Formel 1 Mexiko 2015: Rosberg im Tausendstel-Duell voran

, 31.10.2015

Nico Rosberg fährt auch im dritten Training Bestzeit, doch die Konkurrenz ist Mercedes auf den Fersen - Motorschaden bei Kimi Räikkönen vor dem Qualifying

Nico Rosberg bleibt beim ersten Grand Prix von Mexiko seit 23 Jahren weiterhin der schnellste Mann des Wochenendes. Der Mercedes-Pilot unterbot im dritten Freien Training im Autodromo Hermanos Rodriguez in Mexiko-Stadt seine Bestzeit vom Freitag um eine halbe Sekunde und sicherte sich in 1:21.083 Minuten den ersten Platz.

Mercedes setzt für das Qualifying offenbar auf mehr Anpressdruck als am Freitag, denn die 360-km/h-Schallmauer wurde heute Morgen nur von Williams geknackt. Der Vorsprung war aber gering: 0,118 Sekunden auf Daniel Ricciardo (Red Bull), 0,211 Sekunden auf Sebastian Vettel (Ferrari). Letzterer hätte schneller sein können, fuhr seine beste Runde aber mit leicht angefahrenen Reifen und musste eine Runde, die sogar noch schneller gewesen wäre, abbrechen.

Hamilton war im Finish ebenfalls drauf und dran, die Rosberg-Bestzeit zu attackieren, schrammte aber gleich zweimal um weniger als eine Zehntelsekunde daran vorbei. Am Ende trennten ihn 14 Tausendstelsekunden vom Teamkollegen. Mercedes ist damit auch in Mexiko Pole-Favorit: "Wir wissen, dass Mercedes in der Qualifikation ein bisschen mehr Power freigeben kann. Aber es ist enger, als wir es erwartet haben", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer.

Wie schon am Freitag klagten auch heute Morgen fast alle Fahrer über zu wenig Grip. Vettel musste ebenso einen Ausritt verzeichnen wie Hamilton, der nach einem heftigen Verbremser in die Botanik fuhr und einen seiner Reifensätze beschädigte. Sauber-Rookie Felipe Nasr (16./+1,984 Sekunden) humpelte gar mit einem Bremsplatten zurück an die Box, nachdem er sich verbremst hatte. Aber das Problem mit wenig Grip und überhitzenden Bremsen haben eigentlich alle.

Wenig Grip, das scheint Teams wie Red Bull und Force India zu liegen, die ihre starke Form von gestern konservieren konnten und auch heute weit vorne mitmischten. Lokalmatador Sergio Perez hatte als Sechster nur eine halbe Sekunde Rückstand, Nico Hülkenberg landete als Zehnter ebenfalls in den Top 10. Und der Russe Daniil Kwjat rundete die starke Red-Bull-Performance als Fünfter ab - trotz eklatanter Topspeed-Schwäche auf der langen Geraden im ersten Sektor.

Nachdem Red Bull in Austin bei Mischverhältnissen und wenig Grip konkurrenzfähig war, kommt die starke Performance in Mexiko-Stadt nicht ganz überraschend. Aber das ist nicht der einzige Grund: "Das PS-Defizit ist hier wegen der dünnen Luft wahrscheinlich geringer als sonst", erklärt Teamchef Christian Horner. "Die Strecke verändert sich ziemlich schnell, baut Grip auf. Der zweite Sektor kommt uns entgegen, der dritte auch."

Valtteri Bottas (Williams/+0,689), Carlos Sainz (Toro Rosso/+0,692) und Felipe Massa (Williams/+0,862) sicherten sich die Positionen sieben bis neun; Max Verstappen, der nach seinem Trainingscrash am Freitag einiges aufzuholen hatte, drehte stattliche 31 Runden und wurde mit knapp einer Sekunde Rückstand Elfter. Lotus, Sauber, McLaren und Manor-Marussia zählen hingegen nicht zu den engsten Anwärtern auf einen Top-10-Startplatz.

Besonders bei McLaren läuft wieder einmal alles schief, was schieflaufen kann. Jenson Button (20./+8,253) drehte nur vier Runden, weil vor dem Qualifying schon wieder die Antriebseinheit gewechselt werden muss - ein Glück, dass sein Team bereits vor dem Wochenende die Strafe für zwei neue Motoren kassiert hat und er zu jenem Aggregat zurückwechseln kann, das gestern im Einsatz war. Teamkollege Fernando Alonso (+1,982) wurde 15.

Ob zu langsam ladender Energiespeicher, zu starke Motorbremswirkung oder Vibrationen: Es gibt kaum eine Sorge, die McLaren nicht hat. Aber es traf auch die, die sonst zuverlässig unterwegs sind: Kimi Räikkönen (17./+3,565) musste seinen Ferrari schon nach vier Runden mit Motorschaden abstellen, was seinen Mechanikern kurzfristig etwas Arbeit beschert. Für das Qualifying am Nachmittag erwarten die Veranstalter übrigens 110.000 Zuschauer.

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