Neues Rennformat ab 2016: Zweites Rennen wird wichtiger

, 27.11.2015

Der Motorsport-Weltrat soll in der kommenden Woche neue Pläne absegnen: Kurzes Eröffnungsrennen und langes Hauptrennen - Sessions auf zwei Tage komprimiert

Die WTCC-Saison 2015 geht am heutigen Freitag mit den ersten beiden Nachtrennen der Serie in Katar zu Ende. Das Finale unter Flutlicht nimmt man zum Anlass, um erste Ausblicke auf 2016 zu gestatten - und dabei wartet die WTCC mit einigen Überraschungen auf. Es wird umfangreiche Veränderungen am Rennformat geben, die WTCC-Wochenenden außerhalb Europas werden auf zwei Tage verkürzt, um die Kosten zu senken und das Spektakel auf der Strecke zu komprimieren.

"Wir haben unseren Wunsch über die Tourenwagen-Kommission der FIA an den Weltrat gereicht, der am kommenden Mittwoch noch zustimmen muss. Wir hatten diesen Plan für ein neues Format schon seit einiger Zeit im Kopf", sagt Serienboss Francois Ribeiro. "Ich habe bisher immer meine Schwierigkeiten mit der Namensgebung 'Rennen 1' und 'Rennen 2'. Das lässt sich schlecht erklären. Das zweite Rennen ist das spektakulärere, aber nicht sportliche das wichtigere."

"Wir haben darüber gesprochen, haben mit Teams, Fahrern und Herstellern an einem runden Tisch ganz offen darüber diskutiert. Dabei herauskommen ist der einhellige Wunsch nach Veränderung", sagt der Franzose. Und so sieht der Plan in aller Kürze aus: kurzes Rennen am Sonntag mit Top 10 in umgekehrter Startreihenfolge, längeres Hauptrennen am späteren Sonntag mit den Positionen gemäß des Ergebnisses aus dem dreiteiligen Qualifying.

"2016 wird im ersten Rennen die Top 10 in umgekehrter Reihenfolge starten. Wir werden es das 'Opening Race' (zu deutsch: 'Eröffnungsrennen'; Anm. d. Red.) nennen", so Ribeiro. "Das 'Main Race' wird kurz danach gestartet. Dieses Hauptrennen wird etwas länger sein. Das neue Konzept wird aus meiner Sicht dabei helfen, dass die Zuschauer das gesamte Wochenende besser verstehen. Die gesamte Struktur des Wochenendes ist leichter zu vermitteln."

Topfahrer müssen beim Auftakt auf mehr Risiko gehen

"Die Topleute sind bei dem neuen Konzept mehr gefordert. Wenn einer von Startplatz zehn, neun, acht oder sieben kommt, dann muss er im Eröffnungsrennen zusehen, dass er sich ganz schnell nach vorn arbeitet, um aus dem Lauf möglichst viele Punkte mitzunehmen. Gleichzeitig muss er auf sein Auto aufpassen, um im zweiten Durchgang noch gut punkten zu können. Die Fahrer müssen anders herangehen, potenziell kommt mehr Würze hinein", frohlockt der Chef von Eurosport Events.

"Das Qualifyingformat mit Q1, Q2 und Q3 werden wir nicht verändern", stellt Ribeiro klar. "Man könnte zwei Qualifyings und zwei Rennen machen, aber ich bin entschieden dagegen. Dann könnten die Privatiers kaum noch ins Rampenlicht rücken. Es ist für die privaten Teams und Fahrer - und auch für Neueinsteiger - sehr wichtig, dass es das Rennen mit dem 'Reversed Grid' gibt. Der Tourenwagen-Sport hat dieses Konzept vor langer Zeit als erstes umgesetzt, es gehört zu unserer DNA wie das Platzierungsgewicht."

"Auf Wunsch der Teams werden wir die Events außerhalb Europas auf zwei Tage verkürzen. Der bisherige Test am ersten Tag entfällt. Stattdessen wird es am Samstagmorgen einen Shakedown hinter dem Safety-Car geben", nennt der Serien-Verantwortliche die zweite wichtige Veränderung zur kommenden Saison. Die erste Session der Rennwochenenden in Übersee fand meist nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt - somit stand dies in keinem Verhältnis zu den hohen Kosten.

"Ich lehne es ab, dass wir das erste Training auch bei Europarennen streichen", merkt Ribeiro allerdings an. "Wenn wir einen Event mit mehreren anderen Serien im Rahmenprogramm haben, dann brauchen wir dieses 'Free Practice Zero' auch dafür, um die Abläufe zu überprüfen. Es geht im Organisation, Zeitnahme, Sicherheitsaspekte und so weiter. Das möchte ich nicht verlieren", stellt der Franzose klar. Insgesamt erhofft sich Ribeiro vom neuen Konzept mehr Spannung, mehr Kosteneffizienz und mehr Nachvollziehbarkeit.

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