BMW M240i xDrive Coupé Test: Power-Play aus 6 Zylindern

, 25.09.2017


Dieses Merkmal ist selten und grandios zugleich: Nur noch ganz wenige Kompaktsportler wie der BMW M240i xDrive besitzen einen Sechszylinder-Motor. Sogar den Porsche 718 Cayman gibt es nur noch mit Vierzylinder-Triebwerken. Doch damit gab sich BMW nicht zufrieden und verpasste seinem Sportler ein komplett neues Cockpit. Was der BMW M240i xDrive fahrdynamisch drauf hat, wie es um den Fahrspaß steht und welche Neuheiten sich an Bord befinden, zeigt dieser Test. Mehr noch: Dieser Kompaktsportler weiß sogar mit einigen ganz besonderen Vorteilen zu überzeugen, die der BMW M2 nicht bietet.

Bereits optisch setzt das BMW M240i Coupé ein Statement. Sofort fallen die scharf gezeichneten Voll-LED-Scheinwerfer ins Auge, die den Gegner auf der Straße anvisieren. Die Frontschürze des serienmäßigen M-Sportpaketes besticht derweil durch große Lufteinlässe unterhalb des Kühlergrills, die den Asphalt geradezu aufsaugen möchten. Markant gezeichnete Seitenschwellerverkleidungen und ein Heckdiffusor unterstreichen die konsequent sportlichen Ambitionen.

Für ein packendes Zusammenspiel von Bremsvorgängen und Beschleunigung sorgen die 18 Zoll großen „M Doppelspeiche 436 M“-Felgen in „Ferric Grey“ zusammen mit der M-Sportbremse. Der passende Sound entweicht den beidseitigen Endrohrblenden in schwarzem Chrom, die einen Hinweis auf die modifizierte Abgasanlage ohne Mittelschalldämpfer und mit Klappensteuerung geben. 

Hammer-Antrieb: Das Sahnestück des BMW M240i ist der Motor

Keine Flügel, keine aggressive Verspoilerung: Der BMW M240i xDrive sieht nicht so schnell aus, wie er tatsächlich ist. Dieser Sportler könnte auch ein normaler BMW 2er mit M-Sportpaket sein. Wer allerdings einmal das Gaspedal richtig durchdrückt, wird schnell eines Besseren belehrt.

Für den Antrieb des BMW M240i xDrive sorgt ein 3,0 Liter großer Reihen-Sechszylinder-Motor mit einem Twin-Turbo. Das Triebwerk leistet 340 PS bei 5.500 Touren. Dazu kommt ein maximales Drehmoment von satten 500 Nm, das über ein breites Drehzahlband von 1.520 bis 4.500 U/min zur Verfügung steht. Damit ist der BMW M240i so stark wie das legendäre BMW 1er M Coupé von 2011, das allerdings nur 450 Nm besaß und die 500 Nm lediglich temporär durch Overboost zur Verfügung standen.

Ab 3.000 Touren folgt ein richtiger Punch und bei rund 5.000 U/min geht dieser Kompaktsportler richtig ab, um mit viel Leidenschaft bis in den Begrenzer hochzudrehen. Spontane Zwischenspurts und Überholmanöver erledigt der BMW M240i xDrive mit einer fast unverschämten Leichtigkeit. Mehr noch: Dieser Turbo-Benziner bietet sogar im oberen Drehzahlbereich noch mächtig Durchzug. Dieser Antrieb fühlt sich an, als ob immer Leistung vorhanden ist. Dazu gibt es den betörenden Sound eines Reihensechszylinder-Motors, der die Emotionen weiter steigert.

Vergleich: So schnell sind das BMW M240i xDrive Coupé und seine Konkurrenten

In nur 4,4 Sekunden sputet das BMW M240i xDrive Coupé von 0 auf 100 km/h - ausgestattet mit Allradantrieb und einer 8-Gang-Steptronic zum Preis ab 51.100 Euro. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt elektronisch abgeregelte 250 km/h

Zum Vergleich die auf Vierzylinder-Triebwerke setzenden Mitbewerber: Das Audi TTS Coupé mit 310 PS und 380 Nm gibt es mit Allrad und Automatik ab 52.500 Euro und erledigt den klassischen Spurt auf Tempo 100 in 4,6 Sekunden; die Top-Speed beträgt ebenfalls 250 km/h. Der heckangetriebene Porsche 718 Cayman S steht mit Doppelkupplungsgetriebe ab 68.015,25 Euro in der Preisliste, brennt eine Zeit von 4,4 Sekunden in den Asphalt (mit dem optionalen Sport-Chrono-Paket 4,2 Sekunden) und beendet seinen Vortrieb erst bei 285 km/h - ist allerdings auch deutlich teurer als das BMW M240 xDrive Coupé.

