Überraschung in Malaysia: Vettel holt Ferrari-Premierensieg!

, 29.03.2015

Überraschende Triumphfahrt bei der Formel 1 2015 in Malaysia: Sebastian Vettel besiegt in der Hitzeschlacht das bisher als überlegen geltende Mercedes-Duo

Die Formel-1-Saison 2015 hat den Fans bereits im zweiten Grand Prix eine sportliche Überraschung beschert. Sebastian Vettel sicherte sich auf dem 5,543 Kilometer langen Sepang-International-Circuit am Sonntag in seinem erst zweiten Rennen für seinen neuen Arbeitgeber Ferrari den ersten Sieg - und die Mercedes-Piloten sahen Rot.

Denn in der Hitze von Malaysia (33 Grad Lufttemperatur) kämpften Lewis Hamilton und Nico Rosberg mit größerem Reifenverschleiß und konnten so die Stärken ihres Autos nicht ausspielen. Am Ende sicherte sich Melbourne-Sieger Hamilton hinter Vettel, der zu Rennbeginn eine Safety-Car-Phase zu seinem Vorteil nutzen konnte, den zweiten Rang. Rosberg, den Vettel auf der Strecke überholt hatte, komplettierte als Dritter das Podium.

Vettels Teamkollege Räikkönen belegte in der Anfangsphase nach einem Reifenschaden zurückgeworfen den vierten Rang vor den beiden Williams-Piloten Valtteri Bottas und Felipe Massa. Punkte gab es ebenfalls für die Fahrer auf den Positionen sieben bis zehn: Die beiden Toro Rosso von Max Verstappen und Carlos Sainz sowie die Red Bull von Daniel Ricciardo und Daniil Kwjat.

Sauber-Fahrer Felipe Nasr wurde Zwölfter vor den beiden Force India von Sergio Perez und Nico Hülkenberg. Die beiden McLaren-Fahrer Jenson Button und Fernando Alonso sahen die Zielflagge ebenso wenig wie Sauber-Fahrer Marcus Ericsson.

Vettel rettet sich am Start - Räikkönen mit Plattfuß

Während Hamilton an der Spitze einen starken Start erwischte und die Pole-Position problemlos verteidigen konnte, kam Vettel schlecht vom Fleck, konnte sich in der ersten Kurve aber gegen Rosberg verteidigen. Eine starke erste Runde schaffte Hülkenberg, der vom 13. bis auf den siebten Rang nach vorn kam.

Mit einem Plattfuß kämpften unterdessen Maldonado im Lotus und Räikkönen, dessen linker Hinterreifen von Sauber-Fahrer Nasr aufgeschlitzt wurde und später platzte, der sich wiederum einen neuen Frontflügel abholen musste. Nach einer jeweils langsamen Fahrt an die Box fielen die drei Fahrer an das Ende des Feldes zurück. Auf der achten Position liegend rutschte Sauber-Teamkollege Marcus Ericsson unterdessen rückwärts ins Kiesbett und musste aufgeben - die Rennleitung schickte das Safety-Car auf die Strecke.

Safety-Car spült Vettel an die Spitze

Diese Situation nutzten zahlreiche Fahrer, um an die Box zu gehen und sich den härteren Reifen abzuholen, darunter Hamilton, Rosberg, Ricciardo und Massa an der Spitze. Vettel hingegen blieb auf der Strecke und übernahm damit die Führung - vor Hülkenberg, Grosjean und Sainz, die ebenfalls nicht an die Box gekommen waren.

Die Reihenfolge nach sieben von 56 Runden: Vettel vor Hülkenberg, Grosjean, Sainz, Hamilton, Ricciardo, Massa, Perez, Rosberg und Verstappen auf dem zehnten Rang. Dahinter: Kwjat, Bottas, Alonso, Button, Räikkönen, Merhi, Nasr und Maldonado.

In der zehnten Runde hatte Vettel 9,157 Sekunden Vorsprung auf Hamilton (Vierter) und 10,747 auf Rosberg (Siebter). In der elften Runde lag Hamilton wieder hinter Vettel - mit 9,990 Sekunden Abstand.

