Formel 1 USA 2015: Abschluss-Bestzeit für Lewis Hamilton

, 24.10.2015

War das schon die Pole? Bei Starkregen in Austin sichert sich Lewis Hamilton die Bestzeit im Abschlusstraining vor Sebastian Vettel und Nico Hülkenberg...

Bei grenzwertigen Wetterverhältnissen sicherte sich Lewis Hamilton heute Morgen in Austin, Texas, die Bestzeit im dritten Freien Training zum Grand Prix der USA . Und sollte das Qualifying tatsächlich wie befürchtet den Ausläufern des Hurrikans Patricia zum Opfer fallen, dann könnte das schon die Bestzeit für den Mercedes-Fahrer gewesen sein.

Denn nach langem Rätselraten, ob das Training überhaupt stattfinden kann, entschied die FIA relativ kurzfristig, pünktlich zu beginnen - obwohl die Betreiber des Circuit of The Americas nach behördlichen Warnungen im Radio beschlossen hatten, ihre Tore nicht vor Mittag aufzusperren. Aufgrund der noch schlechteren Prognose für Samstagnachmittag warnte die FIA die Teams vor Beginn, dass das dritte Freie Training im Falle einer Qualifying-Absage für die Startaufstellung herangezogen werden könnte.

Als Daniel Ricciardo (Red Bull), der erste Fahrer auf der Strecke, dann funkte, die Bedingungen seien "nicht so schlimm wie befürchtet", nahm das Training seinen normalen Lauf - bis der Regen 25 Minuten vor Schluss wieder zunahm. Zu jenem Zeitpunkt war Hamilton der einzige Fahrer unter zwei Minuten, mit einer Bestzeit von 1:59.517 Minuten. Damit verdrängte er den zuvor lange führenden Sebastian Vettel (Ferrari) um 0,863 Sekunden auf Platz zwei.

Dritter wurde Nico Hülkenberg (Force India), der - wie schon bei seiner Pole in Brasilien 2010 - mit den schwierigen Verhältnissen recht gut zurechtkam und einer der wenigen Fahrer war, die bei extrem starkem Regen zumindest noch einen Start übten. Auf den weiteren Top-8-Positionen reihten sich Valtteri Bottas (Williams), Carlos Sainz (Toro Rosso), Daniil Kwjat (Red Bull), Kimi Räikkönen (Ferrari) und Ricciardo ein.

Neben einer Reihe von Ausritten und Drehern (darunter auch Hamilton und Vettel) war Nico Rosberg (Mercedes) der einzige Fahrer, der Blechschaden produzierte, als er gleich zu Beginn seinen Frontflügel bei einem leichten Einschlag verlor. Zumindest konnte er sich aus dem Kiesbett retten und noch eine Zeit setzen, die für Platz neun reichte. Zehnter wurde Felipe Massa (Williams), Elfter Sergio Perez (Force India), Zwölfter Romain Grosjean (Lotus).

Fernando Alonso (14./McLaren) witterte zwischenzeitlich seine Chance und forderte einen neuen Reifensatz, den er vom Team aber nicht bekam. Apropos Reifen: Aus Sicherheitsgründen herrschte Intermediate-Verbot. Ganz cool dann aber Kwjat, als er am Ende gefragt wurde: "Kannst du noch eine Runde draußen bleiben und einen Start üben?" Seine Antwort: "Es macht nicht gerade Spaß, aber wenn ich langsam fahre, dann geht's."

"Wir haben die Formel 1 schon lange nicht mehr bei so viel Regen fahren gesehen", fasst 'Sky'-Experte Marc Surer abschließend zusammen. "Normalerweise geht da keiner raus. Aber weil das Reglement sagt, wenn es keine Qualifikation gibt, wird dieses Ergebnis genommen, sind alle gefahren. Das hat mir gefallen. Ich finde, man kann mit den heutigen Autos durchaus im Regen fahren."

Nämlich auch in technischer Hinsicht, denn trotz der hochkomplexen Elektronik gab es keine "Wasserschäden". Surer stellt das beeindruckt fest: "Was erstaunlich ist: Die Autos sind voll verkabelt, haben kilometerlange Kabel da drin - aber keiner ist stehen geblieben. Bei sintflutartigem Regen rumgefahren zum Schluss, alles ist nass, aber die Autos laufen und laufen und laufen. Das ist wirklich erstaunlich."

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