Kurven: Mit dem BMW M240i xDrive Coupé den Fahrspaß intensiviert

Selbstverständlich ist das BMW M240i xDrive Coupé nicht nur schnell geradeaus. Durch das Sportfahrwerk, die große Spurweite und den Allradantrieb erzielt dieser Kompaktsportler eine hohe Speed in Kurven - insbesondere durch den Allradantrieb, der für viel Grip sorgt. Dazu verpassten die Macher dem Coupé eine Mischbereifung im Format 225/40 vorne und 245/35 hinten. Während die Vorderräder den Weg in den Kurven weisen, sorgen die Hinterräder für eine gute Balance und Stabilität. Den agilen Fahreindruck unterstreicht die elektromechanisch unterstützte und schön direkte Sportlenkung.

Kein Chichi: Erhöhte Adrenalin-Werte auf Knopfdruck

Die Fahrer eines BMW M240i xDrive Coupés werden sich freuen, dass bei den Fahrmodi die Spreizung zwischen „Comfort“ und „Sport“ deutlich spürbare Unterschiede aufweist. Im „Comfort“-Modus wirkt der M240i für einen Sportler bereits etwas zu komfortabel, während die Lenkung leichtgängig, aber präzise ausfällt - ideal für den Stadtverkehr. 

Beim „Sport“-Modus lässt sich sofort die Straße spüren und das Coupé versteift sich regelrecht. Der „Sport+“-Modus schärft die Dämpfung, die Gaspedalkennlinie und die Schaltcharakteristik nochmals. Dennoch legten die Macher den BMW M240i xDrive nicht kompromisslos sportlich aus, was gut für den Alltag ist und den Abstand zum BMW M2 wahrt. Darüber hinaus steht ein „Eco“-Modus zur Steigerung der Effizienz zur Wahl, bei dem sich das Auto allerdings beim Druck auf das Gaspedal ziemlich träge und leblos anfühlt.

Innenraum BMW M240i: Aufwertung mit wichtigen Neuheiten

Im Innenraum des BMW 240i xDrive Coupés können es sich auf den Vordersitzen, die auch in scharf durchfahrenen Kurven einen idealen Seitenhalt bieten, locker über 1,90 Meter große Personen bequem machen. Wer es schafft, in den Fond hineinzuklettern, findet durchaus großzügige Platzverhältnisse vor: die Bein- und Kopffreiheit reichen für 1,80 Meter große Personen.

Softtouch-Oberflächen, feines Leder, Elemente in hochglänzendem Schwarz und Chrom unterstreichen die sportlich-elegante Optik des Kompaktsportlers. Allerdings bestehen unter anderem die Mittelkonsole und Teile der Türverkleidung aus Hartplastik, was jedoch bestens verarbeitet ist. 

Erstmals führten die Macher zum Modelljahr 2017 im BMW 2er - damit auch im BMW M240i xDrive Coupé - das 8,8 Zoll beziehungsweise 22,4 Zentimeter große Display des „Navigationssystem Professional“ mit seiner gestochen scharfen Grafik als Touchscreen aus. Die bereits bekannte Bedienung via iDrive-Controller und Sprachsteuerung sind selbstverständlich nach wie vor möglich. 

Die ins Fahrzeug integrierte serienmäßige SIM-Karte ermöglicht mit „BMW ConnectedDrive“ eine optimale Vernetzung und den Zugang zu den Online-Diensten von BMW wie zum Beispiel die Anzeige freier Parkplätze und wichtige Informationen in Echtzeit für die Navigation. Mit der Funktion „Microsoft Exchange“ bietet BMW den Nutzern von „Microsoft Office 365“ außerdem eine sichere Server-Anbindung für den Austausch und die Bearbeitung von E-Mails, Kalendereinträgen und Kontaktdaten.