Die Abstände und Reihenfolge nach 15 Runden: Vettel 9,130 Sekunden vor Hamilton, Rosberg (+17,890), Massa (+25,643), Bottas (+26,374), Ricciardo (+27,556), Verstappen (+27,961), Kwjat (+29,199), Alonso (+35,171) und Perez auf dem zehnten Rang (+36,116). Dahinter: Button, Nasr, Maldonado (der eine 10-Sekunden-Strafe wegen Missachtung der Safety-Car-Regeln kassierte), Sainz, Räikkönen, Hülkenberg und Grosjean.

Vettel dominiert auf den weicheren Reifen

In der 18. Runde kam auch Vettel zum Stopp und setzte erneut auf die weicheren Reifen. Der Ferrari-Pilot fiel auf den dritten Rang hinter Hamilton und Rosberg zurück - und drehte gleich einmal die schnellste Rennrunde. In der 22. Runde schnappte sich Vettel Rosberg vor Start und Ziel. Auch in der Folge war Vettel um rund zwei Sekunden (!) pro Runde schneller als die beiden Mercedes. Unterdessen erhielt Alonso auf der achten Position liegend den Funkspruch: "Wir haben ein Problem mit dem Auto, müssen es an der Box abstellen."

In der 25. Runde setzte sich Vettel in der letzten Kurve neben Hamilton - und der wählte die Boxengasseneinfahrt und wechselte die Reifen, diesmal auf den weicheren Gummi. Rosberg kam in Runde 27 an die Box - und blieb auf dem härteren Reifen. Hinten im Feld kollidierten Hülkenberg und Kwjat bei einem Überholmanöver des Russen am Deutschen, wobei der Force-India-Pilot in dieser Situation wohl hätte zurückstecken müssen.

Hamilton auf weicheren Reifen schneller als Vettel

Die Abstände nach 30 Runden: Vettel 20,262 Sekunden vor Hamilton - der dem Deutschen auf den weicheren Reifen wieder näherkam -, 33,834 vor Rosberg, 37,112 vor Räikkönen, 53,287 vor Massa, 56,110 vor Verstappen, 56,546 vor Sainz, 56,980 vor Bottas und den beiden Red Bull von Ricciardo (+68,645) und Kwjat (+72,679). Dahinter: Hülkenberg, Perez, Grosjean, Nasr, Button, Maldonado und Merhi.

Beide Force-India-Fahrer kassierten eine 10-Sekunden-Zeitstrafe. Hülkenberg wegen seiner Kollision mit Kwjat und Perez, weil er mit Grosjean kollidierte und den Lotus-Piloten in einen Dreher gezwungen hatte.

Vettel nach Boxenstopps weiter an der Spitze

Runde 38 sah Vettel wieder an der Box zum letzten Stopp und dem notwendigen Stint auf dem härteren Reifen. Der Ferrari-Pilot kam dabei knapp vor Rosberg auf die Strecke und konnte sich gegen seinen Landsmann verteidigen. Hamilton stoppte einen Umlauf später - und setzte erneut auf die härteren Reifen. Eindeutig: Bei den heißeren Temperaturen hat Ferrari einen großen Reifenvorteil. Rosberg kam in Runde 42 nochmal an die Box und setzte jetzt auf den weicheren Reifen.

In den letzten Runden duellierten sich Vettel und Hamilton nur aus der Ferne. In der 47. von 56 Runden hatte Vettel noch knapp über elf Sekunden Vorsprung auf den Briten, drei Runden später waren es noch 10,8 Sekunden. Erneut schienen die Reifen bei Mercedes schneller abzubauen als bei Ferrari. In der 53. Runde überrundete Vettel auf dem Weg zum Triumph noch Kwjat und Ricciardo - also die Autos seines alten Arbeitgebers.

Ausführlicher Rennbericht folgt an dieser Stelle in Kürze

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