Lamborghini Aventador SVJ: Monster holt Nordschleifen-Rekord

, 01.08.2018


Das ist ziemlich extrem: Gerade einmal 10 Monate ist es her, dass der Porsche 911 GT2 RS eine wahnsinnige Rekordzeit für das schnellste straßenzugelassene Serienauto in den Asphalt der legendären Nürburgring-Nordschleife brannte. Jetzt schaffte es der neue, 770 PS starke Lamborghini Aventador SVJ (Super Veloce Jota) tatsächlich, die Zeit von Porsche zu unterbieten und setzte am 26. Juli 2018 mit einer Rundenzeit von nur 6:44,97 Minuten den neuen Rekord.

SVJ: Die Bedeutung dieser Buchstaben - und was davor geschah

Nur den aggressivsten und exklusivsten Fahrzeugen ist bei Lamborghini das Kürzel SVJ vorbehalten und definiert das Maximum des Möglichen. SV steht für „Super Veloce“, zu Deutsch superschnell. Jota steht im Griechischen für den Buchstaben J, der im FIA-Regelwerk den Anhang J kennzeichnet und das Reglement der Serien-Tourenwagen im Motorsport erörtert. 

Der legendäre Lamborghini Miura Jota entstand 1970 unter der Regie des rennsportbegeisterten Lamborghini-Testfahrers Bob Wallace als Einzelstück und erfüllte die FIA-Regeln: optisch fielen die Unterschiede eher gering aus, der Fahrzeugaufbau war jedoch anders. 1971 war es soweit: Lamborghini baute den ersten Miura SV zum Serien-Jota um - für den Antrieb sorgte ein 400 PS starker V12-Motor. Erst 1995 trug ein Lamborghini zum 30-jährigen Firmenjubiläum erneut den Zusatz „Jota“: der Lamborghini Diablo SE 30 Jota, im Grunde genommen ein straßenzugelassener Rennwagen mit einem 595 PS mächtigen V12-Triebwerk. 

Die Rekordfahrt: So viel schneller war der Lamborghini als der Porsche

Jetzt kommt der neue Lamborghini Aventador SVJ - und dieser Jota setzt bereits vor seiner offiziellen Weltpremiere auf der Monterey Car Week im August 2018 ein starkes Ausrufezeichen. Die neue Rekordzeit auf der Nürburgring-Nordschleife von 6:44,97 Minuten ist beeindruckend. Damit ist der Lamborghini 2,28 Sekunden schneller als der Porsche 911 GT2 RS, der letztes Jahr 6:47,25 Minuten benötigte. Die Zeitnahme erfolgte auf einer 20,6 Kilometer langen Distanz der Nürburgring-Nordschleife. Bei Rekordfahrten entfällt der Teil zwischen den beiden Anschlusstücken zur Grand Prix-Strecke, da Hersteller ab und zu auch von dort aus beginnen. Am Steuer: Lamborghini-Testfahrer Marco Mapelli

Damit keine Skepsis bei dem Rekord von Lamborghini aufkommt, filmte eine Onboard-Kamera bei mitlaufender Zeit die gesamte Runde aus dem Cockpit heraus. Innen und außen mit Kameras und kompletter Telemetrie ausgestattet, fuhr der Lamborghini Aventador SVJ seine Rekordrunde unter formeller Kontrolle von Remak-Mitarbeitern für die Zeitnahme und GPS-Zertifizierung unter Einsatz von VBOX-Racelogic-Instrumenten. Standardmäßig besitzt der Aventador SVJ eigens entwickelte „Pirelli P Zero Corsa“-Reifen. Bei der Rekordrunde fuhr der Aventador SVJ mit „Pirelli P Zero Trofeo R“-Reifen, die auch optional erhältlich sind.

Antrieb: Die wahnsinnige Power des Lamborghini Aventador SVJ nach alter Schule

Für den Antrieb des Lamborghini Aventador SVJ sorgt ein 6,5 Liter großer V12-Motor - statt Biturbo ein saugendes Monster der alten Schule. Das Triebwerk leistet 770 PS bei 8.500 Touren. Das maximale Drehmoment von 720 Nm steht bei 6.750 U/min zur Verfügung. Die vollständigen Performance-Daten will Lamborghini erst bei der offiziellen Weltpremiere bekannt geben. Ein Vergleich, in welchen Sphären sich dieser Supersportwagen bewegt: Bereits der herkömmliche Lamborghini Aventador SV kommt auf 750 PS und 690 Nm, spurtet in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erzielt eine Höchstgeschwindigkeit von elektronisch abgeregelten 350 km/h. 

Umfangreiche Änderungen: So wurde der Lamborghini Aventador SVJ getrimmt

Mit einer kleinen Leistungssteigerung lassen sich allerdings keine Rekorde brechen. Damit sich der Aventador SV den Zusatz „Jota“ verdient, waren umfangreiche Modifikationen erforderlich: Unter Einsatz von Leichtbaumaterialien wartet der Lamborghini Aventador SVJ mit einem Leistungsgewicht von nur 1,98 kg/PS auf. Darüber hinaus besitzt der neue Supersportwagen mit dem von Lamborghini patentierten „ALA 2.0“-System über eine aktive Aerodynamik mit Aero-Vectoring für ein verbessertes Handling und optimalen Abtrieb. Dazu kommen neue, speziell für den SVJ entwickelte aerodynamische Eigenschaften.

Darüber hinaus erforderte der hohe Abtrieb des Lamborghini Aventador SVJ komplette Überarbeitung der aktiven und passiven dynamischen Systeme, um die physischen Grenzen des Fahrzeugs auszuschöpfen. Das Setup des Aventador SVJ wurde ebenfalls komplett überarbeitet, um den Allradantrieb, die Hinterradlenkung und die elektronische Stabilitätskontrolle (ESC) zu verbessern. Bedeutend straffer als beim Aventador LP 750-4 SV stimmte Lamborghini die Lenkung des SVJ neu ab.

Die Jagd auf eine neue Bestzeit: Die nächsten Rekordanwärter

Die Zeit des Lamborghini Aventador SVJ auf der Nürburgring-Nordschleife ist grandios. Doch die Jagd auf eine neue Bestzeit für straßenzugelassene Serienautos ist eröffnet. Zu den aussichtsreichen Kandidaten gehört unter anderem der McLaren Senna (800 PS). Auch Porsche wird den Verlust des Rekordes nicht auf sich sitzen lassen und zurückschlagen, wahrscheinlich spätestens mit der nächsten Generation des Porsche 911, die 2019 auf den Markt gelangt und früher oder später das passende Derivat bietet.

Den Rekord für die schnellste Runde überhaupt auf der Nürburgring-Nordschleife, unabhängig von Serienautos, holte sich Porsche bereits am 29. Juni 2018: Mit einer Zeit von nur 5:19,546 Minuten unterbot Timo Bernhard in einem Porsche 919 Hybrid Evo den legendären Rundenrekord von Stefan Bellof um 51,58 Sekunden.

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17.08.2018

Hallo Guten Tag Schöner Post. Informieren Sie alle über diesen Lamborghini Aventador SVJ. Vielen Dank für diese informativen Details und die wunderbaren Leistungen. Ich hoffe, bald mehr von Ihnen zu lesen. Mit freundlichen Grüßen Onma


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