Hamilton ist britischer Sportler des Jahres

, 15.12.2014

Lewis Hamilton wurde am Abend zu Großbritanniens Sportler des Jahres gewählt - Damit beendet er eine Durststrecke seit 1996, als zuletzt ein Formel-1-Fahrer gewann

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton wurde am Sonntagabend als "BBC Sports Personality of the Year" ausgezeichnet. Der Brite hatte sich in einem harten WM-Kampf gegen seinen Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg durchgesetzt, indem er das Saisonfinale von 23. November für sich entschied. Die begehrte Trophäe dekoriert jährlich den herausragenden Sportler der Nation und wird von der britischen Bevölkerung gewählt.

Lange Zeit galt Rory McIlroy als Favorit auf den Titel. Der Golfer gewann sowohl das Open als auch die US-amerikanische PGA-Meisterschaft. Ebenfalls im Favoritenkreis: Langstreckenläuferin Joanne Pavey, die im Alter von 40 Jahren und nur ein Jahr nach der Geburt ihres zweiten Kindes den 10.000-Meter-Lauf bei den Europameisterschaften für sich entscheiden konnte. Die Britin bekam letztlich 16 Prozent der Stimmen, McIlroy musste sich mit 20 Prozent zufriedengeben.

Bei seinen ersten Anläufen hatte sich Hamilton, der insgesamt 34 Prozent der Stimmen bekam (209.920 von 620.932) noch geschlagen geben müssen: Nach seiner ersten Formel-1-Saison 2007 musste er sich mit dem zweiten Platz bei der Auszeichnung zufrieden geben. Damals gewann Boxer Joe Calzaghe. Und auch ein Jahr später, als sich der Mann aus Stevenage seine erste Weltmeisterschaft sicherte, gewann mit Olympia-Radfahrer Sir Chris Hoy ein anderer. Nun also endlich der erste Titel für Hamilton.

Nicht mit gerechnet

"Ich bin absolut sprachlos", meint der 29-Jährige in seiner Dankesrede. "Zuerst einmal möchte ich allen Champions hier gratulieren. Ich bin so stolz, zwischen so vielen britischen Sporttalenten stehen zu dürfen - es ist mir eine Ehre. Ein gewaltiger Dank gilt all den Leuten, die für mich gestimmt haben, ich hatte wirklich nicht damit gerechnet", spielt Hamilton auf die Favoritenrolle von Golfer McIlroy an, der "so ein unglaubliches Jahr" hatte.

In Endeffekt sei die ganze Nation der Gewinner: "Der heutige Abend erinnert uns daran, wie viele großartige Sportler wir hierzulande haben. Ich hatte nie gedacht, dass ich mal hier oben mit all diesen großen Persönlichkeiten stehen würde. Das ist einfach ein Traum", findet Hamilton. "Ich saß da und habe gesagt, dass Rory gewinnen würde. Ich dachte, es muss einfach ein anderer gewinnen."

Seit 1996 hatte kein Formel-1-Fahrer mehr die begehrte britische Auszeichnung gewonnen. Damals holte sich Damon Hill den Titel, nachdem er sich in der Weltmeisterschaft gegen Michael Schumacher durchgesetzt hatte. In der Zwischenzeit gewann nicht nur Hamilton die Königsklasse (2008), sondern auch Jenson Button mit Brawn GP (2009). Beide schafften es jedoch nicht zum britischen Sportler des Jahres.

Zuvor durften sich drei weitere Formel-1-Fahrer auf Großbritanniens Sportlerthron setzen, der insgesamt zum 61. Mal neubesetzt wurde. Nigel Mansell, der 1992 Weltmeister wurde und zudem 1986 siegte, sowie Hill (1994 und 1996) wurden jeweils zweimal ausgezeichnet. Jackie Stewart (1973) sowie Stirling Moss (1961) gewannen bei der Wahl jeweils einmal. Für Hamilton beschließt der Titel ein unheimlich erfolgreiches Jahr, in dem er sich insgesamt elf Grand-Prix-Siege sicherte.

Die Top 10 der Abstimmung (insgesamt 620.932 Stimmen):

Lewis Hamilton - Formel 1 - 209.920

Rory McIlroy - Golf - 123.745

Joanne Pavey - Leichtathletik - 99.913

Charlotte Dujardin - Dressurreiten - 75.814

Kelly Gallagher & Charlotte Evans - Ski - 35.871

Lizzy Yarnold - Bobsport - 23.188

Max Whitlock - Turnen - 17.219

Gareth Bale - Fußball - 13.747

Carl Froch - Boxen - 11.616

Adam Peaty - Schwimmen - 9.899

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