Coronel: Platz vier im Qualifying "eine große Überraschung"

, 02.04.2016

Tom Coronel ist mit Platz vier im Qualifying der WTCC von Le Castellet der Überraschungsmann, obwohl ihn ein Bremsdefekt zum Abbruch der Runde zwingt

Privatier Tom Coronel (ROAL-Chevrolet) schlug beim Qualifying der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) in Le Castellet vielen Werksfahrern ein Schnippchen. Dem Niederländer gelang fast schon sensationell der Einzug in Q3 der Top 5. Dort konnte er wegen eines Bremsdefekts seine schnelle Runde zwar nicht beenden, wird morgen im Hauptrennen aber dennoch von Platz vier starten.

"Es war eine große Überraschung, in Q3 zu kommen. Wir kannten nicht einmal die genauen Regeln, daher war es etwas hektisch", sagt Coronel. Verstärkt wurde die Aufregung durch die Tatsache, dass Nick Catsburg (Lada), der in Q3 vor Coronel hätte starten sollen, zu spät am Boxenausgang erschien und dort eine rote Ampel vorfand.

Trotz dieser Ablenkung ging Coronel aber rechtzeitig auf die Strecke, wurde dann aber während seiner schnellen Runde plötzlich langsamer. Was war passiert? "In der Schikane ist die Bremse ausgefallen. Es war großer Druck auf dem Pedal, aber es kam keine Bremskraft. Wir wissen, dass es da manchmal ein Problem geben kann", spricht Coronel eine Schwachstelle des Chevrolet Cruze an. Beim Test in Vallelunga war sein Markenkollege John Filippi (Campos) wegen eines Bremsversagens abgeflogen, im vergangenen Jahr hatte dessen damalige Teamkollege Hugo Valente aus dem gleichen Grund mehrere Abflüge.

Und auch an Coronels Auto ließ sich das Problem nicht auf die schnelle lösen. "In der schnellen Rechtskurve sechs trat es dann wieder auf, und dann musste ich abbrechen", sagt der Niederländer. "Ich wusste, dass der Lada bereits draußen war, und diese drei Jungs zu schlagen, davon kann ich nur träumen", blickt Tom Coronel auf die Top 3 des Qualifyings, Jose-Maria Lopez, Tiago Monteiro und Yvan Muller. "Daher war ich zufrieden."

Nach einer für ihn vollkommen enttäuschenden Saison 2015 meldete sich das WTCC-Urgestein Coronel mit der heutigen Vorstellung stark zurück. Und der ROAL-Pilot hat auch eine Erklärung für diese Auferstehung. "Ich hatte zum ersten Mal seit sechs Jahren einen Testtag. Wir haben drei neue Reifensätze verwendet, was schon einmal neu war", blickt Coronel auf den privaten Testtag mit ROAL im März in Vallelunga zurück.

Auch der Weggang seines Teamkollegen Tom Chilton sei für ihn ein Vorteil. "ROAL hat jetzt nur noch ein Auto, daher gibt es viele Jungs, die sich auf mein Auto konzentrieren. Beim Test haben wir viele Dinge am Auto verändert, so, wie es bei einem richtigen Testtag sein sollte. Das hat anscheinend gut funktioniert."

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