Nürburgring-Chef: "Formel 1 ist nicht vom Tisch"

, 04.11.2015

CNG-Geschäftsführer Carsten Schumacher möchte die Formel 1 wieder in die Eifel zurückholen: Gespräche mit Bernie Ecclestone über ein Comeback 2017 laufen

Die Formel-1-Saison 2015 sollte ursprünglich 20 Rennen umfassen, doch im Sommer ergab sich kurzfristig eine Lücke. Der Grand Prix von Deutschland auf dem Nürburgring fand nicht statt, weil sich die örtlichen Verantwortlichen in den Verhandlungen mit Bernie Ecclestone nicht auf vertretbare Bedingungen einigen konnten. Dennoch ist das Thema Formel 1 am Nürburgring noch nicht vom Tisch. Man bemüht sich um eine Rückkehr der Grand-Prix-Szene zum Jahr 2017.

"Wir hatten in diesem Jahr lange Diskussionen um die Formel 1. Wir hatten uns sehr darum bemüht, dass wir ein Rennen haben. Ich bedaure es, dass es am Ende des Tages nicht stattgefunden hat", sagt Carsten Schumacher, Geschäftsführer der capricorn Nürburgring GmbH (CNG), im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Wir konnten und wollten die Risiken nicht allein tragen. Statt der Formel 1 haben wir dann das WEC-Rennen gehabt. Das war ein überragender Erfolg."

"Ich habe es für die Fans, die Region und auch für uns bedauert, dass das Formel-1-Rennen nicht stattfinden konnte", so Schumacher. "Wir haben nicht nur die Nordschleife, sondern auch den schönen Grand-Prix-Kurs, dem eigentlich ein solches Rennen gut zu Gesicht stehen würde. Darüber hinaus gibt es aber die betriebswirtschaftliche Seite. Im Nachhinein haben wir niemanden getroffen, der gesagt hätte, dass wir eine falsche Entscheidung getroffen haben - eher im Gegenteil."

Formel 1 soll in der Saison 2017 zurückkehren

In der Eifel hofft man darauf, dass Ecclestone in Zukunft mehr einlenkt und die finanziellen Risiken geringer ausfallen. "Wir bemühen uns um ein Formel-1-Rennen für 2017 und sind in entsprechenden Gesprächen mit Bernie Ecclestone. Das Thema Formel 1 ist nicht vom Tisch", bestätigt der Nürburgring-Chef. "Ich wünsche mir, dass die Formel 1 zu alter Stärke zurückfindet und dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Dann werden wir die Chance haben, wieder volle Ränge in Deutschland zu erleben."

Nur durch volle Tribünen und entsprechend hohe Einnahmen aus den Ticketverkäufen kann sich die Formel 1 am Nürburgring - und auch auf dem Hockenheimring - rechnen. Man wünscht sich eine Grand-Prix-Party mit ausverkauftem Haus, wie zuletzt in Mexiko oder wie seit vielen Jahren in Silverstone. "Bei Mexiko war bestimmt auch der Reiz des Neuen dabei. So war es 2014 in Spielberg auch. Im Folgejahr waren dann nur noch halb so viele Zuschauer in Spielberg", sagt Schumacher.

"Man darf etwas anderes nicht vergessen. In Europa haben wir eine Flut von Freizeitangeboten. In einer solchen Intensität gibt es das nicht in Lateinamerika", erklärt er das hohe Zuschaueraufkommen am vergangenen Wochenende in Mexiko-Stadt. "Und beim Blick Großbritannien muss man sagen, dass man dort in einer Sondersituation ist. Dort gibt es eine jahrzehntelange Motorsport-Tradition." Die Formel 1 hat ihre Wurzeln in Großbritannien, dort sind die meisten Teams beheimatet.

"In England gibt es generell im Sport viele Traditionen", sagt Schumacher. "Nehmen wir zum Beispiel mal das Pferderennen in Ascot. Dort kommen die Leute immer hin - ganz egal, ob es regnet oder schneit. Wir hatten schlechtes Wetter in Silverstone, aber trotzdem war die Bude voll. Dieser Effekt stellt sich dann ein, wenn man über Jahrzehnte Veranstaltungen aufbaut, sie immer am selben Ort stattfinden lässt und die somit eine Historie haben."

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