Fahrerstimmen zum WTCC-Debüt auf der Nordschleife

, 17.05.2015

"Unglaublich anders": So bewerten die Fahrer das erste Rennwochenende der Tourenwagen-WM (WTCC) auf der berühmten Nürburgring-Nordschleife

Lange haben sie darauf hingefiebert, jetzt liegt es schon hinter ihnen: Das erste Rennwochenende der Tourenwagen-WM (WTCC) auf der Nürburgring-Nordschleife hat die Fahrer nachhaltig begeistert. Weil die 25 Kilometer lange Rennbahn nicht nur aufgrund ihrer schieren Größe anders ist als die restlichen Kurse im Kalender der WTCC-Saison 2015, sondern fast in jeglicher Hinsicht.

Denn wo sonst großzügige Auslaufzonen und tiefe Reifenstapel zu finden sind, gibt es in der "grünen Hölle" oft nur einen schmalen Grünstreifen und eine unnachgiebige Leitplanke. "Diese Strecke ist kein Spiel", sagt Norbert Michelisz (Zengö-Honda). "Auf einer normalen Strecke fühlst du dich selbst bei 250 km/h gut aufgehoben. Aber hier kann das für dich und dein Fahrzeug auch böse enden."

Die Gefahr fährt also mit an der Nürburgring-Nordschleife, doch das verdrängen die Piloten gern ob der großen Faszination, die von der Traditionsbahn ausgeht. "Auf diesem Kurs empfindet man das Rennfahren ganz anders als sonst", meint etwa Sebastien Loeb (Citroen). "Es ist unglaublich, wie schnell dieser Kurs an manchen Stellen ist. Manchmal verliert man auch kurzzeitig den Bodenkontakt."

Die Realität ist ganz anders

Dergleichen hatten die Piloten bereits vorab anhand von Videoaufnahmen erkannt, doch das eigene Erlebnis überstieg die Erwartungen um ein Vielfaches, wie Yvan Muller (Citroen) betont: "Du kannst am TV gar nicht nachvollziehen, was es bedeutet, mit Vollgas über die Nordschleife zu fahren. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Es ist wahrscheinlich die größte Aufgabe, die die WTCC je hatte."

Und vielleicht ist die 25 Kilometer lange Rennstrecke auch das so dringend benötigte Sprungbrett für die Meisterschaft, die nach wie vor unter zu wenig medialer und öffentlicher Aufmerksamkeit leidet, so Muller weiter. "Doch seit bekannt ist, dass wir auf der Nordschleife fahren, ist das Interesse spürbar gestiegen. Die Medien sind nun aufmerksamer." Und die Fahrer tragen ein großes Grinsen im Gesicht.

Allen voran Jose-Maria Lopez (Citroen), der auf der Nordschleife sowohl auf die Pole-Position als auch zum Sieg im ersten Rennsieg fuhr. Er schwärmt: "Jede Runde hier ist richtig schön, lässt sich aber nur schwer in Worte fassen. Und jeder von uns wollte dieses erste Rennen gewinnen. Ich freue mich außerordentlich darüber, dass es mir gelungen ist." Obwohl er vorher nie hier gefahren war.

Learning by doing - am Simulator!

Wie viele andere Piloten im Starterfeld der WTCC kannte Lopez die Nordschleife nur vom Hörensagen. Und bei begrenzten Testmöglichkeiten vor Ort wichen Lopez und Co. auf virtuelle Optionen aus. "Alle haben mir gesagt: Die Nordschleife kannst du nicht am Simulator erlernen. Aber das stimmt nicht", sagt WTCC-Serienchef Francois Ribeiro. "Man hat diese Technik unterschätzt."

"Ich habe vor unserem Testtag gesehen, wie sich Lopez und Loeb am Simulator geschlagen haben. Sie waren 8:35 und 8:40 Minuten gefahren. Und beim Testtag erzielten sie 8:38 und 8:40 Minuten. Das ist unglaublich. Die Korrelation zwischen Simulation und Rennstrecke ist beeindruckend", meint er und fügt hinzu: "Damit hatte ich nicht gerechnet, sondern erwartet, dass Erfahrung mehr zählt."

Am meisten Erfahrung - man spricht von etwa 30.000 Nordschleifen-Runden - warf WTCC-Gastpilotin Sabine Schmitz (Münnich-Chevrolet) in die Waagschale, doch mehr als ein zehnter Platz und damit ein WM-Punkt war nicht drin für die einzige Frau im Starterfeld. Im Gegensatz zu ihren Gegnern hatte sie ein ganz anderes Handicap: Sie kannte zwar die Rennstrecke, aber nicht ihr TC1-Rennauto.

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