Kann Red Bull aus eigener Kraft gewinnen? Horner hat Zweifel

, 22.02.2016

Red-Bull-Teamchef Christian Horner sieht im neuen RB12 einen Fortschritt, hat aber Zweifel, ob sein Team damit in der Formel 1 2016 aus eigener Kraft gewinnen kann

Red-Bull-Teamchef Christian Horner hat Zweifel daran, ob sein Team mit dem heute vorgestellten RB12 in der Formel-1-Saison 2016 aus eigner Kraft gewinnen kann. "Von der Papierform her vielleicht nicht", antwortet Horner am Rand der offiziellen Testfahrten in Barcelona auf die entsprechende Frage. Der Teamchef hofft jedoch, dass seine Piloten Daniel Ricciardo und Daniil Kwjat mit dem neuen Fahrzeug zuschlagen können, wenn sich die Konkurrenz eine Blöße gibt.

"In der Formel 1 ergeben sich Möglichkeiten, und die müssen wir nutzen - so wie wir es 2014 gemacht haben", sagt Horner. Damals hatte Ricciardo dreimal die an sich überlegenen Mercedes geschlagen. "Hoffentlich sind wir mit diesem Auto dazu in der Lage." Die drittschnellste Zeit von Ricciardo am ersten Testtag war zumindest ein vielversprechender Anfang.

Verbesserungen in allen Bereichen sollen die Formkrise aus dem Vorjahr beenden. So ist der RB12 kein radikaler Neuentwurf, sondern eine konsequente Weiterentwicklung des RB11 aus dem Vorjahr. "Es sollte eine gute Basis sein, denn das Chassis des RB11 war gut. Da sollte der RB12 ein Fortschritt sein", sagt Horner, der bis zum Saisonstart am 20. März in Melbourne Veränderungen am Fahrzeug verspricht, das erst auf den letzten Drücker fertig wurde und erst in der vergangenen Woche die vorgeschriebenen Crashtests bestand.

Auch bei Motorenpartner Renault, dessen Antriebe Red Bull in diesem Jahr unter dem Namen TAG Heuer einsetzt, erkennt Horner Fortschritte. "Wir sind auf jeden Fall zuversichtlicher als vor zwölf Monaten. Wir glauben, dass sich auf die richtigen Bereiche konzentriert und die Probleme angegangen und behoben wurden", sagt Horner.

Allerdings sei in diesem Bereich weiterhin Geduld gefragt. "Beim Motor ist das Entwicklungstempo deutlich langsamer als beim Chassis, das ist manchmal frustrierend", gibt Horner zu. Eine möglichst rasche Behebung des Leistungsdefizits der Antriebseinheit sei im übrigen auch ganz im Sinne der Franzosen selbst. "Da Renault nun als Hersteller in der Formel 1 vertreten ist, brauchen sie einen konkurrenzfähigen Motor."

Beim Blick auf die Konkurrenz erwartet Horner, dass Mercedes weiterhin die erste Geige spielen wird. "Sie hatten am Ende des vergangenen Jahres einen Leistungsvorsprung, und die Regeln waren stabil. Da sie sich über den Winter mutmaßlich verbessert haben, sollten sie weiterhin der Maßstab sein. Es wird auch interessant sein zu sehen, welche Fortschritte Ferrari gemacht hat."

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