Über den WLAN-Hotspot im Fahrzeug lassen sich bis zu 10 Endgeräte mit dem Internet verbinden. Praktisch: Geeignete Smartphones können induktiv, also kabellos, aufgeladen werden. Alternativ gibt es vorne in der Mittelkonsole zwischen den Getränkehaltern und unter der Mittelarmlehne je einen USB-Anschluss. Die Konnektivität zur Bedienung von Smartphone-Apps über den Touchscreen des Fahrzeugs ist leider nur via „Apple CarPlay“ möglich und nicht mit „Android Auto“. 

Kofferraum BMW M240i Coupé: Größer als der VW Golf

Auf den ersten Blick lässt es das BMW M240i xDrive Coupé nicht vermuten: Aber dieser Kompaktsportler bietet mit 390 Litern Ladevolumen tatsächlich einen größeren Kofferraum als der aktuelle VW Golf VII (380 Liter). Das Audi TTS Coupé kommt nur auf 305 Liter. Der Porsche 718 Cayman S bietet durch zwei Kofferräume 425 Liter: vorne 150 Liter, hinten 275 Liter. Allerdings lässt sich beim BMW M240i xDrive Coupé das Gepäckraumvolumen durch das Umklappen der Rücksitzlehnen zu einer ebenen Ladefläche nochmals signifikant steigern. Den daraus entstehenden Wert gab BMW leider nicht bekannt. Einziges Manko beim BMW: die kleine Ladeöffnung und die hohe Ladestufe.

Fazit - die Qual der Wahl: BMW M240i xDrive Coupé oder BMW M2 Coupé

Direkt unterhalb des hinterradangetriebenen BMW M2 Coupé (370 PS) positioniert, stellt das mit Allrad- und Hinterradantrieb erhältliche BMW M240i Coupé (340 PS) ein echtes Geschoss dar. Während andere Hersteller in diesem Segment auf Vierzylinder-Turbomotoren umsteigen, bietet das BMW M240i Coupé noch ein relativ großes Reihensechszylinder-Triebwerk, das für echten Charakter sorgt und einigen Fahrzeugen der Mitbewerber einfach fehlt.

Mit einem Spurt von 0 auf 100 km/h in nur 4,4 Sekunden liegt das M240i xDrive Coupé nur 0,1 Sekunden hinter dem BMW M2 Coupé. Aber der entscheidende Punkt: Das BMW M240i Coupé ist durch seine Abstimmung besser für den Einsatz im Alltag und längere Fahrten abgestimmt als der M2, der als konsequent knallharter Sportler bekannt ist und dort wiederum seine Fähigkeiten ausspielt. Wer den Kompromiss zwischen extremer Sportlichkeit und Alltagseinsatz sucht, sollte das BMW M240i xDrive Coupé bei seiner Kaufentscheidung berücksichtigen.

Auch preislich interessant: Das 30 PS stärkere BMW M2 Coupé steht als Handschalter erst ab 59.500 Euro und mit Doppelkupplungsgetriebe ab 63.400 Euro in der Preisliste. Das BMW M240i Coupé gibt es, stets mit einer 8-Stufen-Automatik ausgerüstet, in Kombination mit Hinterradantrieb ab 49.100 Euro und mit Allradantrieb ab 51.100 Euro - ergo rund 10.000 Euro günstiger als ein M2 und mit ebenfalls viel Fahrspaß verbunden.

Technische Daten BMW M240i xDrive Coupé:

Antriebsart: Allradantrieb
Hubraum Reihensechszylinder-Motor: 2.998 cm³
Leistung: 250 kW/340 PS bei 5.500 U/min
Drehmoment: 500 Nm bei 1.520-4.500 U/min
Getriebeart: 8-Gang-Steptronic-Sportgetriebe (Automatik)
Vmax: 250 km/h (elektronisch abgeregelt)
Beschleunigung 0-100 km/h: 4,4 Sekunden
Leergewicht nach EU: 1.615 Kilogramm
Durchschnittsverbrauch: 7,4 l/100 km
CO2-Emission: 169 g/km
Preis: ab 51.100 Euro

 

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