Pirelli in Montreal: Mit einem Stopp zum Erfolg

, 08.06.2015

Außer den beiden Ferrari-Fahrern setzten beim Fromel-1-Rennen in Kanada alle anderen Starter regulär auf eine Einstoppstrategie

Für die Reifenstrategen war der Grand Prix von Kanada in Montreal eine der leichteren Übungen. Da Reifenverschleiß und -abbau auf dem Circuit Gilles Villeneuve sehr niedrig sind, waren sich die meisten Teams beim siebten Rennen der Formel-1-Saison 2015 bei der Wahl der Renntaktik einig und setzten wie schon vor dem Rennen erwartet auf eine Einstoppstrategie.

"Es war recht unkompliziert. Wir hatten vor dem Rennen mit einer Einstoppstrategie gerechnet, wobei einige vielleicht eine andere Strategie wählen und zwei Mal stoppen würden", so Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery nach dem Rennen im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Anhand der Daten vom Freitag hatten wir gesehen, dass der Reifenabbau ziemlich gering ist und ein Stopp daher problemlos möglich sein würde."

Die Strategie der drei Fahrer auf dem Podium war nahezu identisch. Rennsieger Lewis Hamilton, Nico Rosberg (beide Mercedes) sowie Valtteri Bottas (Williams) starteten auf superweichen Reifen, kamen innerhalb von drei Runden zwischen den Umläufen 28 und 30 an die Box und wechselten auf weiche Reifen, mit denen sie dann ins Ziel fuhren. Im Fall von Bottas stellte Williams die Strategie allerdings erst während des Rennens von zwei auf einen Stopp um.

Nur Ferrari setzt auf zwei Stopps

Auch die meisten anderen Piloten entschieden sich für eine Einstoppstrategie, wobei es allerdings einige Variationen gab. So wechselte Pastor Maldonado (Lotus) bereits in Runde 17 von superweich auf weich und musste anschließend 53 Runden auf diesen Reifen fahren, was sie aber gut überstanden.

Felipe Massa (Williams) war mit weichen Reifen von Startplatz 15 aus ins Rennen gegangen und wechselte 33 Runden vor dem Ende auf superweiche Pneus, die während dieses langen Stints aber ebenfalls nicht deutlich einbrachen. So fuhr der Brasilianer bis auf Platz sechs nach vorne.

Lediglich die beiden Ferrari-Piloten setzten regulär auf zwei Stopps - wenn auch nicht ganz freiwillig. Sebastian Vettel ging von Startplatz 18 aus mit superweichen Reifen ins Rennen, wechselte schon nach acht Runden auf weich. Auch beim zweiten Stopp in Runde 36 zog der Deutsche noch einmal weiche Reifen auf.

Superweicher Reifen auch ein guter Dauerläufer

Räikkönen wechselte nach 27 Runden von superweich auf weich, und wechselte in Runde 41, in dem Versuch, Bottas im Kampf um Rang drei zu schlagen, auf superweich zurück. Durch diese Strategie fuhren die beiden Ferrari-Piloten auch die schnellsten Runden mit den jeweiligen Reifenmischungen. (Vettel 1:17.105 Minuten auf weich, Räikkönen 1:16.987 Minuten auf superweich).

"Die schnellsten Zeiten wurden meist am Ende der Stints gefahren, als die Reifen schon 20 oder 25 Runden alt waren", stellt Hembery zufrieden fest. Doch wie schon beim Rennen in Monaco erwies sich der superweiche Reifen als fast zu hart. "Wir hatten ihn dahingehend überarbeitet, dass er bei heißen Bedingungen besser funktioniert. Doch die haben wir weder in Monaco noch hier erlebt", erklärt Hembery. "Bei kühleren Temperaturen kann es leichtes Graining geben, was wir heute bei einigen Autos gesehen haben."

"Er hielt aber über 30 Runden, und das war, was wir wollten", so Hembery. Das sorgte allerdings für ein strategisch recht eintöniges Rennen. "Einige mögen natürlich sagen, wir seien nicht aggressiv genug. Das Ziel ist, mehr als nur einen Stopp zu haben. Mit nur vier verschiedenen Reifenmischungen ist es aber manchmal schwierig, für alle Situationen das perfekte Produkt zu haben", verteidigt Hembery die Arbeit von Pirelli.

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