Cadillac ATS 2.0 Turbo AWD Test: Der fordert die Deutschen heraus

, 16.09.2013


Cadillac will es wissen und legt sich mit den deutschen Premium-Herstellern an: Der Cadillac ATS wurde dazu gebaut, den BMW 3er, den Audi A4 und die Mercedes-Benz C-Klasse herauszufordern. Allesamt gute Autos, aber auch entsprechend häufig auf der Straße vertreten. Mit seinem markanten Design und viel Luxus zu attraktiven Preisen sticht der Cadillac ATS dabei regelrecht aus der Masse hervor. Amerikanische Schaukelfahrwerke gehören der Vergangenheit an, dieser Cadillac jedoch möchte sogar den Fahrspaß in den Fokus setzen. Grund genug, den allradangetriebenen Cadillac ATS 2.0T AWD in der „Premium“-Ausstattung auf den Zahn zu fühlen, um zu sehen, was er wirklich kann.

Entschlossen zeigt sich der Cadillac ATS, der die Blicke mit seinem ausdrucksstarken Erscheinungsbild regelrecht auf sich zieht und eines auf markante Weise verkörpert: Präsenz und Dynamik. Der Aggressivität versprühende Chrom-Kühlergrill setzt ebenso Akzente wie die Schrägkanten am Fahrzeug und die konturierte Motorhaube. Die Front besticht geradezu durch kantige, echte Kraft ausstrahlende Linien. Typisch Cadillac: Die vertikal verlaufenden Leuchteinheiten vorn und hinten, inklusive LED-Elementen in den Frontscheinwerfern.

Ebenso charaktervoll zeigt sich das skulptural gestaltete Heck. Den Kofferraumdeckel versahen die Macher mit einer zentralen Bremsleuchte, die gleichzeitig als Heckspoiler dient und bei höheren Geschwindigkeiten für zusätzlichen Anpressdruck sorgt. Seinen Sound entlässt der Cadillac ATS durch zwei in den Diffusor integrierte Endrohre. Für noch mehr Glanz sorgen Details, wie zum Beispiel die Chrom-Leiste unter dem hinteren Nummernschildhalter und die Chrom-Einfassung der Seitenscheiben.

Motor: Der lässt sich mit Spaß die Sporen geben

In der Europa-Version des Cadillac ATS kommt leider vorerst nicht das 324 PS starke V6-Triebwerk auf den Markt. Doch der 2.0-Liter-Turbobenziner weiß ebenfalls zu beeindrucken: Der Cadillac ATS 2.0 Turbo leistet 276 PS bei 5.500 Touren. Zwischen 1.700 und 5.500 U/min liegt das maximale Drehmoment von 353 Nm an. So verfügt der ATS-Fahrer in jeder Situation über reichlich Durchzugskraft. In Zahlen ausgedrückt: Der Spurt von 0 auf Tempo 100 erfolgt bei der allradangetriebenen Variante in Kombination mit einer 6-Stufen-Automatik in 6,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Cadillac mit bis zu 230 km/h an.

In der Tat spricht der Twin-Scroll-Turbo verzögerungsfrei und direkt an, um von unten heraus kraftvoll nach vorne zu spurten. Dank des breiten Drehzahlbandes, bei dem das maximale Drehmoment zur Verfügung steht, weiß der Motor auch im oberen Drehzahlband mit kraftvollen Zwischenspurts zu überzeugen.

Kleines Manko: Viel Leistung aus nur 2,0 Litern Hubraum - das geht beim Cadillac ATS im hohen Drehzahlbereich leider mit einem etwas lauten Motor einher, wenn der Fahrer dem ATS die Sporen gibt. Dank der markanten Front besitzt der Cadillac ATS echtes Überholprestige, so dass auf der Autobahn Mercedes-, BMW- und Audi-Fahrer schnell Platz machen.

Die Sechsstufen-Automatik wirkt für einen sportlich ambitionierten Fahrer leider etwas träge. Abhilfe schaffen manuelle, blitzschnelle Gangwechsel über Paddles am Lenkrad, die - im Gegensatz zu vielen anderen Autoherstellern - bei Cadillac aus echtem Stahl bestehen und sich richtig gut anfühlen. Durch eine optimierte Getriebesteuerung der Automatik könnte der Cadillac ATS seine Kraft jedoch noch besser entfalten. Unsere Empfehlung geht daher an das knackige 6-Gang-Handschaltgetriebe, das allerdings nur in Kombination mit einem Heckantrieb erhältlich ist.

Unerwartet: Ein Ami mit Hochleistungsfahrdynamik

Wer bei einem Ami denkt, der könne nur Cruisen und gemächlich Dahingleiten, wird schnell eines Besseren belehrt. Das auf europäische Bedürfnisse ausgelegte Fahrwerk animiert regelrecht zum Kurvenräubern. Um diese sportliche Würze zu erzielen, absolvierte der ATS unter anderem auf der legendären Nürburgring-Nordschleife zermürbende Tests zur Erreichung einer leistungsorientierten Konfiguration.

Die Echtzeit-Dämpfung „Magnetic Ride Control“ passt darüber hinaus die Dämpferkennung 1.000 Mal pro Sekunde an. In den Modi „Tour“ und „Sport“ ist es ferner möglich, die Dämpfwirkung in Richtung komfortabel oder dynamisch voreinzustellen. In der letztgenannten Betriebsart zeigt sich die Lenkung außerdem noch direkter und erhöht damit den Fahrspaß in Kurvenrevieren weiter. Dabei liegt das griffige Lederlenkrad gut in der Hand, während die Sportsitze einen guten Seitenhalt bieten.

Der positive Eindruck setzt sich fort: Agil und schnell lässt sich der Cadillac ATS durch Kurven bewegen und glänzt mit einem fast neutralen Eigenlenkverhalten. Sportliche Fahrer werden es lieben: Für einen Ami untypisch, stimmten die Macher das Fahrwerk eher straff als komfortabel ab, während der variable Allradantrieb den ATS sicher in der Spur hält und das Herausbeschleunigen aus Kurven merklich unterstützt. Seitenneigung tritt ebenso wenig auf, was den überzeugenden Auftritt weiter unterstreicht.

Sollte der Fahrer beim dynamischen Vergnügen verzögern müssen, packen rundum gut dosierbare Brembo-Hochleistungsbremsen mit Vierkanal-ABS kräftig zu, das eine Einheit mit der elektronischen Stabilitätskontrolle „StabiliTrak“ bildet. Vorne kommen die Scheiben in 321 x 30 Millimetern zum Einsatz und hinten in 315 x 23 Millimetern.

Apropos tanken: Cadillac gibt den durchschnittlichen Verbrauch mit 8,4 Litern Benzin auf 100 Kilometern an. Aber wer kann sich bei dieser Dynamik schon zurückhalten, um einen möglichst niedrigen Spritverbrauch zu erzielen?

Interieur: Die Krönung zum Fahrspaß

Als eine der ältesten Luxusmarken der Welt, dürfen sich Cadillac-Kunden weiterhin auf Premium ohne Kompromisse freuen. Das Interieur besticht durch modernen Luxus und bereits in der Basisausstattung durch Extras, die bei Mitbewerbern oftmals nur als Sonderausstattungen zu finden sind. Leder, fein gesetzte Kontrastnähte, Metall, Klavierlack und eine Alu-Pedalerie heben das edle Premium-Ambiente sowie die Wohlfühlatmosphäre hervor.

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