richtung Herbst geht, muss man die ersten Komponenten festlegen, damit die Produktion beginnen kann", erklärt Hügle. Den Anfang machen normalerweise das Innere des Fahrzeugs, also die Feuerwände, die ganzen Carbon-Teile, das Dach oder die Scheiben. Während sich das Team bei den großen Bauteilen schon relativ früh festlegen muss, versuchen die Designer und Ingenieure bei Details wie Flicks und Anbauteilen so lange wie möglich das letzte Quäntchen Performance herauszuholen. Aufgrund der neudefinierten Einheitsbauteile beträgt der Anteil neuer Teile beim 2017er Mercedes-AMG C 63 DTM im Vergleich zu seinem Vorgänger mehr als 70 Prozent.

Jetzt kommentieren
Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere DTM-News

Robert Wickens war am Mittwoch im DTM-Mercedes nicht zu schlagen

Dritter Testtag: Schon wieder Mercedes ganz oben

Aktuell befindet sich die DTM im Testmodus für die neue Saison. Auf dem Hockenheimring wird bereits seit Anfang der Woche das neue Material auf Herz und Nieren durchgeprüft, sodass beim Saisonstart …

Die neuen Mercedes-Designs für die DTM-Saison 2017 in der Übersicht

DTM-Saison 2017: Die neuen Fahrzeug-Designs von Mercedes

Neue Regeln, neue Autos und neue Designs: Pünktlich zum Beginn der letzten Testfahrten vor dem Saisonbeginn Anfang Mai stellte Mercedes seine sechs neuen Fahrzeugdesigns für die kommende DTM-Saison …

Gary Paffett fuhr am Montag beim DTM-Test am schnellsten

Erster Testtag: Mercedes macht die Pace

Im badischen Motodrom von Hockenheim begann am Montag der viertägige offizielle ITR-Test. Dabei wollen sich die drei involvierten Hersteller Audi, BMW und Mercedes auf die neue Saison einschießen. …

Das Mercedes-Übergangsmodell bei den DTM-Tests in Vallelunga

Volle Pulle in die DTM-Saison: Mercedes

Nicht mehr lange, dann wird die DTM in die Saison 2017 starten. Doch bevor Anfang Mai in Hockenheim um Siege, Punkte und Prestige gefahren wird, stehen noch die offiziellen ITR-Testfahrten auf der Agenda der …

Gary Paffett für an einem von drei Tagen mit dem Mercedes in Vallelunga

Mammut-Testprogramm für Mercedes in Vallelunga

Die Vorbereitungen auf die neue DTM-Saison laufen auf Hochtouren. In dieser Woche absolvierte das Mercedes-DTM-Team im italienischen Vallelunga den zweiten von drei Tests vor dem Saisonauftakt in Hockenheim. …

AUCH INTERESSANT
Walter Röhrl: Seine 7 besten Momente

AUTO-SPECIAL

Walter Röhrl: Seine 7 besten Momente

Walter Röhrl gehört zu den besten Rallye-Fahrern aller Zeiten und fuhr auch auf der Rundstrecke bedeutende Rennsiege ein. Jetzt wird es persönlich: Walter Röhrl kramt in seiner Fotokiste und …


Motorsport-Total.com

TOP ARTIKEL
Ford Mustang Bullitt 2018: Der erste Check und der Preis
Ford Mustang Bullitt 2018: Der erste Check und …
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im Sport-Test?
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im …
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
News-Abo
Jeden Morgen kostenlos per E-Mail:
Aktuelle Artikel
Porsche Cayenne E-Hybrid Test: Was er wirklich verbraucht
Porsche Cayenne E-Hybrid Test: Was er wirklich …
Porsche 919 Hybrid Evo: Neuer Rekord auf der Nordschleife?
Porsche 919 Hybrid Evo: Neuer Rekord auf der …
VW T-Roc Cabrio 2020: VW legt sich mit Range Rover an
VW T-Roc Cabrio 2020: VW legt sich mit Range …
Suzuki Swift Sport 2018 Test: Rennsemmel für kleines Geld
Suzuki Swift Sport 2018 Test: Rennsemmel für …
Jaguar I-Pace 2018: Der erste Check des neuen Elektro-SUV
Jaguar I-Pace 2018: Der erste Check des neuen …


Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo
  • autoaid Logo