Formel-1-Test Barcelona: Palmer Schnellster, Marciello crasht

, 13.05.2015

Lotus-Tester Jolyon Palmer schnappte dem angeschlagenen Mercedes-Talent Pascal Wehrlein am zweiten Barcelona-Testtag die Bestzeit weg, Raffaele Marciello crashte

Überraschung in Barcelona: Fast den gesamten zweiten Testtag während der Saison hatte Mercedes-Pilot Pascal Wehrlein das Klassement angeführt, doch dann packte Lotus-Ersatzmann Jolyon Palmer im Schlusssprint den Hammer aus und unterbot die Bestmarke des Silberpfeil-Piloten um 0,417 Sekunden.

Der Sohn des ehemaligen Formel-1-Piloten hätte seine Bestzeit von 1:26.080 sogar noch übertrumpft, wäre er nicht auf seiner nächsten Runde von Jenson Button aufgehalten worden. Die Zeit, die Palmer übrigens auf Supersoft-Reifen fuhr, ist dennoch deutlich langsamer als die Bestzeit von Nico Rosberg am Dienstag. Der Barcelona-Sieger hatte den Kurs in 1:24.374 Minuten umrundet und war somit um 1,7 Sekunden schneller gewesen.

Palmer sorgte mit seiner Supersoft-Runde für einen Schönheitsfehler bei Wehrleins Silberpfeil-Comeback: Der Mercedes-DTM-Pilot und Formel-1-Ersatzfahrer war am Dienstag bitter enttäuscht gewesen, weil er wegen Fiebers nicht im Force-India-Boliden testen konnte, die Revanche mit einer Tagesbestzeit gelang nicht ganz. Wehrlein fuhr seine beste Runde allerdings auf den deutlich härteren Medium-Reifen.

Angeschlagener Wehrlein fährt meisten Runden

Obwohl Wehrlein auch heute nicht topfit war, erwies sich der 20-Jährige wie am Vortag Rosberg als Marathonmann und absolvierte mit 137 Runden den Topwert auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya, der erneut hervorragende Testbedingungen bot. im Vergleich zum Vortag war es allerdings noch heißer, was sich negativ auf die Zeiten auswirkt.

Auf Platz drei und mit einem Rückstand von 0,603 Sekunden reihte sich der französische Red-Bull-Junior Pierre Gasly ein, der am Vortag noch im Toro Rosso saß. Der GP2-Pilot hatte in seiner besten Runde die unmarkierten Pirelli-Versuchsreifen aufgezogen, die der Reifenmischung Soft entsprechen.

Technikpannen bei Red-Bull-Teams

Gasly fuhr 75 Runden, für Red Bull lief es aber erneut nicht problemlos: Am Nachmittag sorgte er für einen kurzen Abbruch der Session, als er seinen RB11 bei der Boxenausfahrt wegen eines technischen Problems parkte. Kurz davor war sein Red-Bull-Kollege Carlos Sainz bei der Boxeneinfahrt stehen geblieben und hatte ebenfalls eine rote Flagge verursacht.

Der Lokalmatador, der beim Grand Prix mit Platz neun glänzte, kam mit einem Rückstand von 2,495 Sekunden auf den achten und vorletzten Platz, knackte aber mit 103 Umläufen als einer von drei Piloten die 100-Runden-Schallmauer. Dies gelang neben ihm und Wehrlein auch Ferrari-Debütant Esteban Gutierrez.

Marciello: Unfall nach halber Stunde

Für den einzigen Crash und die erste Unterbrechung sorgte nach nur einer halben Stunde Ferrari-Junior Raffaele Marciello. Der Italiener, der nach seinem gestrigen Ferrari-Einsatz heute im Sauber saß und schon nach seinem Freitagseinsatz im Freien Training ankündigte, dass er sein Team beim Test beeindrucken wolle, flog in Kurve 3 wegen eines Fahrfehlers ab und musste sich schließlich mit der roten Laterne abfinden.

Sein Rückstand betrug 2,749 Sekunden, und er kam auf 75 Runden. Seinen Einsatz hätte sich der Trident-GP2-Pilot mit Sicherheit anders vorgestellt, denn wegen Beschädigungen an der linken Seite des Boliden bereitete er seinen Mechanikern jede Menge Arbeit.

Überraschend problemloser Tag für McLaren

Überraschend problemlos lief es währenddessen für McLaren-Honda: Jenson Button, der sich am Rennwochenende noch so sehr über das "gefährliche" Fahrverhalten seines Boliden beschwert hatte, lag am Morgen sogar eine Zeitlang in Führung und kam am Ende mit einem Rückstand von 0,847 Sekunden auf den vierten Rang. Der Brite hatte sich zunächst auf Longruns konzentriert, während er kurz vor Schluss einige kurze Versuche einlegte.

Hinter Button reihte sich Landsmann Alex Lynn mit einem Rückstand 0,887 Sekunden ein. Der Red-Bull-Junior, der zudem vom WEC-Piloten Alex Wurz betreut wird, fuhr seine schnellste Runde auf der weichen Reifenmischung und kam mit nur 52 Umläufen auf die niedrigste Rundenanzahl. Auf den Plätzen sechs und sieben landeten Formel-3-Europameister Esteban Ocon, der für Force India ins Lenkrad griff, und Ferrari-Ersatzmann Gutierrez. Der Rückstand des ehemaligen Sauber-Piloten war mit 1,885 Sekunden bereits beträchtlich.

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